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02.02.2001

14:53 Uhr

Zwei Vorstandsmitglieder nahmen Hut

Rücktritte sorgen bei Terra Lycos für Kursverluste

Der Aktienkurs des spanisch-amerikanischen Internet-Anbieters Terra Lycos hat am Freitag im europäischen Handel weiter nachgegeben. Händler machten für diese Entwicklung den Rücktritt des Vorstandsvorsitzenden Robert J. Davis und des Finanzchefs Ted Philip verantwortlich. Die Aktien hatten bereits am Donnerstag um mehr als 9% nachgegeben.

dpa-afx MADRID.

Gegen 14.00 Uhr präsentierten sich die Terra Lycos-Aktien bei hohen Umsätzen mit einem Minus von 16,06 Euro. Das Tagestief lag bisher bei 1,58 Euro. Der IBEX-35 verlor gleichzeitig 1,8% auf 9.940,6 Punkte.

Bereits im Vorfeld der gestrigen Pressekonferenz zu den Quartalszahlen des Unternehmens kursierten Gerüchte über einen Rücktritt des Firmenchefs Davis, während der Rücktritt von Philips eine Überraschung war. Dem "Wall Street Journal" zufolge war Davis mit dem Maß seines Einflusses auf die Firmenpolitik unzufrieden. Davis habe sich durch die Terra Lycos-Mutter Telefonica behindert gefühlt. Zudem gebe es Differenzen zwischen den amerikanischen und spanischen Teams in dem erst kürzlich aus der Fusion von Terra Networks und Lycos entstandenem Unternehmen.

Nach den Rücktrittsmeldungen legte Terra Lycos für das Jahr 2000 einem Umsatz von 526,287 Mill. USD nach 281,525 Mill. USD im Vorjahr vor. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) wurde mit einem Verlust von 348,170 Mill. USD nach einem Minus von zuvor 84,695 Mill. USD beziffert. Analysten hatte mit einem Umsatz zwischen 520 und 525 Mill. USD, bei einem negativem EBITDA von 301 bis 317 Mill. USD gerechnet.

Analysten bezeichneten die Zahlen des vierten Quartals als ermutigend. Das EBITDA fiel mit einem Verlust von 17 Cent je Aktie deutlich günstiger als die von den Analysten prognostizierten 22 Cent aus. Während die Zahlen des Gesamtjahres im Rahmen der Erwartung gelegen hätten, sei das vierte Quartal sehr stark gewesen, was optimistisch für die kommenden Jahre stimme, sagte ein Schweizer Banker. Für Unsicherheit sorge jedoch der Rücktritt von Davis und Philips. Damit sei die Internet-Firma faktisch in spanischen Händen.

Als Nachfolger von Philip wurde gestern Elias Rodriguez-Vina vorgestellt. Rodriguez-Vina arbeitete zuvor bei GE Capital Europe und UBS.

Nach Einschätzung von Fernando Cordero, Analyst bei Beta Capital, wiegen die sehr guten Zahlen des vierten Quartals den negativen Einfluss aus der Neubesetzung des Managements auf. Er hält an seiner Kaufempfehlung für die Aktie mit einem Kursziel von 26 Euro fest.

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