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10.09.2019

15:06

2005 wurde die Straße zu Norwegens „Bauwerk des Jahrhunderts“ gekürt. Shutterstock

Die Atlantikstraße in Norwegen

2005 wurde die Straße zu Norwegens „Bauwerk des Jahrhunderts“ gekürt.

Auto- und Busreisen

Die schönsten Panoramastraßen Europas

Von: Tobias Harmeling

Straßen sind nicht immer nur graue Betonwüsten, über die unaufhörlich Verkehr rollt. Manche sind wahre Bauwunder – und bieten atemberaubende Ausblicke.

Düsseldorf Eine Fernreise mit dem Auto oder dem Bus dauert, die Strecken sind meistens nicht wirklich sehenswert. Auf Autobahnen ziehen im Wechsel Lärmschutzwände, Böschungen, Raststätten und Autohöfe vorbei, kilometerlang lassen sich Felderflächen beobachten. Ab und zu taucht ein Windpark auf oder ein Kirchturm, der aus einem Ort ragt. Alles keine wirklichen Gründe, interessiert aus dem Fenster zu schauen.

Doch es geht auch anders. Manche Straßen führen Reisende in schwindelerregende Höhen, durch bergige Landschaften oder schlängeln sich an den Küsten der Meere entlang. Sie bieten einen Panoramablick, den man nicht verpassen sollte, nur weil man sich als Mitfahrer auf der Reise mit seinem Laptop beschäftigt.

Einige Straßen und dazugehörige Brücken sind echte Sehenswürdigkeiten. Viele durchqueren gleich mehrere Länder, verbinden Inseln mit dem Festland und erzeugen in anderer Funktion sogar Strom durch Gezeitenkraftwerke.

Sehen Sie hier die außergewöhnlichsten Panoramastrecken in Europa, die dazu verleiten, das Buch oder Tablet aus der Hand zu legen, um die spektakuläre Landschaft oder imposanten Bauwerke zu bestaunen – zusammengestellt mit Hilfe von Flixbus.

Das Viadukt von Millau

Die Schrägseilbrücke führt über den Fluss Tarn. Shutterstock

2460 Meter lang

Die Schrägseilbrücke führt über den Fluss Tarn.

Wer im südfranzösischen Zentralmassiv von Béziers nach Clermont-Ferrand fährt, der überquert die mit 2460 Metern längste Schrägseilbrücke der Welt. Mit einer maximalen Pfeilerhöhe von 343 Metern übertrifft das Viadukt von Millau außerdem sogar den Eiffelturm und ist damit das höchste Bauwerk Frankreichs. Bei Inbetriebnahme war das Viadukt sogar die höchste Autobahnbrücke der Welt.

Die von 2001 bis 2004 erbaute Brücke führt auf 270 Metern über das Tal des Flusses Tarn. Die Überfahrt kostete je nach Saison eine Mautgebühr von etwa zehn Euro.

Jadranska Magistrala

Die Strecke führt durch fünf Länder. Shutterstock

Adriatische Küstenstraße

Die Strecke führt durch fünf Länder.

Die rund 1000 Kilometer lange Straße führt entlang der Adria und zählt zu den malerischsten Küstenstrecken der Welt. Sie beginnt im italienischen Triest und setzt sich über Slowenien und Kroatien fort bis nach Rijeka und weiter zur montenegrinischen Grenze. Über die Hälfte der Strecke befindet sich in Kroatien.

Wer die sich schlängelnden Kurven auf der Route abfährt, wird mit landschaftlichen Highlights und einer atemberaubenden Aussicht belohnt. Tipp: Einen besonders tollen Ausblick aufs Meer haben Reisende abends bei einem Stopp im Hotel Flanona im kroatischen Plomin. Derzeit wird eine Erweiterung der Strecke bis nach Dubrovnik geplant.

Mont Saint Michel

Das Kloster wurde im Mittelalter erbaut. Okamatsu Fujikawa, Unsplash

Im Wattenmeer

Das Kloster wurde im Mittelalter erbaut.

Der Klosterberg von Mont Saint Michel wird als eines der umfangreichsten, schwierigsten und kostspieligsten Bauprojekte des Mittelalters bezeichnet. Er liegt im Wattenmeer an der Grenze zwischen Normandie und Bretagne und ist von Paris aus in etwa dreieinhalb Stunden zu erreichen. Auf der Straße D275 zwischen Paris und Dinard haben Reisende einen spektakulären Blick über Felder auf den mystischen Berg mit Kloster.

Wer den Berg und die Bucht, die seit 1979 zum „UNESCO Kulturerbe der Menschheit” zählt, aus der Nähe erleben möchte, kann dies zu Fuß tun: Seit 2012 gibt es eine Fußgängerbrücke, die es ermöglicht, die Insel gezeitenunabhängig zu besuchen.

Von Saint-Malo nach Dinard

Eine Straße mit integriertem Gezeitenkraftwerk. Public Domain

Rance-Mündung

Eine Straße mit integriertem Gezeitenkraftwerk.

Eine besondere Route gibt es in der Nordbretagne. Sie führt von der Hafenstadt Saint-Malo zum eleganten Badeort Dinard. Die beiden Städte sind mit einem etwa einen Kilometer langen Damm verbunden, der über die Rance-Mündung führt.

Besonders ist, dass es sich hierbei um ein Gezeitenkraftwerk in Dammbauweise handelt. Hier wird aus Ebbe und Flut elektrische Energie erzeugt. Der Wasserpegel schwankt an dieser Stelle zwei Mal täglich um bis zu acht Meter.

Fährt ein Ausflugsboot durch die Schleuse, wird die Brücke geöffnet und der Straßenverkehr auf dem Damm ruht für einen Augenblick ‒ dann können Reisende den tollen Ausblick auf den Fluss genießen.

Transfogarascher Hochstraße

Die Straße ist nur in den Sommermonaten von Juli bis November befahrbar. Takefreebies on Unsplash

Verbindung zweier Täler

Die Straße ist nur in den Sommermonaten von Juli bis November befahrbar.

Diese 151 Kilometer lange Gebirgsstraße verbindet das Argeș-Tal in der Großen Walachei mit dem Olt-Tal in Siebenbürgen in Rumänien. Sie führt über die transsilvanischen Alpen und erreicht am Bâlea-Pass auf einer Höhe von 2042 Metern ihren höchsten Punkt. Zunächst wurde die Strecke, die vorher nur aus Pfaden und Forstwegen bestand, für militärische Zwecke ausgebaut. Doch sie wurde schnell auch touristisch genutzt.

Teil der Straße ist der Vidraru-Stausee, der durch den gleichnamigen Staudamm begrenzt wird. Hier tummeln sich Wanderer, Fischer- und Ausflugsboote sowie Extremsportler, die beim Bungeejumping von der 168 Meter hohen Staumauer einen Adrenalinkick suchen.

Der Bau der Höhenstraße, die über 830 Brücken und knapp 30 Viadukte führt, hat in den 1970er-Jahren nach Angaben von Zeitzeugen 400 Todesopfer gefordert. Aufgrund der oft schwierigen Wetterlage gilt für die Straße eine Wintersperre von November bis Juli.

Die Atlantikstraße

Auf der Strecke befinden sich viele Angelplätze. Shutterstock

Über Inseln und Schären

Auf der Strecke befinden sich viele Angelplätze.

Etwas mehr als acht Kilometer lang ist die Atlantikstraße. Sie erstreckt sich über acht Brücken sowie über Inseln, Holmen und Schären. Die Strecke ist ein Teil der norwegischen Reichsstraße 64 zwischen den Orten Molde und Kristiansund. Ein beliebter Aussichtspunkt für Fotos ist die Storseisundet Brücke. Sie ist stark geschwungen und sieht aus einer bestimmten Perspektive aus, als würde sie ins Nichts führen.

Die etwa acht Kilometer lange Straße ist Ziel vieler Angler und eine beliebte Touristenattraktion. Sie ist 2005 zu Norwegens „Bauwerk des Jahrhundert“ erklärt worden. Nach ursprünglichen Überlegungen, die bis ins 20. Jahrhundert zurückreichen, sollte anstelle der Straße eine Eisenbahnstrecke gebaut werden.

Europabrücke auf der Brennerautobahn

An der höchsten Stelle geht es fast 200 Meter in die Tiefe. Shutterstock

Kernstück der Autobahn

An der höchsten Stelle geht es fast 200 Meter in die Tiefe.

Als Kernstück der österreichischen Brennerautobahn A 13 zwischen Innsbruck und Italien überspannt die Europabrücke das Wipptal zwischen Patsch und Schönberg im Stubaital. Insgesamt 815 Meter lang ist das Bauwerk, der längste Pfeiler führt fast 200 Meter in die Tiefe. Die höchste Brücke Österreichs ist Gegenstand zahlreicher künstlerischer Darstellungen und ein beliebtes Fotomotiv.

Mehr: Wer mit dem Auto durch europäische Nachbarländer reist, muss meist Autobahngebühren zahlen. Von einem einheitlichen Prozedere kann jedoch keine Rede sein. Ein Überblick.

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