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30.06.2022

12:43

Auktion

Sammlung Deutsche Bank: Fortgesetzter Ausverkauf in London

Von: Stephanie Dieckvoss

Schritt für Schritt löst die Deutsche Bank ihre Sammlung zur Klassischen Moderne auf. Soeben kamen bei Christie’s in London 19 Werke unter den Hammer.

Der zu Lebzeiten des Künstlers entstandene Steinguss ging bei nur einem Gebot für 176.000 Pfund an einen Telefonbieter. Christie's Images Ltd.

Wilhelm Lehmbruck „Weiblicher Torso (Große Stehende)“

Der zu Lebzeiten des Künstlers entstandene Steinguss ging bei nur einem Gebot für 176.000 Pfund an einen Telefonbieter.

London Der Ausverkauf der Klassischen Moderne aus der Sammlung der Deutschen Bank geht weiter. In der Tagauktion mit Kunst des Impressionismus und der Moderne kamen bei Christie’s in London am 29. Juni 19 Lose mit moderner Kunst zum Aufruf. Schon seit 2020 verkauft die Bank die Arbeiten, die laut Sammlungsleiter Friedhelm Hütte nicht mehr in das Sammlungskonzept der Bank passen. Das Unternehmen konzentriert sich stattdessen auf junge aufstrebende Kunst.

Für seine Kollektion mit deutscher Moderne ist der Finanzdienstleister seit Jahrzehnten bekannt. Neben Privatverkäufen, wie dem Gemälde „Faust“ von Gerhard Richter, das 2020 für gemunkelte 100 Millionen Dollar in New York privat verkauft wurde, löste im selben Jahr das Münchener Auktionshaus Ketterer Teile der Sammlung auf. Seitdem bietet Christie’s in jeder Saison zwischen zehn und 20 Arbeiten aus der Sammlung an, teilweise in Paris, aber vor allem in London.

Mit dieser Tröpfelstrategie hat das Haus bisher wohl mehr als 50 Arbeiten mit einem Gesamterlös von 6,3 Millionen Pfund verkauft, ohne dass die Presse davon erfuhr. Im Allgemeinen handelt es sich um eher Mischware, vor allem um Papierarbeiten von Künstlern wie Wassily Kandinsky, Kurt Schwitters oder Emil Nolde.

Aber auch Skulpturen wurden versteigert, wie zum Beispiel Ernst Barlachs „Schwangere“, die im März vergangenen Jahres 623.000 Pfund erbrachte. Die Schätzung lag bei 350.000 bis 550.000 Pfund. Noch bis 2024 sollen insgesamt um die 200 Arbeiten im internationalen Handel verkauft werden.

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    Höhepunkt des Londoner Angebots war nun der „Weibliche Torso (Große Stehende)“ von Wilhelm Lehmbruck. Der zu Lebzeiten des Künstlers entstandene Steinguss ging bei nur einem Gebot für 176.000 Pfund an einen Telefonbieter. Der Preis erscheint gut. Es kommen allerdings nur selten große Figuren und zu Lebzeiten gegossene Werke des früh verstorbenen Bildhauers auf den Markt, sodass es schwierig ist, Vergleiche zu ziehen.

    Für das Ölgemälde wurden 75.600 Pfund geboten (Taxe 50.000 bis 80.000 Pfund). Christie's Images Ltd.

    Adolf Hölzel „Komposition (Anbetung Hl. Ursula)“

    Für das Ölgemälde wurden 75.600 Pfund geboten (Taxe 50.000 bis 80.000 Pfund).

    Besonders begehrt war ein Aquarell von Oskar Schlemmer. „Sitzende nach Links“ hatte drei Bieter, die den Preis des kleinen Blatts auf 202.000 Pfund hochtrieben. Die Taxe belief sich auf 90.000 bis 150.000 Pfund. Zwei deutsche Onlinebieter trugen einen Wettbewerb um eine undatierte, surreal anmutende Landschaft von Karl Schmidt-Rottluff aus, den ein Frankfurter Bieter gewann. Er zahlt 33.000 Pfund für die Papierarbeit, das Doppelte der Schätzung.

    Unverkauft blieb einzig eine recht hoch geschätzte Papierarbeit von Alfred Kubin. Bei 85.000 Pfund ging die Arbeit zurück. Insgesamt zog das Konvolut vor allem Internetgebote aus Deutschland an. Man könnte sich somit fragen, warum nicht gleich ein deutsches Haus mit dem Verkauf beauftragt worden war.

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