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29.11.2018

11:35

Der große Markt auf Schloss Bensberg.

Weihnachtliches Treiben

Der große Markt auf Schloss Bensberg.

Weihnachtsmärkte

Wo Schlösser und Burgen weihnachtlich glänzen

Von: Claudia Rometsch

Die Zahl der Weihnachtsmärkte steigt von Jahr zu Jahr. Eine feine Alternative zum Rummel in den Städten sind Märkte auf Schlössern und Burgen.

DüsseldorfWeihnachtsmärkte boomen. Auf mittlerweile rund 3000 schätzt der Deutsche Schaustellerbund (DSB) ihre Zahl aktuell: ein Rekord. Der Verband erwartet mehr als 150 Millionen Besucher und Umsätze von deutlich über einer Milliarde Euro. „Weihnachtsmärkte bieten inmitten einer digitalen Welt sinnliche Erlebnisse“, glaubt DSB-Hauptgeschäftsführer Frank Hakelberg.

Vielen Kunden geht der weihnachtliche Buden-Rummel in den Stadtzentren allerdings auch auf die Nerven. Eine Alternative abseits der großen Einkaufsmeilen sind Weihnachtsmärkte auf Schlössern und Burgen. Viele haben den Trend zur winterlichen Nostalgie entdeckt und bieten den Besuchern historisches Adventsflair. Wir stellen einige besonders schöne Schloss-Märkte vor.

Romantisch an der Drachenburg

Hinauf geht's zu Fuß oder mit der Zahnradbahn.

Pünktlich zum ersten Advent beginnt Schloss Drachenburg hoch über dem Rheintal bei Bonn in allen Farben zu leuchten. „Unser Markt steht unter dem Zeichen der Entschleunigung“, sagt Alexandra von dem Brinke von der Schlossverwaltung. Das beginnt bereits mit der Anreise. Das letzte Stück des Weges muss der Besucher entweder zu Fuß erklimmen – oder er steigt in die nostalgische Zahnradbahn, die behäbig den Berg hinaufkriecht. Mit dem Auto vorfahren kann man nicht, denn das Schlösschen liegt im Naturschutzpark Siebengebirge.

Der Weihnachtsmarkt, der an allen vier Adventswochenenden stattfindet, orientiert sich am Stil des 19. Jahrhunderts. Im Inneren empfängt das Schloss die Besucher mit einer Einrichtung aus dem Fin de Siècle, einer festlich gedeckten Tafel und Weihnachtsschmuck aus dieser Epoche. Der Markt im Schlosspark steht unter dem Motto von Charles Dickens „Weihnachtsgeschichte“. Händler und Personal tragen entsprechende Kostüme.

Und auch die Attraktionen sollen das Flair von Jahrmärkten des 19. Jahrhunderts wiederbeleben: In diesem Jahr bietet eine Wahrsagerin ihre Dienste an und es gibt ein Panoptikum, also ein Wachsfigurenkabinett, zu sehen. Rund 50 Händler bieten im Park regionale Spezialitäten und Kunsthandwerk an.

Königlich auf Burg Hohenzollern

Ein Marktplatz auch im Inneren.

Während die meisten Weihnachtsmärkte auf Schloss-Höfen oder in Parks stattfinden, wird die Burg Hohenzollern in Baden Württemberg an den ersten beiden Adventswochenenden auch im Inneren zum Marktplatz. In der Stammbaumhalle oder im Grafensaal bieten Händler Schmuck, Spielzeug, Accessoires oder Delikatessen an. Dazu wird ein musikalisches Programm von der Kammermusik bis zum Kosakenchor dargeboten. Für Kinder kommen Märchenerzähler und es gibt abendliche Laternenumzüge.

Die Burg, die Stammsitz des preußischen Königshauses ist, liegt malerisch auf einem Berg. Die Anreise können Besucher auch hier in einem nostalgischen Verkehrsmittel zurücklegen: Der Schienenbus „Roter Flitzer“ bringt die Gäste von Mühlacker über Ludwigsburg und Stuttgart-Untertürkheim an den Fuß der Burg. Von Stuttgart oder Pforzheim aus gibt es an den Markttagen auch eine Busverbindung.

Nordisch in Glücksburg

Jedes Wochenende ein anderes Märchen.

Im hohen Norden lädt das Wasserschloss Glücksburg bei Flensburg zu einer „Märchenweihnacht“. Jedes der vier Adventswochenenden steht unter dem Motto eines anderen Märchens, etwa „Frau Holle“ oder „Sterntaler“. Vor allem für Kinder gibt es ein breites Angebot. Sie können in einer Wichtelwerkstatt basteln, Lebkuchenhäuser backen oder das Weihnachtspostamt besuchen.

Für die Erwachsenen bieten rund 100 Aussteller regionales Kunsthandwerk und Spezialitäten wie etwa Delikatessen von Holsteiner Höfen oder von der Hallig. Die Besucher können vielen Handwerkern bei der Arbeit über die Schulter sehen. Die musikalische Untermalung ist maritim: Unter anderem singt ein Shanty-Chor.

Edel auf Schloss Bensberg

Unikate statt Massenware.

An den erlesenen Geschmack richtet sich der „Unikat-Weihnachtsmarkt“ auf Schloss Bensberg in Bergisch-Gladbach. Vor dem Schlosshotel bieten 90 Aussteller am dritten Adventswochenende ausschließlich handgemachte Waren an. „Wir legen Wert auf Unikate. Bei uns gibt es keine Massenware“, betont Katharina Lauterbach vom Hotel Schloss Bensberg. Neben den bergischen Fachwerkhütten gibt es auch eine „Concept Store Meile“. Dort bieten Designer, Künstler und Kunsthandwerker ihre Produkte an.

Dazu gehören etwa Schmuck, handgefertigte Brillengestelle, Kunstwerke, geschnitzte Krippen oder handgefertigte Hüte. Für Kinder gibt es sonntags Puppentheater. Gegen den Hunger werden rustikale Speisen wie Schlossbratwurst oder Wildgulasch aus der Sternegastronomie des Hotels serviert. Parkplätze gibt es am Schloss nur wenige. Anreisen lässt sich allerdings mit der Straßenbahn ab dem Kölner Neumarkt. Wer vorab Eintrittskarten für den Weihnachtsmarkt kauft, bekommt die Bahnfahrt gratis.

Unterhaltsam in der Festung Königstein

Großes kulturelles Begleitprogramm.

Der Weihnachtsmarkt auf der Festung Königstein in der Sächsischen Schweiz ist bekannt für sein umfangreiches kulturelles Begleitprogramm. Unter dem Motto „Fanfaire – Unterhaltung wie vor 100 Jahren“ findet auf zwei Bühnen ein Programm mit Musik, Schauspiel und Artistik statt. Künstler präsentieren etwa Lieder im Stil der 20er Jahre oder Luftakrobatik. Außerdem gibt es ein Filmprogramm, unter anderem mit märchenhaften Scherenschnittfilmen aus den 20ern.

Kinder können Geschenke basteln, Stockbrot backen, Ponys reiten, Märchen lauschen, Karussell fahren oder Puppentheater anschauen. Anreisen lässt sich von Dresden aus in etwa einer Stunde mit der S-Bahn. Mit einem vorab gekauften Eintrittsticket zum Markt fahren Familien kostenlos mit der Bahn.

Das Internet-Portal Deutsche Weihnachtsmärkte listet viele weitere nostalgische Märkte im gesamten Bundesgebiet.

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