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02.01.2019

07:05

Kunstausstellungen 2019

Bauhaus und Rembrandt prägen das Jahr

Von: Claudia Rometsch

2019 bietet vor allem Jubiläen: 100 Jahre Bauhaus und der 350. Todestag Rembrandts. Was das Jahr für Kunstinteressierte noch bietet.

Eine Ausstellung in der Berlinischen Galerie zeigt im Jubiläumsjahr „100 Jahre Bauhaus“ ab 6. September 2019 bekannte und vergessene Bauhaus-Originale. (Foto: Bauhaus-Archiv Berlin)

Sitzende mit Bühnenmaske von Oskar Schlemmer im Stahlrohrsessel von Marcel Breuer

Eine Ausstellung in der Berlinischen Galerie zeigt im Jubiläumsjahr „100 Jahre Bauhaus“ ab 6. September 2019 bekannte und vergessene Bauhaus-Originale.

(Foto: Bauhaus-Archiv Berlin)

BonnSie sind bis heute stilprägend: Bauhausentwürfe wie die berühmte Wagenfeld-Leuchte oder der Breuer-Sessel sind Design-Klassiker, die immer noch die Einrichtung in deutschen Wohnhäusern prägen. 2019 jährt sich die Gründung des Bauhauses durch Walter Gropius in Weimar zum 100. Mal. Das wird nicht nur an den früheren Standorten der Kunst-, Design- und Architekturschule in Weimar und Dessau gefeiert. Kunstmuseen in ganz Deutschland greifen das Thema im neuen Jahr auf.

Berühmte Bauhaus-Originale in Berlin

Einen Schwerpunkt bildet das Thema in Berlin, wo das Bauhaus 1932 seinen letzten Standort hatte, bevor es 1933 von den Nationalsozialisten aufgelöst wurde. Die Jubiläumsausstellung „original bauhaus“ des Bauhausarchivs findet ab dem 6. September im Museum für Gestaltung in der Berlinischen Galerie statt. Dort werden berühmte und vergessene Bauhausoriginale gezeigt. Zu sehen sind unter anderem Kunst und Design aus der Sammlung des Bauhausarchivs und besondere Leihgaben aus internationalen Sammlungen.

Die Staatlichen Museen zu Berlin würdigen ab dem 30. August László Moholy-Nagy (1895-1946). In der Kunstbibliothek wird seine Ausstellung „Wohin geht die typographische Entwicklung?“ rekonstruiert. 1929 hatte der Bauhausmeister 78 Schautafeln mit Texten und Bildern zur Zukunft der Typografie drucken lassen, die er anschließend der Kunstbibliothek schenkte.

Eine Ausstellung in Dresden wirft einen Blick auf die Wirkung der Bauhaus-Kunst in den 20er Jahren. Im Albertinum ist ab dem 2. März die Ausstellung „Zukunftsträume. Kandinsky, Mondrian, Lissitzky und die abstrakt-konstruktive Avantgarde in Dresden 1919 bis 1932“ zu sehen.

Die Schau vermittelt einen Eindruck davon, wie die von gesellschaftsutopischen Idealen getragene „Kunst der Zukunft“ in den 1920er Jahren gesammelt und diskutiert wurde – zwischen heftiger Ablehnung und begeisterter Zustimmung. Dazu werden Meisterwerke von Piet Mondrian, El Lissitzky, den Bauhaus-Lehrern Wassily Kandinsky, Paul Klee, Lyonel Feininger, László Moholy-Nagy, Willi Baumeister, Oskar Schlemmer und anderer Künstler nach Dresden reisen.

Bauhaus und die Gegenwarts-Kunst

Die Pinakothek der Moderne in München hingegen setzt das Bauhaus in Beziehung zur Gegenwarts-Kunst. Die Ausstellung „Reflex Bauhaus 40 Objects – 5 Conversations“ verweist ab dem 8. Februar auf die immer noch aktuelle Bedeutung der Reformschule. In Kooperation mit dem Künstler Tilo Schulz entsteht eine Rauminstallation, die 40 historische Objekte aus dem museumseigenen Bestand und Werke von fünf zeitgenössischen Künstlern in einen Dialog bringt.

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Das Staatliche Bauhaus prägte nicht nur die Design- und Kunstgeschichte, sondern auch die Fotografie des 20. Jahrhunderts. Noch bis zum 10. März setzt die Ausstellung „Bauhaus und die Fotografie – Zum Neuen Sehen in der Gegenwartskunst“ im NRW-Forum Düsseldorf Fotografien des Neuen Sehens in Beziehung mit zeitgenössischen Künstlern.

Arbeiten von Bauhäuslern wie László Moholy-Nagy, Lucia Moholy, Marianne Brandt, Erich Consemüller und Walter Peterhans treten dabei in einen Dialog mit Gegenwarts-Künstlern wie etwa Antje Hanebeck, Thomas Ruff, Viviane Sassen und Wolfgang Tillmans. Die Ausstellung wandert anschließend nach Berlin, wo sie ab dem 12. April im Museum für Fotografie zu sehen ist. Ab dem 29. September wird sie noch einmal in der Kunsthalle Darmstadt gezeigt.

Fotografie und Film der Weimarer Zeit

Mit der Entstehung neuer Sehgewohnheiten zur Zeit des Bauhauses beschäftigt sich auch die Bundeskunsthalle in Bonn. Die Ausstellung „Kino der Moderne. Film in der Weimarer Republik“ widmet sich bis zum 24. März dem Aufstieg des Films als Massenmedium. Die Ausstellung betrachtet die Wechselwirkungen des Films mit Literatur, Bildender Kunst, Architektur, Psychologie und gesellschaftspolitischen Entwicklungen. Zu sehen sind zahlreiche Filmausschnitte, Requisiten, Studioausrüstungen, Kunstwerke und Dokumente.

In den Kontext des Bauhaus-Jahres passt auch die Ausstellung „Paul Klee. Eine Sammlung auf Reisen“ der Kunstsammlung NRW in Düsseldorf. Zu sehen sind ab dem 13. Oktober Gemälde, Aquarelle und Zeichnungen des Bauhaus-Lehrers Klee, die das Land Nordrhein-Westfalen 1960 erworben hatte.

Rembrandt in vier deutschen Städten

Ein weiteres Jubiläum des Kunstjahres 2019 ist der 350. Todestag Rembrandts. Das Dresdner Kupferstichkabinett präsentiert den niederländischen Künstler des Barock als Zeichner und Druckgrafiker. Die Ausstellung „Rembrandts Strich“ zeigt ab dem 14. Juni im Residenzschloss 100 Werke aus allen Schaffensperioden. Dabei geht es auch um den Einfluss Rembrandts auf nachfolgende Künstler wie Francisco de Goya, Lovis Corinth, Käthe Kollwitz und Pablo Picasso bis hin zu den Zeitgenossen William Kentridge und Marlene Dumas.

Eine groß angelegte Hommage an Rembrandt plant das Wallraf-Richartz-Museum in Zusammenarbeit mit der Nationalgalerie Prag. Neben zahlreichen Werken aus der eigenen Sammlung kündigt das Kölner Museum hochkarätige Leihgaben an. Die Schau unter dem Titel „Inside Rembrandt“ widmet sich ab dem 1. November dem dramatischen Künstlerleben des Malers.

Die Staatliche Graphische Sammlung München nimmt den 350. Todestag Rembrandts zum Anlass, Zeichnungen und Radierungen aus eigenem Bestand zu präsentieren. Am 27. September öffnet die Ausstellung „Im Blick: Rembrandt – Graphische Höhepunkte der Münchner Sammlung“ (Arbeitstitel). Zu sehen sind 14 in München befindliche Zeichnungen sowie eine repräsentative Auswahl von Radierungen.

Die „Nachtwache“ wird 2019 im Amsterdamer Reichsmuseum umfassend restauriert. Einmalig: Die Arbeiten am Kunstwerk werden im Internet gezeigt. AP

Rembrandts berühmtestes Gemälde

Die „Nachtwache“ wird 2019 im Amsterdamer Reichsmuseum umfassend restauriert. Einmalig: Die Arbeiten am Kunstwerk werden im Internet gezeigt.

Auch die Hamburger Kunsthalle zeigt aus Anlass von Rembrandts Todesjahr Schätze aus der eigenen Sammlung. Unter dem Titel „Rembrandt. Meisterwerke aus der Sammlung“ werden drei Gemälde und 60 Radierungen gezeigt, darunter Landschaftsdarstellungen, Porträts und Arbeiten zu religiösen Themen.

Vielversprechende Highlights

Das Kunstjahr hat auch unabhängig von Jubiläen vielversprechende Highlights zu bieten. Dazu gehört unter anderem eine geplante Ausstellung zu Vincent van Gogh (1853-1890) im Städel Museum in Frankfurt am Main. Mit „Making van Gogh. Geschichte einer deutschen Liebe“ startet am 23. Oktober eine umfangreiche Schau mit vielen Leihgaben aus internationalen Museen.

Spannend verspricht auch ein Rückblick auf die 60er Jahre zu werden, den die Stuttgarter Staatsgalerie und die Hamburger Deichtorhallen unternehmen. Die in Zusammenarbeit der beiden Häuser entstandene Ausstellung „Baselitz – Richter – Polke – Kiefer. Die jungen Jahre der Alten Meister“ ist ab dem 2. April in Stuttgart und ab dem 12. September in Hamburg zu sehen. Sie umfasst 80 bis 100 frühe Hauptwerke von Georg Baselitz, Gerhard Richter, Sigmar Polke und Anselm Kiefer, die heute international zu den bedeutendsten Künstlern der Nachkriegszeit zählen.

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