Handelsblatt App
Jetzt 4 Wochen für 1 € Alle Inhalte in einer App
Anzeigen Öffnen
MenüZurück
Wird geladen.

26.05.2022

12:15

Illegaler Antikenhandel

Justiz: Louvre-Mitarbeiter angeklagt

Von: Olga Grimm-Weissert

Die französische Justiz hat führende Mitarbeiter des Louvre verhört und den Ex-Generaldirektor angeklagt. Es geht um mutmaßlich illegal ausgeführte Objekte, die für den Louvre Abu Dhabi erworben wurden.

Der Archäologe war bis Ende August 2021 Generaldirektor des Louvre. Hadi Mizban; AP

Jean-Luc Martinez

Der Archäologe war bis Ende August 2021 Generaldirektor des Louvre.

Paris Ein Untersuchungsrichter hat diese Woche bei Ermittlungen wegen illegalen Antikenhandels drei hochrangige Personen in der Untersuchungshaft vernommen und Anklage gegen Jean-Luc Martinez erhoben. Dies berichtete zuerst die Wochenzeitung „Le Canard enchaîné“.

Jean-Luc Martinez, bis Ende August 2021 Generaldirektor des Louvre, Vincent Rondot, Leiter der Ägypten-Abteilung im Louvre und ein Ägyptologe am Collège de France seien mutmaßlich bei den Ankäufen des Louvre Abu Dhabi nicht achtsam genug gewesen. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Eine Stele aus dem Tutenchamun-Grab kaufte der Louvre Abu Dhabi 2016 für 8 Millionen Euro mit vier weiteren Objekten. Der jeweilige Leiter des Louvre gehört zur Ankaufskommission für den Louvre Abu Dhabi.

Die Rolle von Martinez muss untersucht werden, da die Justiz vermutet, die Objekte seien illegal ausgeführt und mit falschen Provenienzen verkauft worden. Als Archäologe für die griechische Antike war Martinez zwar kein Spezialist, aber er könnte dennoch mitverantwortlich sein.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Ein Ägyptologe der Universität Montpellier informierte bereits 2019, dass die Ausfuhr der Stele aus Ägypten bereits in den 1930er-Jahren auf einen Bremer Marine-Kapitän zurückgehen könnte. Dass ein Hamburger Händler vor zwei Monaten in dieser Sache in Paris verhört werden sollte, passt dazu.

    Pikanterweise hatte Jean-Luc Martinez 2015 einen Bericht mit Vorschlägen zum „Schutz des Kulturguts der Menschheit“ verfasst. Dort wies er darauf hin, dass geraubte Objekte oft erst Jahrzehnte später mit gefälschten Herkunftsdokumenten auf den Markt kommen.

    Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

    Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

    Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

    ×