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11.10.2018

13:56 Uhr

Kantinenkritik

Bei Hapag-Lloyd kommt nur frischer Fisch auf die Teller

VonChristian Wermke
Quelle:Handelsblatt Magazin

In der Kombüse mit seiner prächtigen Kuppel kommt der Fisch noch direkt vom Hamburger Fischmarkt. Auch sonst wird Wert auf Nachhaltigkeit gelegt.

550 Mahlzeiten werden hier täglich produziert. Verena Brandt für Handelsblatt Magazin

Hapag-Lloyd-Kantine in Hamburg

550 Mahlzeiten werden hier täglich produziert.

HamburgDie hohen Säulen am Eingang der Hapag-Lloyd-Zentrale erinnern an italienische Renaissance-Paläste. Der wahre Schatz des Gebäudes, eröffnet 1903, direkt an der Hamburger Binnenalster, zeigt sich aber erst von innen: Eine große Kuppel krönt die einstige Schalterhalle, in der vor dem Ersten Weltkrieg die gut betuchten Kreuzfahrer Erste-Klasse-Tickets kaufen konnten.

Auf der Empore hängt zeitgenössische Kunst, an der Wand eine Karte mit den alten Frachtrouten der global agierenden Reederei. Seit 1969 ist der lichtdurchflutete Raum Heimathafen der Kantine.

Hier servieren Restaurantmanager Martin Pollex und sein Team täglich bis zu fünf verschiedene Gerichte, eines immer vegetarisch, zweimal die Woche Fisch.

Der Salat kommt vom Büfett, zum Hauptgang gibt es Hausmannskost: weißen Spargel an Sauce hollandaise, dazu geräucherten Schinken und Kartoffeln, perfekt auf den Punkt gekocht – keine Selbstverständlichkeit in deutschen Kantinen. Auch der Joghurt mit Himbeeren ist schmackhaft.

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Seit 16 Jahren arbeitet Pollex hier, erst über den Caterer Aramark, seit 2017 als Angestellter. Für Pollex schließt sich damit der Kreis: Schon mit 23 arbeitete er einige Monate bei Hapag – in der Bordküche des Luxusliners MS Europa.

Heute setzt der 46-Jährige auf einen Mix aus hanseatisch und international. „Bei uns gibt es natürlich Grünkohl und Labskaus. Wir probieren aber auch viel Neues, haben Vital-Bowls eingeführt, kochen asiatisch, auch mal mit Bulgur.“ Die Belegschaft wird immer internationaler und bekommt den Lunch bezuschusst – mit 3,83 Euro. 550 Mahlzeiten werden hier täglich produziert, 1.600 Mitarbeiter hat Hapag an vier Hamburger Standorten.

Nachhaltigkeit ist heute wichtig in der Branche – auch in der Kantine. Das Fleisch kommt überwiegend aus Schleswig-Holstein, der Fisch seit 15 Jahren vom gleichen Hamburger Händler. Demnächst wollen sie hier noch grüner werden: Eine modernere Spülanlage soll her. Es gilt, Wasser und Energie zu sparen.

Dieser Text ist entnommen aus dem Handelsblatt Magazin N°6/2018. Das komplette Handelsblatt Magazin als PDF downloaden – oder gedruckt mit dem Handelsblatt vom 12. Oktober 2018 am Kiosk erwerben.

Foto: Dave Tacon/Laif für Handelsblatt Magazin

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