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31.01.2002

21:54 Uhr

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Zwischenruf: Feuertaufe bestanden

VonMichael Drosten

An das Charisma eines bayerischen Urgesteins wie Franz-Josef Strauß reicht Edmund Stoiber nicht heran. Worte, die Anhänger berauschend auf die Schenkel schlagen lassen und den politischen Gegner wie Keulenschläge treffen, sind des Herausforderers Sache nicht. Eine fast schon preußische Attitude rhetorischer Genügsamkeit haftet dem Kandidaten an.

Beim offiziellen Start der Union in den Bundestagswahlkampf am Donnerstagabend war das nicht anders. Dennoch ist es Stoiber in 75 Minuten Redezeit gelungen, das Parteivolk zeitweise zu begeistern. Die ins zweite Glied getretene Angela Merkel und CDU-Zukunftshoffnung Roland Koch gerieten im Frankfurter Congress Center zu Randfiguren. Allerdings brauchte Stoiber auch an diesem Abend wieder einige Zeit, um warmzulaufen. Und die heftigen Attacken gegen Kanzler Schröder hatten inhaltlich keinerlei Neuigkeitswert. Allerdings enttäuschte der Bayer nur diejenigen, die Alternativ-Konzepte zur viel gescholtenen Regierungsarbeit erwartet hatten.

Den vollbesetzten Saal - viele durften Stoiber dank einer organisatorischen Panne nur von draußen hören - brachte er denn auch nicht mit lauten Tönen hinter sich. Vor allem seine Beschwörung traditioneller Werte wie Ehe und Familie brachte Edmund Stoiber den Etappensieg. Das sollte seine Wahlkampfstrategen nachdenklich machen.

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