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19.05.2022

15:49

Kunstmessen

In Paris dreht sich alles um die Handzeichnung

Von: Olga Grimm-Weissert

Mehrere Messen locken die Freunde der Zeichenkunst nach Paris. Das Hintergrundwissen liefern 40 Spezialausstellungen.

Dies ist der temperamentvolle Versuch, eine Komposition mit fünf Fluss-Personifikationen anzulegen. 45.000 Euro veranschlagt die Galerie Talabardon et Gautier für die vorbereitende Zeichnung. Galerie Talabardon et Gautier

Salvator Rosa

Dies ist der temperamentvolle Versuch, eine Komposition mit fünf Fluss-Personifikationen anzulegen. 45.000 Euro veranschlagt die Galerie Talabardon et Gautier für die vorbereitende Zeichnung.

Paris Weltzentrum für Handzeichnungen ist die Seine-Stadt diese Woche: der „Salon du Dessin“, die Messe für Zeichnungen von Altmeistern bis zur Gegenwart, feiert die 30. Ausgabe bis 23. Mai in der Alten Börse. Die 15. „Drawing Now Art Fair“ läuft bis 22. Mai im Carreau du Temple; und kleinere Satellitenmessen umkreisen diese beiden Fixpunkte.

Diese Vielfalt und die „Zeichnungswoche“ mit rund 40 Spezialausstellungen ziehen endlich wieder die begehrten amerikanischen Museumskäufer an, zu denen zahlreiche Italiener und einige Deutsche kommen.

Der Salon du Dessin ist aus Platzgründen auf 39 Aussteller beschränkt. Aus Deutschland kommen Arnoldi-Livie, Martin Moeller und Grässle-Härb-Nuti.

Martin Grässle verkaufte sofort ein erstklassiges Frauenporträt von Egon Schiele. Moeller wartet mit einem Aquarellporträt einer dunkelhaarigen Frau von Emil Nolde auf. Arnoldi-Livie bietet eine Federzeichnung von Pablo Picasso. Ein Aquarell von Wols kostet 120.000 Euro.

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    Da drei junge italienische Galeristen erstmals am „Salon“ teilnehmen, entdeckt man viele italienische Zeichnungen des 16. und 17. Jahrhunderts von weniger bekannten Künstlern. Die Pariser Tophändler Jean-Luc Baroni und Marty de Cambiaire offerieren die Darstellung eines „Basilisken“ von Jusepe de Ribera. Sie war ursprünglich Salvatore Rosa zugeschrieben. Rosa taucht an einigen Ständen auf: bei Stephen Ongpin und Pandora Old Masters, beide aus London, sowie bei Talabardon & Gautier aus Paris.

    Das hochformatige, 1891 entstandende Blatt hat die Galerie Arnoldi-Livie im Angebot. Galerie Arnoldi-Livie

    Ferdinand Hodler „Enttäuschte Seele“

    Das hochformatige, 1891 entstandende Blatt hat die Galerie Arnoldi-Livie im Angebot.

    Entwürfe von französischen Malern des 17. und 18. Jahrhunderts bilden wieder ein starkes Segment. Tänzerinnen oder sich kämmende Frauen von Edgar Degas gibt es in diversen Formaten bei einigen Galeristen. Hélène Bailly punktet preislich mit einem großen Blatt von ca. 1,3 Millionen Euro. Zwei US-Museen hätten es gerne als Leihgabe.

    Die sofortigen Transaktionen im Preisbereich von 100.000 bis 400.000 Euro bewiesen die energische Kaufbereitschaft der Sammler dieser Edelmesse.

    Das Sammlerpaar Daniel & Florence Guerlain verlieh auf dem Salon den „15. Prix de dessin“ an Olga Tschernyschewa aus Moskau. Finanziell gefördert werden auch die für den Preis nominierten Künstler Chloe Piene und die Brüder Gert und Uwe Tobias.

    Surrealismus dominiert auf der „Drawing Now“

    Unter den 72 Galeristen der „Drawing Now“ dominiert der Surrealismus. Die US-Künstlerin Ruth Marten (Galerie Van der Grinten, Köln) ließ sich von den Collagen von Max Ernst inspirieren. Die ironische Afghanin Kubra Khademi zeigt freizügig entblätterte Damen (Eric Mouchet, Paris), während die in Deutschland lebende Sandra Vasquez de la Horra mit spitz(findig)em Bleistift Eros und Thanatos huldigt (Bendana-Pinel Art Contemporain, Paris).

    Organisatorin Christine Phal erhielt den „Französisch-Deutschen Preis der kulturellen und kreativen Sektoren“ für ihre systematischen Anstrengungen, deutsche Galerien auf der Messe einzubinden.

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