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29.11.2018

00:02

Fernsehjournalismus

Anja Reschke erhält Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis

Die Moderatorin der ARD-Sendung „Panorama“ ist für ihre Arbeit ausgezeichnet worden. Der Sonderpreis ging an das 3sat-Magazin „Kulturzeit“.

Fernsehjournalistin Anja Reschke hält nach ihrer Auszeichnung den Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis in der Hand. Der Preis würdigt seit 1995 jährlich herausragende Leistungen im kritischen Fernsehjournalismus. dpa

Anja Reschke

Fernsehjournalistin Anja Reschke hält nach ihrer Auszeichnung den Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis in der Hand. Der Preis würdigt seit 1995 jährlich herausragende Leistungen im kritischen Fernsehjournalismus.

Hamburg„Panorama“-Moderatorin Anja Reschke hat den diesjährigen Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis für Fernsehjournalismus erhalten. „Für ihren Mut zur Haltung hat sie diesen Preis verdient“, sagte der Literaturkritiker und Laudator Denis Scheck am Mittwoch bei der Verleihung in Hamburg.

Der Preis ist mit 5000 Euro dotiert und nach dem Journalisten und langjährigen „Tagesthemen“-Moderator Hanns Joachim Friedrichs (1927-1995) benannt. Die Auszeichnung wird seit 1995 von einem dafür gegründeten Verein verliehen. Der mit 2500 Euro dotierte Sonderpreis ging an das 3sat-Magazin „Kulturzeit“.

Reschke berichtete, Friedrichs nicht gekannt zu haben. „Als er starb, war ich 23.“ Doch jetzt sei er in ihrem Leben so präsent wie nie. Seit drei Jahren, seit Journalisten öffentlich stärker kritisiert würden, beschäftige sie sich mit Friedrichs Mahnung, sich nicht gemeinzumachen mit einer Sache, „auch nicht mit einer guten“.

Sie habe sich gefragt, ob sie dies könne oder Journalisten dies sollten. „Ich denke, wir müssen uns gemeinmachen mit einer Sache, mit einer guten: unserer Verfassung.“ Nie zuvor seien die Demokratie und die Pressefreiheit so infrage gestellt worden wie heute. „Haltung ist das Gebot der Stunde“, mahnte Reschke.

Die Jury hatte Reschke, die auch das TV-Medienmagazin „Zapp“ moderiert, Haltung ohne Arroganz, Toleranz ohne Beliebigkeit und Stehvermögen ohne Sturheit bescheinigt. In Zeiten, in denen Journalismus unter Lügenverdacht gestellt werde, stärke sie als Chefin der Abteilung für Innenpolitik beim Norddeutschen Rundfunk (NDR) jenen Redaktionen den Rücken, die trotz Gegenwinds der Wahrheit auf der Spur blieben. In diesem Jahr hatte Reschke auch den Hildegard-von-Bingen-Preis für Publizistik sowie in Hamburg den Helmut-Frenz-Preis für „Menschen und Organisationen, die der Menschlichkeit ein mutiges Beispiel geben“ erhalten.

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Aufsehen erregte die Journalistin im August 2015, als sie sich in einem Kommentar der ARD-Nachrichtensendung „Tagesthemen“ gegen ausländerfeindliche Hetze im Internet wandte. Dafür erhielt sie viel Zuspruch, aber auch hasserfüllte Anfeindungen.

Den Sonderpreis für das 3sat-Magazin „Kulturzeit“ sieht die Jury als Ermunterung für ARD und ZDF, Kultursendungen stärker im Programm zu berücksichtigen. Für Laudator Scheck ist das Magazin „die Sendung mit der höchsten Gedanken- und Ideendichte im deutschen Fernsehen“.

Sie nehme den Preis als Ehre und Chance für mehr Kultur im Fernsehen an, sagte Redaktionsleiterin Monika Sandhack. Die Sendung gebe es seit 23 Jahren, die Redaktion sei „ein Kraftwerk, das immerzu glüht“.

Von

dpa

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