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31.12.2018

09:25

Ein Blick zurück

Was 2018 angesagt war – und unser Lebensgefühl beeinflusste

Cordula Grün und Handyketten, LED-Ballons, Poké oder die Zeitumstellung samt nahendem Cloxit: Ein kleines Szene-ABC des vergangenen Jahres.

Diese Lichter gab es 2018 überall zu sehen – vom Sommerfestival bis zum Weihnachtsmarkt. dpa

Berliner Dom in bunt

Diese Lichter gab es 2018 überall zu sehen – vom Sommerfestival bis zum Weihnachtsmarkt.

BerlinTrends und vor allem Phänomene haben uns auch das vergangene Jahr wieder begleitet. Hier ein Überblick über das, was unser Lebensgefühl 2018 beeinflusst hat – in alphabetischer Reihenfolge:

ABBA: Das angekündigte Mini-Comeback der schwedischen Popband elektrisierte die Musikwelt. „Es war so, als ob die Zeit stillgestanden habe, und wir waren nur für einen kurzen Urlaub weg“, verkündeten die vier Mitglieder von ABBA.

Bildschirmzeit: iOS 12, das aktuelle Betriebssystem von Apple, hat neben anderen Features und Änderungen auch das Tool „Bildschirmzeit“ eingeführt. Überwachung und Begrenzung sind damit möglich. Erkenntnis: Hilfe, ich bin täglich acht Stunden am Handy!

Cordula Grün: Der Wiener Josh. landete mit dieser eigentlich nachdenklichen Ballade – etwas mit Mädchen und Farben – einen Partykracher und den Wiesn-Hit des Jahres.

Drittes Geschlecht: Menschen, die sich weder als Frau oder Mann fühlen, können sich künftig offiziell als „divers“ bezeichnen. Die Regierung kam einer Forderung des Bundesverfassungsgerichts nach.

Eichhörnchen: Berühmt wurde Pippilotta aus Karlsruhe. Die Kleine heftete sich im August dehydriert und so hartnäckig an einen Mann, dass der die Polizei rief. Sonstige Trendtiere des Jahres: Alpakas und Lamas.

Frankfurt am Main: Krankfurt/Bankfurt hat jetzt eine neue Altstadt. Auch der Henninger Turm ist wieder da. Das neue Restaurant Franziska oben im Turm pflegt aber absurden Menü-Sprech: Es gibt „Progressive German Vintage Cuisine“.

Gin Tonic: Der Longdrink-Trend ist langlebig und hielt an. Auch Discounter hatten eine „Gin des Lebens“-Woche mit besonderen Sorten des Wacholderschnapses und der Bitterlimonade Tonic im Angebot.

Handykette: Accessoire des Jahres. Beim smartphone necklace baumelt das Handy in Schutzhülle an einer Schnur brustbeutelmäßig um den Hals. Die Marke der Erfinderin Yara Jentzsch Dib heißt Xouxou Berlin.

Das Accessoire des Jahres, hier von der Marke Xouxou. dpa

Smartphone-Kette

Das Accessoire des Jahres, hier von der Marke Xouxou.

Instagramibility: Wort für Orte, die sich gut für Fotos in sozialen Netzwerken wie Instagram eignen. Viele Jüngere suchen Reiseziele vor allem danach aus. Egal ob in Italien, Spanien, Norwegen oder den USA.

JWD: „Joko Winterscheidts Druckerzeugnis“, neues Personality-Magazin, also eine „Barbara“ für Männer. Auch „Guido“ kam an den Kiosk (Magazin von Guido Maria Kretschmer) sowie „Boa“ (Jérôme Boateng).

Kakigori: Nach rohem Keksteig zum Löffeln war dieses locker flockig geschabte Eis nun plötzlich der Dessert-Trend des Jahres. Heißer, pardon, kalter Trend aus Japan.

LED-Ballons: Utensil, das in diesem Jahr bei allen möglichen Open-Air-Veranstaltungen leuchtete – vom Festival im Sommer bis zum Weihnachtsmarkt im Winter.

#MeTwo: Ein Hashtag, der so ähnlich wie „MeToo“ klingt, sich aber um Alltagsrassismus und seine Ausmaße dreht. Bedeutet „Ich zwei“ und soll darauf hinweisen, dass ein Mensch auch zwei Heimaten haben kann.

„Nanette“: Ein Mitschnitt dieses Comedy-Programms machte via Netflix die lesbische Australierin Hannah Gadsby, die unterhaltsam übers Anderssein spricht, zum Star und brachte Millionen zum Nachdenken.

Ohrwurm: Wer den Ballermann-Song „Mama Laudaaa“ von Almklausi und Specktakel hörte, wurde ihn kaum mehr los. „Wie heißt die Mutter von Niki Lauda? Mama Lauda! Mama Lauda!“ Übrigens: Eigentlich heißt sie Elisabeth.

Poké: Hawaii war 2018 sehr angesagt, modisch-bunt mit Aloha-Wear und beim Food mit dem Fischsalat Poké (übersetzt „geschnitten“). Poké vereint einige Gastro-Trends der letzten Jahre: Bowl, Sushi, Ceviche.

Qual: Die neue EU-Datenschutz-Grundverordnung DSGVO löste im Mai ein Chaos in E-Mail-Postfächern aus und verunsicherte Millionen Menschen in ganz Europa.

Millionen sahen auf Netflix das Comedy-Programm der Komikerin Hannah Gadsby. dpa

„Nanette“

Millionen sahen auf Netflix das Comedy-Programm der Komikerin Hannah Gadsby.

Rap: Im Hip-Hop wird noch ordentlich Geld gemacht. Die Rapper Bonez MC & RAF Camora brachen einige Rekorde. Skandale gab es auch: Hip-Hop-Star Kollegah killte mal eben kurz den Musikpreis Echo.

Sommer: Es war das Jahr des ewigen Sommers, gefühlt von Ostern bis Oktober. So trocken war es selten. Zum Sommerhit gekürt wurde der Partisanenlied-Remix „Bella Ciao“ von El Profesor und (DJ) Hugel.

„Toy“: Dieser Gacker-Ohrwurm ist ein mutmachender Frauensong (Ich bin nicht dein Spielzeug!). Das Lied der israelischen Sängerin Netta gewann im Mai in Lissabon den Eurovision Song Contest.

„Unteilbar“: Riesendemo im Oktober in Berlin, die an Loveparade-Zeiten erinnerte und ein Zeichen gegen Rechtspopulismus setzen wollte. Auch #Wirsindmehr war ein Schlagwort gegen Rassismus.

Viva: Oh, diesen Musiksender gab's noch? Ein Vierteljahrhundert nach seiner Gründung kam das Aus. Viva teilte sich schon seit längerem einen Programmplatz mit der Sendemarke Comedy Central.

Wiederverwendbare To-go-Becher: Der Coffee-to-go-Konsum verursacht jährlich einen Müllberg aus Milliarden Pappbechern. Kommunale Pfandsysteme kamen, Umweltbewusste setzten 2018 auf Mehrwegbecher.

Das X in „Spex“: Nach 38 Jahren wurde das Pop-Magazin „Spex“ eingestellt. Nach 29 Jahren verschwand auch „Groove“ als Printausgabe – und nach 15 Jahren das Nullerjahre-Organ „Neon“ für junge Erwachsene.

Yoga: Verrückte Varianten gibt es immer mehr, sei es Nackt-Yoga, Ziegen-Yoga, Bikram-Yoga oder Hunde-Yoga, auch DOGA (von Dog Yoga) genannt. Dabei krault man ganz simpel den eigenen Vierbeiner.

Zeitumstellung: Ein heiß diskutiertes Thema war in diesem Jahr die Idee der EU-Kommission, die Zeitumstellung (im Sommer eine Stunde vor, im Winter eine Stunde zurück) abzuschaffen. Der Cloxit naht.

2018 stieg die Zahl der ausgefallenen Yoga-Varianten an. Reuters

Hunde-Yoga

2018 stieg die Zahl der ausgefallenen Yoga-Varianten an.

Von

dpa

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