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12.06.2019

12:00

Art Basel

Auf dieser Kunstmesse ist der VIP-Status jetzt käuflich

Von: Susanne Schreiber

Erstmals lässt sich die Art Basel den frühen Zutritt zur Messe teuer bezahlen. Ab heute tummeln sich auf den Ständen echte VIPs und falsche.

Bisher gehörte nur die Sammlerelite zu den VIPs auf der Kunstmesse. AP

Art Basel

Bisher gehörte nur die Sammlerelite zu den VIPs auf der Kunstmesse.

DüsseldorfSeit 2016 kanalisiert die Art Basel den Ansturm kaufwilliger Großsammler an drei Tagen in drei Gruppen. Auch für superreiche Kunden gibt es eine Art Hackordnung. Angeblich weil der Andrang in den Messegängen und auf den Ständen zu groß geworden war.

Wer die VIP-Karte „First Choice“ bekommt, darf sich als ultra-gewichtiger Kenner – meist mit eigenem Museum – als allererstes das Angebot der „Art Unlimited“ anschauen. Für die besten Kunden sind der Montagabend für die „Art Unlimited“ mit ihren sperrigen Installationen reserviert und der Dienstagvormittag in der Halle 2; wo über 200 Galeristen ihre wichtigsten Kunstwerke auf Messeständen präsentieren. Die beiden fein abgestuften Gruppen von ein kleines bisschen weniger wichtigen Sammlern kommen dann erst am Dienstagsnachmittag und am Mittwochvormittag zum Zuge.

Die Sammlerelite soll ungestört vom allgemeinen Publikum auswählen dürfen und der vollen Konzentration des Verkaufspersonals an den Messeständen sicher sein können. Was für den VIP-Status zählt, sind Geschäftsabschlüsse und zugesicherte kommende Ausstellungen eines Schützlings der Galerie. Es gehört zum Arkanum der Messe, dass die Kriterien für die einzelnen VIP-Stufen nicht veröffentlicht werden. Normale Kunstfreunde und weniger kaufkräftige Sammler dürfen erst ab Donnerstag 11 Uhr die Hallen durchstreifen.

Nun, im 50. Jahr des Bestehens der wichtigsten Messe für zeitgenössische und Moderne Kunst, wird der VIP-Status käuflich – zumindest ein bisschen. Der Mutter der Art Basel, der Messegesellschaft MCH, geht es unter anderem wegen des schwachen Geschäfts mit Uhren auf der Baselworld schlecht. Als neue Einnahmequelle müssen ab jetzt Privilegien und Status herhalten.

Für „Premium Plus“ soll der prestigebewusste „Adabei“ (Auchdabei) 590 Schweizer Franken zahlen. Für „Unlimited Plus“ wären 390 Schweizer Franken hinzublättern. Der Haken: Diese exklusiven Kaufkarten gelten anders als die echten VIP-Karten nur für eine einzige Person.

VIP Gäste informieren sich über das XXL-Werk von Olaf Nicolai. dpa

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VIP Gäste informieren sich über das XXL-Werk von Olaf Nicolai.

Und ausschließlich ab Mittwoch. Man hat also nur 24 Stunden Vorsprung vor dem gemeinen Kunstvolk. Der Unterschied zwischen den beiden neuen Vorteilspaketen besteht vor allem im freien Eintritt in die Museen und der Bevorzugung bei der Buchung des Messerestaurants in der teureren Variante Premium Plus.

Durch den Zulass der sich einkaufenden VIP erst ab Mittwochnachmittag gewährleistet die Messe, dass die ultra-gewichtigen Topsammler, die nach Möglichkeit auch in verschiedenen Beratergremien führender Museen sitzen sollten, an den entscheidenden Tagen unter sich bleiben. Beim Champagner-Frühstück im Messerund unter freiem Himmel lauschen dann noch nicht zu viele fremde Ohren. Dabei lässt sich nicht nur gut der Preis für einen angesagten Künstler verhandeln. Sondern auch das eigene Geschäft durch Netzwerken weitertreiben.

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