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07.12.2018

08:00

Auktion bei Van Ham

„Kleiner Urwald“ von Heinz Mack erzielt Rekordpreis

Von: Susanne Schreiber

Van Ham geht mit einem Millionenzuschlag für ein Gemälde von Heinz Mack in die Annalen ein. Bei Lempertz hingegen agieren die Bieter selektiv.

Der Hammer fiel bei 800.000 Euro, mit Aufgeld sind das 1.016.000 Euro. C. Van Ham/ VG Bild Kunst

Heinz Mack „Kleiner Urwald“

Der Hammer fiel bei 800.000 Euro, mit Aufgeld sind das 1.016.000 Euro.

KölnVerkaufspreise über eine Million Euro sind in Deutschland selten. Zu preisbewusst agieren hier die Sammler, zu sauer verdient sind die liquiden Mittel. Einen solchen Ausnahmezuschlag und neuen Künstlerrekord konnte das Kölner Auktionshaus Van Ham letzte Woche verzeichnen.

Nach einem wilden Bietgefecht sicherte sich die Samuelis Baumgarte Galerie im Auftrag einer rheinischen Großsammlung den aus Alugittern gebauten Objektkasten „Kleiner Urwald“ von Heinz Mack für 1.016.000 Euro (mit Aufgeld inklusive Mehrwertsteuer). Taxiert war das mit gefundenen Materialien entstandene Bild von 1966 nur auf 150.000 bis 200.000 Euro. Der Hammer aber fiel erst bei 800.000 Euro.

Rekordergebnis für Rupprecht Geiger

„Wir sind besonders stolz, unsere führende Marktposition im Bereich Post War und Contemporary mit einigen bemerkenswerten Auktionsrekorden unterstreichen zu können. Nicht auch zuletzt, da wir die Ersten sind, die ein Millionenergebnis für Heinz Mack einspielen konnten“, sagt Markus Eisenbeis, Geschäftsführer von Van Ham.

Insgesamt setzte Van Ham in den Bereichen Moderne, Post War und Contemporary nach eigenen Angaben rund 6,8 Millionen Euro um. Darunter sind auch die auf Rekordhöhen getriebenen Gemälde von Fritz Winter und Max Bill. Die abstrakte „Komposition Rot-Gelb“ des Deutschen aus dem Jahr 1957 erlöste 283.800 Euro, das auf die Spitze gedrehte Bild „weisses quadrat mit verwanderten Ecken“ des Schweizers 245.100 Euro.

Rupprecht Geiger ist seit Kurzem wieder sehr gefragt mit seinen minimalistischen Bildern in den Signalfarben Rot und Magenta. Für „382/63“ musste ein Sammler aus Nordrhein-Westfalen 174.150 Euro bezahlen. „Das ist das höchste Ergebnis für eine Geiger-Arbeit seit zehn Jahren“, erläutert Eisenbeis stolz. Auch die Bronze „Junger Streiter“ aus dem Jahr 1935 von Georg Kolbe markiert mit 225.750 Euro einen Auktionsrekord für den Bildhauer.

Umkämpft von sieben Telefonbietern, verkauft für 397.000 Euro. Lempertz/VanHam VG Bild Kunst

Günther Förg „Ohne Titel“ von 2007

Umkämpft von sieben Telefonbietern, verkauft für 397.000 Euro.

Ähnlich wählerisch wie bei den Grisebach-Auktionen (siehe Seite 64) waren die Kunstfreunde in der Moderne-Versteigerung bei Lempertz in Köln. Im durchaus gut besetzten Saal und an den zahlreichen Telefonen regte sich kein Finger für Werke von Paula Modersohn-Becker, Gabriele Münter, Erich Heckel und Ernst L. Kirchner. Auch Christian Rohlfs Soestansicht, Wassily Kandinskys „Forme Tounée“ und Ernst Barlachs Bronze „Singender“ wurden verschmäht.

Gefragt waren aber Jawlenskys Kirchhoff-Porträt, das ein Amerikaner für 297.600 Euro übernahm, und Gerd Arntz’ Druckstock „Spiegel“ (80.600 Euro). Bei den Zeitgenossen war Günther Förgs Gitterstruktur von 2007 erst bei 397.000 Euro zu haben. Insgesamt nahm Lempertz für drei Auktionen nach eigenen Angaben 9,6 Millionen Euro ein.

Auch vermögende Sammler sparen gern

Dass auch vermögende Sammler gern sparen, demonstrierte der Zuschlag von Picassos Spätwerk eines Liegenden. Als der Telefonbieter bei rund einer halben Million angekommen war, wollte er nur noch in 5.000er-Schritten vorgehen.

Doch Auktionator Henrik Hanstein blieb bei seinen in dieser Größenordnung üblichen 20.000er-Schritten. Und schlug am Ende dem Sparwilligen das Aktbild für netto 560.000 Euro zu, weil es noch ein Gegengebot gab und der Amerikaner es unbedingt haben wollte. Brutto kostet ihn seine Hartnäckigkeit 694.000 Euro. Aber solche dynamischen Kreideblätter lagen auch schon mal bei einer Million.

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