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02.02.2001

17:04 Uhr

Zweite Anklage gegen Doerfert

Verdacht auf illegale Spenden an die CDU

Die Staatsanwaltschaft Koblenz hat kurz vor Ende eines ersten Untreue-Prozesses gegen Hans-Joachim Doerfert ihre zweite Anklage gegen den Trierer Ex-Caritas-Manager erhoben.Doerfert als ehemaliger geschäftsführender Vorstand der Caritas-Trägergesellschaft Trier (CTT) wird in der neuen Anklage unter anderem beschuldigt, der Trierer CDU illegal insgesamt 190 000 DM gespendet zu haben.

dpa KOBLENZ. Die Staatsanwaltschaft Koblenz hat kurz vor Ende eines ersten Untreue-Prozesses gegen Hans-Joachim Doerfert ihre zweite Anklage gegen den Trierer Ex-Caritas-Manager erhoben. Dieses Mal werde ihm Kreditbetrug, Untreue und Beihilfe zum Betrug in Millionenhöhe zur Last gelegt, teilte die Behörde am Freitag mit. Der Gesamtschaden liege bei etwa zehn Mill. DM. Auch sein ehemaliger Vorstandskollege Bernhard Veit werde wegen Untreue angeklagt. Gegen Doerfert soll aber zuerst Ende Februar in München ein zweiter Prozess wegen Untreue und Bestechlichkeit beginnen.

Doerfert als ehemaliger geschäftsführender Vorstand der Caritas- Trägergesellschaft Trier (CTT) wird in der neuen Anklage unter anderem beschuldigt, der Trierer CDU illegal insgesamt 190 000 DM aus der Kasse der CTT-Tochter Ärztliche Abrechnung Trier GmbH gespendet zu haben. Außerdem soll der seit September 1999 inhaftierte Rechtsanwalt mit Schein-Dienstverträgen sieben Beschäftigte des Fußballvereins Eintracht Trier mit gut 400 000 DM der CTT unberechtigt unterstützt haben. Auch der Sportverein SV Waldhof Mannheim und der saarländische Sportverein KSVAE Köllerbach hatten laut Anklage Zahlungen von dem Krankenhauskonzern erhalten.

Als früherer Vorstandsvorsitzender der Klinik Rose AG soll Doerfert auf Grund geschönter Angaben über deren Finanzlage Bankkredite in einer Gesamthöhe von gut 60 Mill. DM für diese Firma bekommen haben. Dabei sei aber letztlich kein finanzieller Schaden entstanden.

Im ersten Koblenzer Prozess gegen Doerfert, Veit und den Trierer Ex-Caritas-Manager Ulrich Ziegelmayer geht es um Untreue in Höhe von mehr als 20 Mill. DM. In diesem Fall wird an diesem Montag das Urteil erwartet. Für Doerfert hat die Staatsanwaltschaft sieben Jahre und neun Monate Haft gefordert, die Verteidigung hingegen maximal drei Jahre. Die Ermittlungen in der Doerfert-Affäre "dauern hinsichtlich weiterer Tatvorwürfe und weiterer Beschuldigter an", teilte die Staatsanwaltschaft mit.

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