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Schmöker, Ratgeber, Abenteuer

Die schönsten Bücher für den Gabentisch

Von: Carina Kontio

Wir stellen Ihnen einige lesenswerte Neuerscheinungen vor, die unterm Weihnachtsbaum nicht fehlen sollten.

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Ein Buch, bei dem man als Leser will, dass es gar kein Ende hat. Dass es nie aufhört, so sehr werden einem die Figuren vertraut und wachsen einem ans Herzen. Mariana Leky schreibt so klar und intensiv, dass man Gefahr läuft, das Buch in einem Rutsch zu lesen. "Was man von hier aus sehen kann" handelt von Liebe und Tod, von Freundschaft und Schicksal und ist einer der besten Romane, der in diesem Jahr erschienen ist. Mein Lieblingssatz: "Ich versuche übrigens die ganze Zeit, dich nicht zu küssen." (Foto: Dumont)

Was man von hier aus sehen kann

Ein Buch, bei dem man als Leser will, dass es gar kein Ende hat. Dass es nie aufhört, so sehr werden einem die Figuren vertraut und wachsen einem ans Herzen. Mariana Leky schreibt so klar und intensiv, dass man Gefahr läuft, das Buch in einem Rutsch zu lesen. "Was man von hier aus sehen kann" handelt von Liebe und Tod, von Freundschaft und Schicksal und ist einer der besten Romane, der in diesem Jahr erschienen ist. Mein Lieblingssatz: "Ich versuche übrigens die ganze Zeit, dich nicht zu küssen."
(Foto: Dumont)

Ich kann wirklich von Glück reden, dass mir ein guter Freund dieses Buch von Chloe Benjamin geschenkt hat - gerade in dem Moment, als ich Mariana Leky ausgelesen hatte. In "Die Unsterblichen" geht es um die vier Geschwister Simon, Klara, Daniel und Varya und die Frage, wer ein erfüllteres Leben führt: der, der Risiken eingeht - oder der, der vorsichtig ist? Sie besuchen mit ihrem zusammengesparten Taschengeld eine mysteriöse Wahrsagerin, die jedem Menschen den Tag seines Todes vorhersagen kann. Eine wunderbare Familiengeschichte, die 1969 in New York ihren Anfang nimmt und einen nicht mehr los lässt. Wie würden Sie leben, wenn Sie wüssten, an welchem Tag Sie sterben? (Foto: btb)

Die Unsterblichen

Ich kann wirklich von Glück reden, dass mir ein guter Freund dieses Buch von Chloe Benjamin geschenkt hat - gerade in dem Moment, als ich Mariana Leky ausgelesen hatte. In "Die Unsterblichen" geht es um die vier Geschwister Simon, Klara, Daniel und Varya und die Frage, wer ein erfüllteres Leben führt: der, der Risiken eingeht - oder der, der vorsichtig ist? Sie besuchen mit ihrem zusammengesparten Taschengeld eine mysteriöse Wahrsagerin, die jedem Menschen den Tag seines Todes vorhersagen kann. Eine wunderbare Familiengeschichte, die 1969 in New York ihren Anfang nimmt und einen nicht mehr los lässt. Wie würden Sie leben, wenn Sie wüssten, an welchem Tag Sie sterben?

(Foto: btb)

Genauso magisch und herzzerbrechend ist "Und es schmilzt" von der niederländischen Autorin Lize Spit. Ein ergreifendes Buch, das alles gibt und alles verlangt. Eine Geschichte über eine junge Frau, auf der Suche nach der Wurzel all ihrer aufgestauten Traurigkeit. So kehrt sie, dreizehn Jahre nach dem Sommer, an den sie nie wieder zu denken wagte, zurück in ihr Dorf - mit einem großen Eisblock im Kofferraum. Gnadenlos, erbarmungslos und irre spannend. (Foto: S.Fischer)

Und es schmilzt

Genauso magisch und herzzerbrechend ist "Und es schmilzt" von der niederländischen Autorin Lize Spit. Ein ergreifendes Buch, das alles gibt und alles verlangt. Eine Geschichte über eine junge Frau, auf der Suche nach der Wurzel all ihrer aufgestauten Traurigkeit. So kehrt sie, dreizehn Jahre nach dem Sommer, an den sie nie wieder zu denken wagte, zurück in ihr Dorf - mit einem großen Eisblock im Kofferraum. Gnadenlos, erbarmungslos und irre spannend.
(Foto: S.Fischer)

Der Wiener Robert Seethaler ist ein vielfach ausgezeichneter Schriftsteller und versteht es, große Literatur auf kleinstem Raum unter zu bringen. Seine Bücher sind nie dicke Wälzer und doch verbirgt sich darin stets eine wohltuende und feinsinnige Tiefe. In seinem neuen Buch "Das Feld" geht es um das, was sich nicht fassen lässt. Es ist ein Buch der Menschenleben, jedes ganz anders, jedes mit anderen verbunden. Sie fügen sich zum Roman einer kleinen Stadt und zu einem Bild menschlicher Koexistenz. Wer seiner oder einer anderen Seele eine Freude machen will, der schenke dieses Buch. (Foto: Hanser Berlin)

Das Feld

Der Wiener Robert Seethaler ist ein vielfach ausgezeichneter Schriftsteller und versteht es, große Literatur auf kleinstem Raum unter zu bringen. Seine Bücher sind nie dicke Wälzer und doch verbirgt sich darin stets eine wohltuende und feinsinnige Tiefe. In seinem neuen Buch "Das Feld" geht es um das, was sich nicht fassen lässt. Es ist ein Buch der Menschenleben, jedes ganz anders, jedes mit anderen verbunden. Sie fügen sich zum Roman einer kleinen Stadt und zu einem Bild menschlicher Koexistenz. Wer seiner oder einer anderen Seele eine Freude machen will, der schenke dieses Buch.

(Foto: Hanser Berlin)

Ein Buch voller emotionaler Wucht kommt in diesem Jahr von Kathrin Weßling. Eine beeindruckende junge Autorin, die mich schon 2012 faszinierte mit ihrem Roman "Drüberleben - Depressionen sind doch kein Grund, traurig zu sein." In "Super, und dir?" geht es um eine 31 Jahre alte Frau, die versucht, in ihrem ersten richtigen Job perfekt zu sein und den Schein zu wahren, obwohl es ihr in Wahrheit richtig beschissen geht. So schlecht, dass ich über mehrere Seiten schockiert gewesen bin, so wuchtig und erbarmungslos beschreibt Kathrin Weßling die Zustände und Zerrissenheiten und Eskapaden ihrer Protagonistin Marlene Beckmann. Die immer weiter ihre Grenzen überschreitet, weiter und weiter macht, bis sie vor lauter Überstunden kein Privatleben mehr hat. Bis in einer gnadenlosen Welt der Ersetzbarkeit alles in sich zusammen fällt. Denn um dem ständigen Druck standhalten und den eigenen Erwartungen gerecht werden zu können, ruft Marlene immer öfter ihren Dealer an. Bis ihr die Kontrolle schließlich ganz entgleitet und sie in einen Strudel aus Abhängigkeit und Selbstzerstörung gerät. Brutal, schockierend und verdammt gut. (Foto: Ullstein)

Super, und dir?

Ein Buch voller emotionaler Wucht kommt in diesem Jahr von Kathrin Weßling. Eine beeindruckende junge Autorin, die mich schon 2012 faszinierte mit ihrem Roman "Drüberleben - Depressionen sind doch kein Grund, traurig zu sein." In "Super, und dir?" geht es um eine 31 Jahre alte Frau, die versucht, in ihrem ersten richtigen Job perfekt zu sein und den Schein zu wahren, obwohl es ihr in Wahrheit richtig beschissen geht. So schlecht, dass ich über mehrere Seiten schockiert gewesen bin, so wuchtig und erbarmungslos beschreibt Kathrin Weßling die Zustände und Zerrissenheiten und Eskapaden ihrer Protagonistin Marlene Beckmann. Die immer weiter ihre Grenzen überschreitet, weiter und weiter macht, bis sie vor lauter Überstunden kein Privatleben mehr hat. Bis in einer gnadenlosen Welt der Ersetzbarkeit alles in sich zusammen fällt. Denn um dem ständigen Druck standhalten und den eigenen Erwartungen gerecht werden zu können, ruft Marlene immer öfter ihren Dealer an. Bis ihr die Kontrolle schließlich ganz entgleitet und sie in einen Strudel aus Abhängigkeit und Selbstzerstörung gerät. Brutal, schockierend und verdammt gut.
(Foto: Ullstein)

Bewegend und mutig schreibt Franziska Seyboldt in "Rattatatam, mein Herz" von ihrem Leben mit Panikattacken. Millionen von Menschen kämpfen sich mit dieser Erkrankung und der daraus resultierenden Angst vor der Angst durchs Leben und sind wahre Meister im Ausredenerfinden geworden, notgedrungen. Kaum jemand spricht darüber. Ein Buch voller kluger und weiser Sätze: "Stress ist keine Währung, die für jeden den gleichen Wert hat" oder: "Ich bin an einem Punkt, an dem mir das Leben nicht mehr passt. Und weil es so eng ist wie ein eingelaufenes T-Shirt, habe ich keine Ahnung, wie ich es je wieder ausziehen soll." Sätze, die uns sehr gut veranschaulichen, was es bedeutet, permanent unfassbar viel Angst zu haben. Ein so ehrliches wie wichtiges Buch von der Suche nach den Ursachen einer Angst, die jeden treffen kann. (Foto: Kiepenheuer & Witsch)

Rattatam, mein Herz

Bewegend und mutig schreibt Franziska Seyboldt in "Rattatatam, mein Herz" von ihrem Leben mit Panikattacken. Millionen von Menschen kämpfen sich mit dieser Erkrankung und der daraus resultierenden Angst vor der Angst durchs Leben und sind wahre Meister im Ausredenerfinden geworden, notgedrungen. Kaum jemand spricht darüber. Ein Buch voller kluger und weiser Sätze: "Stress ist keine Währung, die für jeden den gleichen Wert hat" oder: "Ich bin an einem Punkt, an dem mir das Leben nicht mehr passt. Und weil es so eng ist wie ein eingelaufenes T-Shirt, habe ich keine Ahnung, wie ich es je wieder ausziehen soll." Sätze, die uns sehr gut veranschaulichen, was es bedeutet, permanent unfassbar viel Angst zu haben. Ein so ehrliches wie wichtiges Buch von der Suche nach den Ursachen einer Angst, die jeden treffen kann.
(Foto: Kiepenheuer & Witsch)

Nehmen Sie sich vor diesem Buch in Acht, denn es ist die allertraurigste Geschichte von allen. Es geht um den 13-jährgen Claude, dessen Eltern sich getrennt und buchstäblich eine Mauer durch die Wohnung gezogen haben. Dann lernt Claude den serbischen Taxifahrer kennen, der eine Schublade voller falscher Ausweise und Schnaps hat und Geschichten wie kein zweiter erzählen kann. Claude, der sogar ein Mädchen und die ganz große Liebe kennenlernt, auf seinem harten Lebensweg zu begleiten tut weh und ist todtraurig. Aber zugleich ist "Der Junge bekommt das Gute zuletzt" auch eine der schönsten Geschichten über die Liebe, Freundschaft und - vielleicht das wichtigste überhaupt - Hoffnung. (Foto: Rowohlt)

Der Junge bekommt das gute zuletzt

Nehmen Sie sich vor diesem Buch in Acht, denn es ist die allertraurigste Geschichte von allen. Es geht um den 13-jährgen Claude, dessen Eltern sich getrennt und buchstäblich eine Mauer durch die Wohnung gezogen haben. Dann lernt Claude den serbischen Taxifahrer kennen, der eine Schublade voller falscher Ausweise und Schnaps hat und Geschichten wie kein zweiter erzählen kann. Claude, der sogar ein Mädchen und die ganz große Liebe kennenlernt, auf seinem harten Lebensweg zu begleiten tut weh und ist todtraurig. Aber zugleich ist "Der Junge bekommt das Gute zuletzt" auch eine der schönsten Geschichten über die Liebe, Freundschaft und - vielleicht das wichtigste überhaupt - Hoffnung.

(Foto: Rowohlt)

Édouard Louis erzählt, inspiriert von seiner eigenen Geschichte, Eddys Aufbruch in ein neues Leben. Heraus aus einer unerträglichen Kindheit. Louis tut das in dem schmalen Büchlein mit einer unglaublichen Sprachgewalt, die mich lange nicht mehr losgelassen hat. Ein ganz herzzerreissender und starker Roman, der mit diesen Worten beginnt: "An meine Kindheit habe ich keine einzige glückliche Erinnerung. Das soll nicht heißen, ich hätte in all den Jahren niemals Glück oder Freude empfunden. Aber das Leiden ist totalitär: Es eliminiert alles, was nicht in sein System passt." (Foto: S. Fischer)

Das Ende von Eddy

Édouard Louis erzählt, inspiriert von seiner eigenen Geschichte, Eddys Aufbruch in ein neues Leben. Heraus aus einer unerträglichen Kindheit. Louis tut das in dem schmalen Büchlein mit einer unglaublichen Sprachgewalt, die mich lange nicht mehr losgelassen hat. Ein ganz herzzerreissender und starker Roman, der mit diesen Worten beginnt: "An meine Kindheit habe ich keine einzige glückliche Erinnerung. Das soll nicht heißen, ich hätte in all den Jahren niemals Glück oder Freude empfunden. Aber das Leiden ist totalitär: Es eliminiert alles, was nicht in sein System passt."

(Foto: S. Fischer)

In "Sie mich an" geht es um eine Frau, für die plötzlich nichts mehr ist, wie es war. Sie hat ein Geheimnis, ist auf Entzug, was Berührungen angeht, denn mit ihrem Mann führt sie seit über einem Jahr nur eine Wochenendbeziehung. Natürlich stellt sie da der Besuch eines früheren Studienfreundes vor emotionale Herausforderungen und dann steht irgendwann alles auf dem Spiel: ihre Ehe, die Familie, das ganze Leben. Mein Lieblingssatz von Mareike Krügel: "...und jedes Mal bin ich überrascht, beschämt und ein ganz kleines bisschen erfreut, weil es Dinge in meinem Leben zu geben scheint, die gleich bleiben, und vielleicht sogar eine Art inneren Kern meiner selbst, der sich aus alter Zeit erhalten hat und in mir fortlebt. Ich bin nicht in allen Bereichen meines Lebens eine andere geworden. Es gibt mich noch." Ein schönes und lakonisches Buch so wie ein zärtliches Gefühl. (Foto: Piper)

Sieh mich an

In "Sie mich an" geht es um eine Frau, für die plötzlich nichts mehr ist, wie es war. Sie hat ein Geheimnis, ist auf Entzug, was Berührungen angeht, denn mit ihrem Mann führt sie seit über einem Jahr nur eine Wochenendbeziehung. Natürlich stellt sie da der Besuch eines früheren Studienfreundes vor emotionale Herausforderungen und dann steht irgendwann alles auf dem Spiel: ihre Ehe, die Familie, das ganze Leben. Mein Lieblingssatz von Mareike Krügel: "...und jedes Mal bin ich überrascht, beschämt und ein ganz kleines bisschen erfreut, weil es Dinge in meinem Leben zu geben scheint, die gleich bleiben, und vielleicht sogar eine Art inneren Kern meiner selbst, der sich aus alter Zeit erhalten hat und in mir fortlebt. Ich bin nicht in allen Bereichen meines Lebens eine andere geworden. Es gibt mich noch." Ein schönes und lakonisches Buch so wie ein zärtliches Gefühl.
(Foto: Piper)

Im Klappentext heißt es: "Mal mit funkelndem Witz, mal tief berührend und stets mit großer Empathie erzählt Meg Wolitzer von Macht in all ihren Facetten, von Feminismus, Liebe und Loyalität und beweist sich als hellwache Beobachterin unserer Zeit." Ich bin wirklich nicht faul, glauben Sie mir, aber besser könnte ich dieses grandiose Buch jetzt auch nicht mehr beschreiben. Mich hat "Das Weibliche Prinzip" noch lange nach der Lektüre beschäftigt, weil es auch in mir wichtige Themen berührt und Fragen offen gelassen hat, die nur ein jeder für sich selbst beantworten kann. (Foto: Dumont)

Das weibliche Prinzip

Im Klappentext heißt es: "Mal mit funkelndem Witz, mal tief berührend und stets mit großer Empathie erzählt Meg Wolitzer von Macht in all ihren Facetten, von Feminismus, Liebe und Loyalität und beweist sich als hellwache Beobachterin unserer Zeit." Ich bin wirklich nicht faul, glauben Sie mir, aber besser könnte ich dieses grandiose Buch jetzt auch nicht mehr beschreiben. Mich hat "Das Weibliche Prinzip" noch lange nach der Lektüre beschäftigt, weil es auch in mir wichtige Themen berührt und Fragen offen gelassen hat, die nur ein jeder für sich selbst beantworten kann.
(Foto: Dumont)

Dieses Buch hat mich zunächst interessiert wegen des intensiven Covers - ich habe "Sieben Nächte" also gekauft, ohne auf den Inhalt zu schauen und mich überraschen lassen. Bekommen habe ich ein Buch, das sich wie ein nicht enden wollender Rausch anfühlt. Ein junger Mann hat Angst, erwachsen zu werden und soll sieben Mal um sieben Uhr einer der sieben Todsünden begegnen. Er muss gierig, hochmütig und wollüstig sein, sich von einem Hochhaus stürzen, den Glauben und jedes Maß verlieren. Lieblingssatz: "Die Angst, zu verlieren, was ich schon habe, und nicht zu bekommen, was ich noch will." (Foto: Aufbau Verlag)

Sieben Nächte

Dieses Buch hat mich zunächst interessiert wegen des intensiven Covers - ich habe "Sieben Nächte" also gekauft, ohne auf den Inhalt zu schauen und mich überraschen lassen. Bekommen habe ich ein Buch, das sich wie ein nicht enden wollender Rausch anfühlt. Ein junger Mann hat Angst, erwachsen zu werden und soll sieben Mal um sieben Uhr einer der sieben Todsünden begegnen. Er muss gierig, hochmütig und wollüstig sein, sich von einem Hochhaus stürzen, den Glauben und jedes Maß verlieren. Lieblingssatz: "Die Angst, zu verlieren, was ich schon habe, und nicht zu bekommen, was ich noch will."
(Foto: Aufbau Verlag)

In "Bergeners" erzählt der Norweger Tomas Espedal in intimen und unmittelbaren Erzählungen, Anekdoten, Gedichten und Notizen von seiner tiefen Sehnsucht nach seinem Heimatort, vom Reisen, Leben und dem Schreiben darüber. Wenn Sie mit den faszinierenden Büchern von seinem Freund Karl Ove Knausgård etwas anfangen können, sind Sie auch bei Espedal gut aufgehoben. Gleichwohl muss ich als Frau kritisieren, dass Frauen bei Espedal stets ein Objekt der Begierde und der Sehnsucht sind und für meinen Geschmack immer auch ein bisschen zu viel Alkohol im Spiel ist. (Foto: Matthes & Seitz Berlin)

Bergeners

In "Bergeners" erzählt der Norweger Tomas Espedal in intimen und unmittelbaren Erzählungen, Anekdoten, Gedichten und Notizen von seiner tiefen Sehnsucht nach seinem Heimatort, vom Reisen, Leben und dem Schreiben darüber. Wenn Sie mit den faszinierenden Büchern von seinem Freund Karl Ove Knausgård etwas anfangen können, sind Sie auch bei Espedal gut aufgehoben. Gleichwohl muss ich als Frau kritisieren, dass Frauen bei Espedal stets ein Objekt der Begierde und der Sehnsucht sind und für meinen Geschmack immer auch ein bisschen zu viel Alkohol im Spiel ist.
(Foto: Matthes & Seitz Berlin)

Wenn Sie jetzt weiter klicken, finden Sie die Bücher, die ich im vergangenen Jahr für besonders lesenswert befunden und beschrieben habe. (Photo by Thought Catalog on Unsplash)

Bücher für die Seele

Wenn Sie jetzt weiter klicken, finden Sie die Bücher, die ich im vergangenen Jahr für besonders lesenswert befunden und beschrieben habe.
(Photo by Thought Catalog on Unsplash)

Zugegeben: „Ein wenig Leben“ ist kein Buch, in das man sofort reinkommt. Aber es lohnt sich definitiv, dran zu bleiben, denn die Autorin Hanya Yanagihara hat einen Roman abgeliefert, der Ihnen so schnell nicht wieder aus dem Kopf gehen wird. Die Geschichte tut streckenweise richtig weh, so schwer sind das Leid und das Trauma zu ertragen, das einer der Protagonisten, Jude, erfahren musste. Über allem aber thront die Liebe und die lebenslange Freundschaft zwischen vier Männern, die sich am College kennengelernt haben. Und irgendwann will man nicht, dass dieses dicke Buch, dieses Epos, das sich an die dunkelsten Orte begibt, an die Literatur sich wagen kann, jemals aufhört. (Foto: Hanser Berlin)

Ein wenig Leben

Zugegeben: „Ein wenig Leben“ ist kein Buch, in das man sofort reinkommt. Aber es lohnt sich definitiv, dran zu bleiben, denn die Autorin Hanya Yanagihara hat einen Roman abgeliefert, der Ihnen so schnell nicht wieder aus dem Kopf gehen wird. Die Geschichte tut streckenweise richtig weh, so schwer sind das Leid und das Trauma zu ertragen, das einer der Protagonisten, Jude, erfahren musste. Über allem aber thront die Liebe und die lebenslange Freundschaft zwischen vier Männern, die sich am College kennengelernt haben. Und irgendwann will man nicht, dass dieses dicke Buch, dieses Epos, das sich an die dunkelsten Orte begibt, an die Literatur sich wagen kann, jemals aufhört.

(Foto: Hanser Berlin)

Mit „Sechszehn Wörter“ hat die junge Autorin Nava Ebrahimi einen poetischen Debütroman über Heimat(en), Identität und Integration abgeliefert, der so klug wie beeindruckend ist, weil er es überhaupt nicht nötig hat, den moralischen Zeigefinger zu erhaben. Ebrahimis Hauptfigur Mona reist zur Beerdigung ihrer Großmutter in den Iran (hier hat die Autorin, die in Deutschland aufgewachsen ist und heute in Österreich lebt, selbst ihre Wurzeln), das Rückflugticket nach Deutschland schon in der Tasche. Trotz dieser eigentlich sehr kurzen Reise in die Vergangenheit der eigenen Familie wird die Begegnung mit der eigenen Kultur heftig und intensiv. Mona muss ertragen, dass die Kultur ihres Herkunftslandes Iran und ihrer Heimat Deutschland in Vielem unvereinbar scheinen. Wie sie diesen diesen Widerspruch lebt, davon handelt der scharfsinnige und einzigartige Roman „Sechszehn Wörter“. (Foto: btb/Randomhouse)

Sechzehn Wörter

Mit „Sechszehn Wörter“ hat die junge Autorin Nava Ebrahimi einen poetischen Debütroman über Heimat(en), Identität und Integration abgeliefert, der so klug wie beeindruckend ist, weil er es überhaupt nicht nötig hat, den moralischen Zeigefinger zu erhaben. Ebrahimis Hauptfigur Mona reist zur Beerdigung ihrer Großmutter in den Iran (hier hat die Autorin, die in Deutschland aufgewachsen ist und heute in Österreich lebt, selbst ihre Wurzeln), das Rückflugticket nach Deutschland schon in der Tasche. Trotz dieser eigentlich sehr kurzen Reise in die Vergangenheit der eigenen Familie wird die Begegnung mit der eigenen Kultur heftig und intensiv. Mona muss ertragen, dass die Kultur ihres Herkunftslandes Iran und ihrer Heimat Deutschland in Vielem unvereinbar scheinen. Wie sie diesen diesen Widerspruch lebt, davon handelt der scharfsinnige und einzigartige Roman „Sechszehn Wörter“.
(Foto: btb/Randomhouse)

Ein ganz besonderer Erzählband und ein großes Lesevergnügen für die dunkle Jahreszeit kommt aus dem Lübbe-Verlag. Der Winter ist eine besondere Jahreszeit im Norden – eine Zeit, die Schnee, Eis und Kälte, aber auch Naturerlebnisse, Zurückgezogenheit und Muße mit sich bringt. Das „Winterbuch“ spiegelt all dies wider und versammelt mit feinem Humor und einem guten Maß an Melancholie viele der beliebtesten Erzählungen der finnischen Autorin der Mumin-Bücher – warmherzige Bilder vom Kindsein, vom Erwachsenwerden und von den Mühen und Freuden des Alters. (Foto: Lübbe)

Winterbuch

Ein ganz besonderer Erzählband und ein großes Lesevergnügen für die dunkle Jahreszeit kommt aus dem Lübbe-Verlag. Der Winter ist eine besondere Jahreszeit im Norden – eine Zeit, die Schnee, Eis und Kälte, aber auch Naturerlebnisse, Zurückgezogenheit und Muße mit sich bringt. Das „Winterbuch“ spiegelt all dies wider und versammelt mit feinem Humor und einem guten Maß an Melancholie viele der beliebtesten Erzählungen der finnischen Autorin der Mumin-Bücher – warmherzige Bilder vom Kindsein, vom Erwachsenwerden und von den Mühen und Freuden des Alters.
(Foto: Lübbe)

Der Bestseller-Autor Karl Ove Knausgård gilt als wichtigster norwegischer Autor der Gegenwart. Die Romane seines sechsbändigen, monumentalen autobiographischen Projektes wurden weltweit zur literarischen Sensation. In „Im Herbst“ (Luchterhand) schreibt Knausgård nun eine Liebeserklärung an das Leben und die Familie. Mit Briefen an eine ungeborene Tochter und Betrachtungen über den Herbst. „Im Herbst“ ist der erste Teil einer - wie könnte es anders sein - aus vier Bänden bestehenden Reihe... (Foto: Luchterhand)

Im Herbst

Der Bestseller-Autor Karl Ove Knausgård gilt als wichtigster norwegischer Autor der Gegenwart. Die Romane seines sechsbändigen, monumentalen autobiographischen Projektes wurden weltweit zur literarischen Sensation. In „Im Herbst“ (Luchterhand) schreibt Knausgård nun eine Liebeserklärung an das Leben und die Familie. Mit Briefen an eine ungeborene Tochter und Betrachtungen über den Herbst. „Im Herbst“ ist der erste Teil einer - wie könnte es anders sein - aus vier Bänden bestehenden Reihe...
(Foto: Luchterhand)

....und da die Bücher von Knausgård eine regelrecht sogartige Wirkung entfalten, raten ich Ihnen direkt dazu, sich gleich auch mit dem zweiten Teil „Im Winter“ einzudecken. Enthalten: Briefe an die neue ungeborene Tochter, Essays über Weihnachten und den Schnee, das Licht am Winterhimmel und ein Feuerwerk zwischen den Jahren. Eine wunderschöne und großartige Lobeshymne auf das Leben und vor allem auf die Liebe. Damit kann man das literarische Jahr 2017 doch beenden, oder? Ich wünsche Ihnen eine gute Lektüre. (Foto: Luchterhand)

Im Winter

....und da die Bücher von Knausgård eine regelrecht sogartige Wirkung entfalten, raten ich Ihnen direkt dazu, sich gleich auch mit dem zweiten Teil „Im Winter“ einzudecken. Enthalten: Briefe an die neue ungeborene Tochter, Essays über Weihnachten und den Schnee, das Licht am Winterhimmel und ein Feuerwerk zwischen den Jahren. Eine wunderschöne und großartige Lobeshymne auf das Leben und vor allem auf die Liebe. Damit kann man das literarische Jahr 2017 doch beenden, oder? Ich wünsche Ihnen eine gute Lektüre.
(Foto: Luchterhand)

Der Autor Thomas Melle (Jahrgang 1975) leidet seit vielen Jahren an der manisch-depressiven Erkrankung, auch bipolare Störung genannt. In seinem Buch „Die Welt im Rücken“ erzählt er davon, erzählt von persönlichen Dramen und langsamer Besserung – und gibt einen außergewöhnlichen Einblick in das, was in einem Erkrankten so vorgeht. Die fesselnde Chronik eines zerrissenen Lebens, ein autobiografisch radikales Werk von höchster literarischer Kraft. Aber Vorsicht: Die Lektüre ist kein Zuckerschlecken! Aber das hier ist große Literatur, die ich auch jedem „gesunden“ Menschen wärmstens empfehlen kann, denn sie schärft unseren Blick für die Zerbrechlichkeit der menschlichen Existenz. (Foto: Rowohlt)

Die Welt im Rücken

Der Autor Thomas Melle (Jahrgang 1975) leidet seit vielen Jahren an der manisch-depressiven Erkrankung, auch bipolare Störung genannt. In seinem Buch „Die Welt im Rücken“ erzählt er davon, erzählt von persönlichen Dramen und langsamer Besserung – und gibt einen außergewöhnlichen Einblick in das, was in einem Erkrankten so vorgeht. Die fesselnde Chronik eines zerrissenen Lebens, ein autobiografisch radikales Werk von höchster literarischer Kraft. Aber Vorsicht: Die Lektüre ist kein Zuckerschlecken! Aber das hier ist große Literatur, die ich auch jedem „gesunden“ Menschen wärmstens empfehlen kann, denn sie schärft unseren Blick für die Zerbrechlichkeit der menschlichen Existenz.
(Foto: Rowohlt)

Aber was passiert eigentlich, wenn wir aufhören, dem großen Glück hinterherzulaufen? Das ist das spannende Thema von Victoria Bindrum in „Das geflügelte Nilpferd“, die der Meinung ist, dass die Jagd nach dem großen Glück unserem Leben im Weg steht. Denn sobald der erste Freudentaumel verflogen ist, fühlen wir uns bald wieder genauso wie vorher. Und so kann unsere Glückssuche auch unheimlich enttäuschend und kräftezehrend sein. Ein kluges und einfühlsames Buch, das ich sehr gerne gelesen habe. (Foto: Lübbe)

Das geflügelte Nilpferd

Aber was passiert eigentlich, wenn wir aufhören, dem großen Glück hinterherzulaufen? Das ist das spannende Thema von Victoria Bindrum in „Das geflügelte Nilpferd“, die der Meinung ist, dass die Jagd nach dem großen Glück unserem Leben im Weg steht. Denn sobald der erste Freudentaumel verflogen ist, fühlen wir uns bald wieder genauso wie vorher. Und so kann unsere Glückssuche auch unheimlich enttäuschend und kräftezehrend sein. Ein kluges und einfühlsames Buch, das ich sehr gerne gelesen habe.
(Foto: Lübbe)

Na, sind Sie glücklich mit Ihrem Job? Auf diese einfache Frage eine klare Antwort zu geben, dürfte den meisten von uns wohl eher schwer fallen... Gerade wenn es um den Beruf geht, schwanken wir oft zwischen Freude und Disziplin, Ehrgeiz und Überforderung. Doch glücklich sein kann man lernen, meint Isabell Prophet – es hat uns nur noch niemand gezeigt, wie. Die Autorin analysiert und erklärt fundiert und unterhaltsam in ihrem Buch „Die Entdeckung des Glücks“, welche Weichen wir stellen müssen, um glücklich in unserem Tun zu werden. Sneak Preview: „Zufriedenheit ist das Gefühl, dass am Ende eines ätzenden Monats mit genervten Kollegen und zu viel Zeitdruck wenigstens genügend Schmerzensgeld auf dem Konto landet. Glück ist mehr.“ (Foto: Mosaik)

Die Entdeckung des Glücks

Na, sind Sie glücklich mit Ihrem Job? Auf diese einfache Frage eine klare Antwort zu geben, dürfte den meisten von uns wohl eher schwer fallen... Gerade wenn es um den Beruf geht, schwanken wir oft zwischen Freude und Disziplin, Ehrgeiz und Überforderung. Doch glücklich sein kann man lernen, meint Isabell Prophet – es hat uns nur noch niemand gezeigt, wie. Die Autorin analysiert und erklärt fundiert und unterhaltsam in ihrem Buch „Die Entdeckung des Glücks“, welche Weichen wir stellen müssen, um glücklich in unserem Tun zu werden. Sneak Preview: „Zufriedenheit ist das Gefühl, dass am Ende eines ätzenden Monats mit genervten Kollegen und zu viel Zeitdruck wenigstens genügend Schmerzensgeld auf dem Konto landet. Glück ist mehr.“

(Foto: Mosaik)

Ein Buch, das ohne Zweifel politische Symbolkraft hat: „Die Hauptstadt“ von Robert Menasse (erschienen bei Suhrkamp). Der österreichische Autor hat für sein sehr vielschichtiges Werk selbst vor Ort in Brüssel über die EU-Bürokratie recherchiert und dafür in diesem Jahr den Deutschen Buchpreis erhalten. Die Leser erwartet ein ironischer Gesellschaftsroman mit Krimi-Elementen, der anhand zahlreicher Figuren und Erzählstränge ein schillerndes Panorama der europäischen Eliten entwirft. (Foto: Suhrkamp)

Die Hauptstadt

Ein Buch, das ohne Zweifel politische Symbolkraft hat: „Die Hauptstadt“ von Robert Menasse (erschienen bei Suhrkamp). Der österreichische Autor hat für sein sehr vielschichtiges Werk selbst vor Ort in Brüssel über die EU-Bürokratie recherchiert und dafür in diesem Jahr den Deutschen Buchpreis erhalten. Die Leser erwartet ein ironischer Gesellschaftsroman mit Krimi-Elementen, der anhand zahlreicher Figuren und Erzählstränge ein schillerndes Panorama der europäischen Eliten entwirft.
(Foto: Suhrkamp)

Auch Ueli Steck schreibt über seine beeindruckenden und fesselnden Erfahrungen in den Bergen. In „Der nächste Schritt“ (Malik) schildert er seine Rückschläge und Einsichten und beschreibt anschaulich, wie er wieder Motivation fand und seine Trainingsmethoden optimierte. Er zählte zu den bekanntesten Profibergsteigern der Welt - schon mit 17 beherrschte er den 9. Schwierigkeitsgrad im Klettern. Als Achtzehnjähriger durchstieg er die Eiger-Nordwand, dann im Montblanc-Massiv den berühmten Bonatti-Pfeiler. Im Sommer 2015 bestieg er alle 82 Viertausender der Alpen. Zuletzt plante er die Everest-Lhotse-Überschreitung, doch Ueli Steck verunglückte am 30. April 2017 tödlich. (Foto: Malik)

Der nächste Schritt

Auch Ueli Steck schreibt über seine beeindruckenden und fesselnden Erfahrungen in den Bergen. In „Der nächste Schritt“ (Malik) schildert er seine Rückschläge und Einsichten und beschreibt anschaulich, wie er wieder Motivation fand und seine Trainingsmethoden optimierte. Er zählte zu den bekanntesten Profibergsteigern der Welt - schon mit 17 beherrschte er den 9. Schwierigkeitsgrad im Klettern. Als Achtzehnjähriger durchstieg er die Eiger-Nordwand, dann im Montblanc-Massiv den berühmten Bonatti-Pfeiler. Im Sommer 2015 bestieg er alle 82 Viertausender der Alpen. Zuletzt plante er die Everest-Lhotse-Überschreitung, doch Ueli Steck verunglückte am 30. April 2017 tödlich.
(Foto: Malik)

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