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02.04.2003

23:20 Uhr

Zwischenerholung setzt sich fort

US-Vormarsch sorgt für Rally an der Wall Street

Der weitere Vormarsch der US-Truppen auf Bagdad hat am Mittwoch an der Wall Street wieder Hoffnungen auf ein rasches Ende des Irak-Kriegs geweckt und für eine Kursrally gesorgt. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte legte bis zum Handelsschluss um 2,7 % auf rund 8285 Punkte zu.

Reuters NEW YORK. An der Technologie-Börse Nasdaq kletterte der Index um 3,6 % auf rund 1397 Zähler. Der breiter gefasste S&P-500-Index gewann 2,6 % auf rund 881 Punkte. Knapp zwei Wochen nach Kriegsbeginn haben sich US-Truppen von Süden her bis auf 30 Kilometer der irakischen Hauptstadt Bagdad genähert. Die Militärs sprachen von den bislang stärksten und wichtigsten Kämpfen des Krieges.

"Wir haben eine gewaltige Rally heute wegen des Krieges", sagte Aktienhändler Todd Leone von S.G. Cowen mit Blick auf die Nachrichten aus Irak. "Es läuft besser, als wir gedacht haben." Peter Gottlieb, Portfolio-Manager bei First Albany Asset Management ergänzte: "Wir sind allgemein optimistisch, was den bevorstehenden Marsch auf Bagdad angeht."

Bill Punk von Punk Ziegel & Co. sagte: "Wir hatten auch ein paar Tage mit fallenden Kursen, und das hat geholfen. Ich denke, die Aktien gingen auf Kursstände hinunter, bei denen die Leute einsteigen wollten." In den vergangenen Tagen war der Handel noch von Befürchtungen geprägt worden, der Krieg könne sich lange hinziehen und die erhoffte Konjunkturerholung stärker beeinträchtigen als erwartet.

Die Nasdaq wurde insbesondere von den Kursgewinnen von Biogen beflügelt. Die Aktien des Biotechnologieunternehmens legten 12,2 % auf 33,99 Dollar zu, nachdem der Konzern seine Gewinnschätzungen für das erste Quartal und das Gesamtjahr angehoben hatte. Zu den Kursgewinnern zählten auch andere Technologie-Schwergewichte: Microsoft gewannen 5,6 % auf 25,72 Dollar, Intel 6,7 % auf 17,52 Dollar und IBM 3,5 % auf 81,46 Dollar.

Die Aktien von General Electric (GE) rückten 3,5 % auf 27,05 Dollar vor. Der Mischkonzern hatte zuvor seine Gewinnprognose für 2003 bekräftigt. Auch Boeing-Papiere profitierten vom allgemeinen Markttrend. Sie verbesserten sich um 3,9 % auf 26,66 Dollar, obwohl der weltgrößte Flugzeughersteller wegen der verschärften Krise in der Luftfahrtindustrie zuvor einen Einbruch bei den Auslieferungen im ersten Quartal bekannt gegeben hatte.

Gegen den Markttrend verloren AT&T-Aktien 3 % auf 15,89 Dollar. Die Investmentbank Goldman Sachs hatte die Papiere der Telefongesellschaft heruntergestuft und dies unter anderem mit fehlenden positiven Nachrichten begründet.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,58 Mrd. Aktien den Besitzer. 2373 Werte legten zu, 912 gaben nach und 149 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,6 Mrd. Aktien 2260 im Plus, 920 im Minus und eine unverändert. An den US-Kreditmärkten fielen die zehnjährigen Staatsanleihen um 29/32 auf 99-19/32. Sie rentierten mit 3,923 %. Die 30-jährigen Bonds verloren 1-17/32 auf 106-25/32 bei einer Rendite von 4,924 %.

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