Handelsblatt App
Jetzt 4 Wochen für 1 € Alle Inhalte in einer App
Anzeigen Öffnen
MenüZurück
Wird geladen.

21.03.2019

10:00

Kantinenkritik

HSBC-Banker gehen zum Speisen in den Keller

Von: Christian Wermke
Quelle:Handelsblatt Magazin

Bei der deutschen Dependance der Großbank HSBC in Düsseldorf essen die Mitarbeiter unter der Erde. Ein ganz besonderes Erlebnis auf der Königsallee.

220 Plätze gibt es, 500 Essen gehen Tag für Tag über die Theke. Michael Englert für Handelsblatt Magazin

Die HSBC-Kantine

220 Plätze gibt es, 500 Essen gehen Tag für Tag über die Theke.

Düsseldorf Markus Cordes hat Erfahrung in Konzernküchen: 37 Jahre ist er schon beim Kantinenbetreiber Eurest, 25 davon hat er Vorstände bekocht, etwa bei Eon Ruhrgas und der Commerzbank.

Doch seit Mai 2018 arbeitet der 56-Jährige in einem Düsseldorfer Keller. Genauer gesagt: im Untergeschoss der deutschen HSBC-Zentrale, die an der mondänen Shoppingmeile Königsallee liegt.

Anderthalb Jahre war das Betriebsrestaurant der Bank geschlossen. Seit Mai 2017 ist es wieder offen – und nun viel heller, einladender, gemütlicher.

Das liegt auch am Rhein, der sich auf Fotos an der Wand entlangschlängelt. Der Künstler Stephan Kaluza fotografierte den Fluss von der Quelle bis zur Mündung, machte alle 80 Meter ein Bild.

Am Ende setzte er die 21449 Fotos zusammen. Im HSBC-Keller ist der Abschnitt bei Freiburg zu sehen.

Obendrein wurde hier ein aufwendiges Lichtkonzept mit schicken Lampen installiert, das schon Designpreise gewonnen hat und vergessen lässt, dass hier unten nie die Sonne scheint.

220 Plätze gibt es, 500 Essen am Tag gehen über die Theke. Im direkten Umkreis sind 1.000 Mitarbeiter beschäftigt. Der Carlsplatz, ein täglicher Markt mit Essensständen, ist nicht weit. Trotzdem: „Wenn es nur ein bisschen nieselt, ist es hier rappelvoll“, sagt Cordes.

Currywurst gibt es alle 14 Tage, Schnitzel jede Woche. Frischen Salat kann man sich selbst zusammenstellen. Freitags steht Fisch auf dem Plan, genau wie beim Testessen: Der in Eihülle gebratene Seelachs schmeckt frisch, die Kartoffeln sind auf den Punkt gekocht, der Schokopudding nicht zu süß. Zwischen 3,30 und 3,80 Euro kosten die bezuschussten Gerichte.

Die Salate kommen aus dem Rheinland, das Fleisch von einer lokalen Metzgerei. Für den Kaffee danach gibt es ein Café mit viel Tageslicht im Erdgeschoss. Im „Dallucci“ kostet der Espresso 15 Cent – handgemacht vom Barista an der Siebträgermaschine. Oft schauen Passanten neidisch durch die Fensterscheiben. Der Grund: Im Café gegenüber kostet die Koffein-Infusion mehr als das Zehnfache.

Foto: Michael Englert für Handelsblatt Magazin

Dieser Text ist entnommen aus dem Handelsblatt Magazin N°2/2019. Das komplette Handelsblatt Magazin als PDF downloaden – oder gedruckt mit dem Handelsblatt vom 22. März 2019 am Kiosk erwerben.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×