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09.01.2003

16:30 Uhr

Zwischenbericht über die Kontrollen

Blix: Iraks Waffenbericht lässt Fragen unbeantwortet

Die UNO-Waffeninspektoren haben nach den Worten ihres Chefs Hans Blix bislang keine Beweise für Massenvernichtungswaffen in Irak gefunden.

UN-Chefwaffeninspekteur Hans Blix. Foto: dpa

UN-Chefwaffeninspekteur Hans Blix. Foto: dpa

Reuters NEW YORKAllerdings lasse der irakische Waffenbericht viele Fragen offen, sagte Blix am Donnerstag in New York vor der Vorlage seines Zwischenberichts vor dem UNO-Sicherheitsrat. Einen umfassenden Bericht über die Kontrollen will er am 27. Januar vorlegen.

Blix sagte, eine weitergehende Prüfung des rund 12.000 Seiten umfassenden Berichts habe den Eindruck bestätigt, dass Irak Antworten auf viele Fragen schuldig geblieben sei. Dies werde er dem UNO-Sicherheitsrat am Donnerstag berichten. Blix sagte, bei den vor sieben Wochen wieder aufgenommenen Kontrollen der UNO-Inspektoren in Irak seien keine Hinweise auf Massenvernichtungswaffen gefunden worden. Blix will am 27. Januar im UNO-Sicherheitsrat einen umfassenden Bericht über die Kontrollen der UNO-Inspektoren in Irak vorlegen. Dieser gilt als entscheidend über die Frage von Krieg und Frieden.

Blix kündigte zudem an, dass die UNO-Inspektoren innerhalb einer Woche weitere irakische Wissenschaftler zum Rüstungsprogramm befragen würden. Er ließ offen, ob dies in Irak oder außerhalb des Landes geschehen werde, wie es die USA fordern. Der US-Zeitschrift "Time" zufolge wollen die Inspektoren irakische Wissenschaftler nach Zypern bringen, um sie dort zu Waffenprogrammen zu befragen.

Auf der nicht-öffentlichen Sitzung des Sicherheitsrates sollte sich auch der Chef der Internationalen Atomenergie-Behörde (IAEA), Mohamed ElBaradei, äußern. ElBaradei sagte, er werde am Freitag mit US-Außenminister Colin Powell und der Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice beraten. Neben Irak werde auch der Atomstreit mit Nordkorea Thema sein.

Pleuger: Neue Irak-Resolution nicht erforderlich

Eine neue Irak-Resolution des Sicherheitsrates hält Deutschland nach den Worten des deutschen UNO-Botschafter Gunter Pleuger nicht für zwingend erforderlich. Eine zweite Abstimmung sei wünschenswert, aber nicht notwendig, sagte Pleuger der "New York Times" (Online-Ausgabe).

Zu Blix' Äußerungen sagte Bundesaußenminister Joschka Fischer, auch die Bundesregierung sehe offene Fragen. "Aber das spricht dafür, dass die Arbeit der Inspektoren vorangeht." Zudem bekräftigte er die ablehnende Haltung der Bundesregierung zu einem Krieg gegen Irak.

Grpßbritanniens Außenminister Straw sagte in Jakarta, es gebe keinen Grund, dass das Problem der Massenvernichtungswaffen nicht friedlich gelöst werden könnte, wenn Iraks Präsident Saddam Hussein sich an die Regeln halte. Er bekräftigte, Irak müsse mit ernsten Konsequenzen rechnen, sollte er die Resolution nicht erfüllen. Großbritannien ist der engste Verbündete der USA und rüstet sich für einen Einsatz in der Golf-Region. Die Allianz-Staaten haben erklärt, sie würden Irak mit Militärgewalt entwaffnen, sollte er gegen die UNO-Resolution 1441 verstoßen. Auf deren Basis prüfen Inspektoren, ob Irak über Massenvernichtungswaffen oder die Fähigkeit zu ihrer Herstellung verfügt. Die Inspektoren hatten ihre Arbeit vor fast sieben Wochen begonnen.

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