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04.10.2019

03:27

Sotheby’s

Nach 13-minütigem Bietergefecht: „Affenparlament“ von Streetart-Künstler Banksy bricht Rekord

Von: Stephanie Dieckvoss

Passend zum Brexit-Termin: Banksys „Affenparlament“ wechselt bei einem spektakulären Bietergefecht bei Sotheby's für 9,9 Millionen Pfund den Besitzer.

Das Gemälde des anonymen Künstlers zeigt das britische Unterhaus als Affenparlament und gilt als symbolischer Ort für den Brexit. AFP

Millionen-Erlös für Banksy

Das Gemälde des anonymen Künstlers zeigt das britische Unterhaus als Affenparlament und gilt als symbolischer Ort für den Brexit.

London In der Abendauktion für zeitgenössische Kunst bei Sotheby’s in London hat ein überlebensgroßes Gemälde des Publikumslieblings Banksy für Furore im traditionsreichen Haus gesorgt.

Was als unspektakuläre Versteigerung daherkam, stellte sich als perfekte Plattform für den Skandalkünstler heraus: Sein Gemälde vom britischen Unterhauses als „Affenparlament“ führte zu einem Bieter-Gefecht, das man sonst nur für Heroen der Kunstgeschichte wie Peter Paul Rubens oder Claude Monet kennt.

Rund 15 Bieter gingen ins Rennen, um die über vier Meter große Leinwand mit dem Titel „Devolved Parliament“ zu ersteigern. Die dystopische Ansicht des britischen Unterhauses hatte Banksy bereits 2009 geschaffen und 2011 überarbeitet, ist aber für immer mit dem aktuellen Brexit-Chaos verwoben.

Im März hatte der nicht-britische Eigentümer des Bildes das Affenparlament dem Museum in Bristol zur Verfügung gestellt, um den ursprünglichen Brexit-Termin vom 29. März zu „feiern“, der allerdings verschoben wurde. Zukünftig wird das Bild aus zwei Gründen eine Schlüsselposition in der visuellen Zeitgeschichte einnehmen: Zum einen markiert es den Einzug eines Graffitikünstlers in den Olymp des Marktes und zum anderen markiert es den möglichen Brexit am 31. Oktober.

Drei Bieter hielten bis zum bitteren, 13 Minuten andauernden Schlagabtausch durch: Es handelte sich um zwei Telefonbieter, vertreten durch extrem diskrete Spezialisten von Sotheby’s und einen unbekannten Bieter im Saal, der aus der tschechischen Republik stammen soll. Letztgenannter gab allerdings kurz vor Schluss auf.

Im Endeffekt erzielte das auf 1,5 bis zwei Millionen Pfund geschätzte Gemälde 9,9 Millionen Pfund (rund 11,1 Millionen Euro) – Weltrekord für eine Arbeit des immer noch anonymen Künstlers. Dieser zitiert als spontane Reaktion auf das Ereignis auf Instagram den Kunstkritiker Robert Hughes, der die Kommerzialisierung der Kunst als Katastrophe beschreibt.

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