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06.12.2018

12:30

Kantinenkritik

Bei L'Oréal landet der Zeitgeist auf dem Teller

Von: Thomas Hanke
Quelle:Handelsblatt Magazin

Die Belegschaft von L’Oréal ist zu 70 Prozent weiblich. Was bedeutet das für den Speiseplan in der Kantine? Ein Besuch in der Pariser Zentrale.

Neben einer imposanten Salatbar gibt es auch eine große Fleischtheke mit dem Namen „Beim Metzger“. Arnault de Giron/L‘Oréal

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Neben einer imposanten Salatbar gibt es auch eine große Fleischtheke mit dem Namen „Beim Metzger“.

ParisDer Weltmarktführer für Kosmetik ist ein sehr weibliches Unternehmen. 70 Prozent der Mitarbeiter bei L’Oréal Frankreich sind Frauen. Schlägt sich das auch in der Ausrichtung der Speisen nieder? Küchenchef Bertrand Legris schmunzelt: „Beim Salat sehe ich genauso viele Männer wie Frauen, und die Lammkeule hat ebenso viele weibliche wie männliche Fans.“

Campus-Managerin Isabelle Plouvier meint, dass es eher eine Frage der Generationen sei: Die Jüngeren legten mehr Wert auf leichtes Essen. Mehr als ein Drittel ihrer Kollegen ist Mitte 30. Wer mag, bekommt vom Küchenpersonal detaillierte Informationen über Kalorien und Allergene.

Dem neuen Betreiber Exalt, der erst seit Juli die Kantine bewirtschaftet, hat L’Oréal strikte Vorgaben gemacht: Abwechslungsreich, innovativ, dem Zeitgeist entsprechend soll die Ernährung sein. Küchenchef Legris hält sich über Twitter und Instagram auf dem Laufenden, was angesagt ist.

Aber auch die Klassiker darf er nicht vernachlässigen: Viele Franzosen sind leidenschaftliche Fleischesser. Man sieht es an der Schlange vor der „Beim Metzger“ genannten Theke. Sieben Euro kostet das komplette Menü, ungefähr ein Viertel von dem, was Pariser Standard ist.

Gut 1000 Angestellte speisen hier pro Tag – auf verblüffend hohem Niveau. Sechs wechselnde Essen stehen zur Auswahl, obendrein gibt es eine opulente Salatbar. Für die allein verarbeitet die Mannschaft des Betreibers täglich 150 Kilogramm frisches Obst und Gemüse. Alles wird an Ort und Stelle zubereitet.

In zwei getrennten Räumen kann man Platz nehmen, lebhaft wie in einem Bistro. Wir probieren zum Auftakt einen Spinat-Banane-Kiwi-Smoothie, danach einen knackigen Salat mit Artischocken. Der auf der Haut gebratene Lachs ist perfekt gegart, nicht zu trocken, eine Leistung für eine Großküche. Wer Lust auf einen Kaffee hat, kann den im 16. Stock zu sich nehmen – und dabei den Blick über Paris vom Montmartre bis La Défense genießen.

Foto: Arnault de Giron/L‘Oréal

Dieser Text ist entnommen aus dem Handelsblatt Magazin N°8/2018. Das komplette Handelsblatt Magazin als PDF downloaden – oder gedruckt mit dem Handelsblatt vom 7. Dezember 2018 am Kiosk erwerben.

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