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11.08.2022

16:16

Asiatika

Ende einer Händlerdynastie: Die Privatsammlung Rousset wird versteigert

Von: Olga Grimm-Weissert

Das Auktionshaus Bonhams Cornette de Saint Cyr versteigert die private Asiatika-Kollektion von Robert Rousset. Der angesehene Geschäftsmann hatte Galerien in Paris und New York.

Für den ausdrucksstarken Kopf aus der Nördlichen Qi-Dynastie (550–577) werden 200.000 bis 300.000 Euro erwartet. Bonhams Cornette de Saint Cyr

Großer Steinkopf eines Buddha Bodhisattva

Für den ausdrucksstarken Kopf aus der Nördlichen Qi-Dynastie (550–577) werden 200.000 bis 300.000 Euro erwartet.

Paris Die Händlerdynastie Rousset betrieb fast neunzig Jahre lang die Pariser Galerie „Compagnie de la Chine et des Indes“. Am 25./26. Oktober versteigert Bonhams Cornette de Saint Cyr in Paris die Privatsammlung Rousset mit Asiatika. Bonhams hatte, wie berichtet, kürzlich den Pariser Versteigerer Cornette de Saint Cyr übernommen und baut dessen Asiatika-Abteilung weiter aus.

Die „Collection Robert und Jean-Pierre Rousset“ umfasst rund 300 Lose mit chinesischen Werken, sehr guten Khmer-Statuen, asiatischen Möbeln und sogar einigen afrikanischen Masken. Die Taxen liegen zwischen 8000 und 1,5 Millionen Euro.

Der selbst von seinen Konkurrenten sehr geschätzte Gründer der Händlerfamilie, Robert Rousset (1901–1982), erwarb die ursprünglich auf dekorative Objekte spezialisierte Galerie „Compagnie de la Chine et des Indes“ im Jahr 1935. Von seinen Reisen nach China, Tibet, Nepal, Kambodscha, Indien, Thailand und Birma brachte der Marine-Techniker immer mehr antike Stücke mit.

1946 übertrug Rousset seiner Schwester Suzanne den Betrieb der Pariser Galerie und gründete eine Filiale in New York. Robert Rousset war besonders für seine Objekte aus Khmer-Porzellan bekannt.

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    Nach der Schließung der Galerie 2021 lässt der 66-jährige Mike Winter-Rousset alle Objekte versteigern, die sich noch in der Wohnung seines Adoptivvaters Jean-Pierre Rousset (1936-2021) befanden. Obwohl Mike Winter-Rousset fast dreißig Jahre lang in der Galerie mitarbeitete, bleibt sein Name im Hintergrund. Vermutlich aus Marketing-Gründen legt er den Fokus auf den Firmengründer, Robert Rousset und dessen Neffen, Jean-Pierre Rousset.

    Der Buddha aus der Jin-Dynastie (1125–1234) ist mit 1 bis 1,5 Millionen Euro taxiert. Bonhams Cornette de Saint Cyr

    Buddha-Statue „Bodhisattva“ aus Holz

    Der Buddha aus der Jin-Dynastie (1125–1234) ist mit 1 bis 1,5 Millionen Euro taxiert.

    Herausragende Lose sind: eine Buddha-Statue „Bodhisattva“ aus Holz aus der Jin-Dynastie (1125–1234), die mit 1 bis 1,5 Millionen Euro taxiert ist. Ein ausdrucksstarker Steinkopf eines Buddha „Bodhisattva“ aus der Nördlichen Qi-Dynastie (550–577) soll 200.000 bis 300.000 Euro einbringen. Bei der leicht beschädigten archaischen Bronze-Vase der Form „Fang Hu“ (zirka 10. bis 9. Jahrhundert v. Chr.), liegt die Taxe zwischen 120.000 und 180.000 Euro.

    Für einen Tisch aus dem seltenen schimmerndem „Huanghuali“-Hartholz mit gravierter Steinplatte aus der Ming-Dynastie (16. Jahrhundert) werden mindestens 150.000 Euro erwartet. Spezialisten erzählen, dass früher noch mehr sehr gute Stücke zur Sammlung zählten.
    Doch bereits im März 2021 hatte Cornette de Saint Cyr eine dreitägige Auktion mit Beständen aus der Familie Rousset organisiert. Und schon am 15. Oktober 2020 hatte eine Nichte von Robert Rousset Erbstücke bei Cornette de Saint Cyr versteigern lassen.

    Die besten Objekte der aktuellen Einlieferung waren Anfang August bei Bonhams in Hongkong ausgestellt. Vom 18. bis 24. Oktober lassen sich sämtliche Objekte im Pariser Stadtpalais von Bonhams Cornette de Saint Cyr in der Avenue Hoche Nr. 6 begutachten.

    Mehr: Asiatika-Auktionen bei Nagel, Koller und Lempertz: Chinesische Sammler interessieren sich für buddhistische Objekte

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