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04.11.2021

17:19

Auktion

Auktionshaus Scheublein: Fundquelle für außerordentliche Objekte

Von: Susanne Schreiber

Das Münchener Auktionshaus Scheublein wartet am 3. Dezember mit originellen Losen auf. Zum Aufruf kommen silberne Krabben und ein Verkaufsstand mit „Bärendreck“.

Die Rückenpanzer der dosenartigen Objekte lassen sich öffnen. Die Augen sind aus Koralle. Scheublein

Krabbenset des Mailänder Juwelierhauses Buccellati

Die Rückenpanzer der dosenartigen Objekte lassen sich öffnen. Die Augen sind aus Koralle.

Düsseldorf Auktionshäuser, insbesondere die kleineren, sind für Kunstfreunde Orte überraschender Entdeckungen. Der Münchener Versteigerer Scheublein wird am 3. Dezember eine Reihe von außergewöhnlichen Objekten aufrufen. Wer auf wenige Mitbieter stößt, kann sie zu günstigen Preisen erwerben.

Ein Tisch wird dem zur Tafel, der Salzschälchen aus Silber in Form von Krabben hinstellt. Der Satz mit vier größeren Krabben und das Set aus acht kleineren Krabben sind jeweils auf 1.500 Euro geschätzt. Gefertigt hat die dosenartigen Objekte mit Rückenpanzern, die sich öffnen lassen, und mit Augen aus Korallen das Mailänder Juwelierhaus Buccellati.

Buccellati steht für kostbare Geschmeide und ab 1955 auch für Silberobjekte. Wenn bei Tisch nicht über Politik oder Religion gesprochen werden sollte, bot die Tafelzier ein willkommenes Gesprächsthema unter Sitznachbarn, die sich noch nicht kannten. „Conversation pieces“ nennen die Engländer solch ein unverfängliches Gesprächsangebot.

Schön anzuschauen sind auch 40 Spazierstöcke. Mit ihnen setzten vor 150 Jahren Gentlemen und Dandys Statements. Ihr Knauf ist oft eine kleine Skulptur: Sei es ein Memento-Mori-Totenkopf oder eine Jagdszene, ein Fabelwesen oder eine erotische Darstellung. Die Schätzpreise liegen hier zwischen 120 und 600 Euro.

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    Humorvoll charakterisierte Meissens Meister-Modelleur Johann Joachim Kaendler die 16 Musiker seiner „Affenkappelle“. Auktionator Michael Scheublein setzt die heiter-ironische Gruppe mit 5000 Euro an.

    Verkaufsstand im Miniaturformat des Nürnberger Lebkuchen- und Zuckerwarenfabrikanten Karl Bär. Sein Lakritz hieß im Volksmund „Bärendreck“. Scheublein

    Historisches Spielzeug

    Verkaufsstand im Miniaturformat des Nürnberger Lebkuchen- und Zuckerwarenfabrikanten Karl Bär. Sein Lakritz hieß im Volksmund „Bärendreck“.

    Kleine Gemälde auf Kupfertafeln haben ganz besondere Leuchtkraft und Ausstrahlung. So auch eine „Anbetungsszene mit Hirten“. Sie wird inzwischen der vierten Generation der großen flämischen Malerfamilie Francken zugeschrieben. Kostenpunkt für das liebevoll ausgestattet weihnachtliche Thema: Etwa 12.000 Euro.

    Aber auch raffinierter Schmuck, eine Sammlung feiner Bordeaux-Weine und historisches Spielzeug finden sich in der Offerte. An die Nürnberger Lebkuchen- und Zuckerwarenfabrik Karl Bär erinnert ein Verkaufsstand im Miniaturformat mit einem Ladenschild für „Zucker-Bär“ und etlichen Lebkuchendosen, der auf 1700 Euro taxiert ist.

    Firmengründer Karl Bär war erfinderisch und hatte sich unter anderem Lakritze patentieren lassen: im Volksmund vieldeutig „Bärendreck“ genannt.

    Mehr: Kunstauktionen bei Karl & Faber: Der Mittelmarkt spielt seine Stärken aus

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