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29.06.2018

04:59

„Capital Gazette“

Fünf Menschen in US-Zeitungsredaktion erschossen

In einem Zeitungshaus in Annapolis fallen Schüsse. Fünf Menschen kommen ums Leben. Der Täter lag seit langem mit der Redaktion im Streit.

US-Bundesstaat Maryland

Schießerei in Zeitungsredaktion – mehrere Tote

US-Bundesstaat Maryland: Schießerei in Zeitungsredaktion – mehrere Tote

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Annapolis Ein bewaffneter Mann hat in einer Zeitungsredaktion in Annapolis im US-Staat Maryland fünf Menschen erschossen. Mehrere weitere Menschen seien schwer verletzt worden, erklärte die Polizei am Donnerstag. Ein Reporter der „Capital Gazette“ twitterte, ein Mann habe durch die Glastür des Büros geschossen und dann auf Mitarbeiter gezielt. Der mutmaßliche Schütze wurde festgenommen.

Noch in der Nacht gab die Polizei den Namen des Täters bekannt: Jarrod W. Ramos. Vor seiner Tat verstümmelte sich der 38-Jährige die Finger. Damit habe er offenbar einen Abgleich seiner Fingerabdrücke durch die Polizei verhindern wollen, teilte ein Ermittler mit. Trotz der Aktion habe der Verdächtige aber identifiziert werden können. Später sagte ein Behördenvertreter, die Identität des mutmaßlichen Todesschützen sei dank Gesichtserkennungstechnologie bestimmt worden.

Die New York Times berichtete, der Täter sei langem mit der „Capital Gazette“ im Streit gelegen. Er habe Journalisten wegen übler Nachrede verklagt und sie über soziale Medien angegriffen.

Polizisten stehen in der Nähe der Zeitung „Capital Gazette“. Nach Angaben örtlicher Medien wurden im Newsroom der Zeitung mindestens vier Menschen durch Schüsse getötet. dpa

Schüsse in US-Zeitungsredaktion

Polizisten stehen in der Nähe der Zeitung „Capital Gazette“. Nach Angaben örtlicher Medien wurden im Newsroom der Zeitung mindestens vier Menschen durch Schüsse getötet.

Der Redakteur Phil Davis schrieb, mehrere Menschen seien von den Kugeln getroffen worden, „einige sind tot“. Polizeisprecher Ryan Frashure vom Bezirk Anne Arundel County sagte, Einsatzkräfte seien innerhalb von 60 Sekunden am Tatort gewesen und hätten den mutmaßlichen Schützen ins Visier genommen.

Nach den Schüssen war zu sehen gewesen, wie Menschen das Gebäude mit erhobenen Händen verließen und von der Polizei angehalten wurden, sich über einen Parkplatz hinweg weiter vom Geschehen zu entfernen. Eine Sprecherin eines Krankenhauses nahe der Zeitungsredaktion sagte, zwei Patienten seien eingeliefert worden. Über den jeweiligen Zustand konnte sie nichts weiter sagen.

Der Gouverneur von Maryland, Larry Hogan, teilte mit, er sei erschüttert über die Tat. US-Präsident Donald Trump wurde über den Zwischenfall informiert. Eine Sprecherin des Weißen Hauses bekundete, Gedanken und Gebeten seien bei den Betroffenen. Wenig später äußerte sich Trump via Twitter selbst. Im Gebet denke er an die Opfer und deren Familien. Er bedankte sich bei allen Ersthelfern.

Redakteur Davis, der für die „Capital Gazette“ aus dem Gerichtssaal und über Kriminalität berichtet, twitterte, nichts sei schockierender, als zu hören, wie mehrere Menschen angeschossen würden, während man sich unter seinem Schreibtisch verstecke, und dann höre, dass der Bewaffnete nachlade. Auf der Onlineseite der „Capital Gazette“ erklärte er, die Situation sei „wie in einem Kriegsgebiet“ gewesen. Es werde lange schwer sein, sie zu beschreiben.

„Ich bin ein Polizeireporter. Ich schreibe über diese Sachen - nicht unbedingt in diesem Ausmaß, aber über Schießereien und Tod, immer“, sagte er. „Aber so sehr ich auch versuche, zu beschreiben, wie traumatisierend es ist, sich unter dem Schreibtisch zu verstecken. Man weiß es nicht, bis man selbst da ist und sich hilflos fühlt.“ Er wisse zudem nicht, warum der mutmaßliche Schütze aufgehört habe, zu schießen.

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