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16.01.2001

19:34 Uhr

Zwischengutachten für Genehmigung der Staatsgelder

Brüssel sieht Beihilfen für Holzmann positiv

Die Beihilfen der Bundesregierung zur Sanierung des angeschlagenen Frankfurter Baukonzerns Philipp Holzmann werden wahrscheinlich von der EU-Kommission gebilligt.

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koe FRANKFURT/M. Die Beihilfen der Bundesregierung zur Sanierung des angeschlagenen Frankfurter Baukonzerns Philipp Holzmann werden wahrscheinlich von der EU-Kommission gebilligt. Wie aus Kreisen der Brüsseler Behörde zu hören ist, soll Wettbewerbskommissar Mario Monti den finanziellen Maßnahmen mittlerweile grundsätzlich positiv gegenüber stehen. Eine endgültige Entscheidung soll in einigen Wochen fallen.

Damit scheint der Dauerstreit um die Finanzspritze für die Philipp nach über einem Jahr für den Baukonzern doch noch ein gutes Ende zu haben. Ursprünglich hatte sich die EU-Kommission sehr kritisch zu den staatlichen Beihilfen für Holzmann geäußert. Hintergrund des Stimmungswandels ist offensichtlich ein Zwischenbericht des belgischen Arms der internationalen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BDO. In diesem zeigen sich die Sondergutachter nach Handelsblatts-Informationen vor allem von den Sanierungsfortschritten bei Holzmann überzeugt. Sie empfehlen deshalb eine Genehmigung der Beihilfen.

Den abschließenden Bericht der BDO-Prüfer wird die EU-Kommission aber voraussichtlich erst Ende Januar erhalten. Erst dann ist die EU-Kommission in der Lage, über die Beihilfen zu entscheiden.

Holzmann war Ende 1999 durch Missmanagement in eine existenzbedrohende Schieflage geraten. Allein 1999 musste der traditionsreiche Baukonzern einen Verlust von immerhin 2,7 Mrd. DM verkraften. Als Teil des Sanierungspakets hatte Bundeskanzler Gerhard Schröder dem Unternehmen im November 1999 finanzielle Mittel in Höhe von 250 Mill. DM zugesagt. Davon stellt die Kreditanstalt für Wiederaufbau 150 Mill. DM als Darlehn zur Verfügung, der Rest stammt aus einer Ausfallbürgschaft.

Bei der EU-Kommission war dieser Teil des Rettungsplans zunächst auf Skepsis gestoßen. Deshalb hatte Monti ein ausführliches Prüfverfahren eingeleitet. Dieses zog sich in die Länge, da die Brüsseler Behörde große Schwierigkeiten hatte, einen Wirtschaftsprüfer für ein Sondergutachten zu finden, der bislang nicht mit Holzmann in Verbindung getreten ist.

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