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15.09.2022

18:10

Marketing auf dem Kunstmarkt

Sotheby's magische Formel

Von: Barbara Kutscher

Sotheby’s hat ein neues Format eingeführt. Mit „Artist’s Choice“ verschafft sich das Auktionshaus einen Kanal für atelierfrische Kunst.

Ein Werk der Künstlerin kommt von ihrer Galerie Jeffrey Deitch, die als experimentierfreudige Galerie im Mittelmarkt gilt (Ausschnitt). Martin Parsekian

Kennedy Yanko

Ein Werk der Künstlerin kommt von ihrer Galerie Jeffrey Deitch, die als experimentierfreudige Galerie im Mittelmarkt gilt (Ausschnitt).

New York Nun wird Sotheby’s auch in den Primärmarkt einsteigen. In der hippen New Yorker Auktion „Contemporary Curated“ bieten am 30. September sieben gefragte Talente erstmals ihre studiofrischen Werke an. Die Schätzpreise bewegen sich zwischen 15.000 und 120.000 Dollar. 

Mit dem „Artist’s Choice“ genannten neuen Format soll Künstler und Künstlerinnen und ihren Galerien die Gelegenheit geboten werden, selbst eine aktive Rolle beim Aufbau ihres Marktes zu spielen. Die Künstler werden mit der Aussicht gelockt, dass 15 Prozent des Hammerpreises, gemeinsam von Sotheby’s, dem Künstler und der Galerie gezahlt, einer wohltätigen Organisation ihrer Wahl zugeführt werden.

Der Fotograf Todd Gray etwa kündigte an, damit seine Künstlerresidenz Sedabuda School in Ghana zu unterstützen, die Bildhauerin Kennedy Yanko will sich mit „Free a Girl“ gegen internationale Kinderprostitution engagieren. 

Künftig könnten sogar alle Live- und Online-Auktionen mit „Artist’s Choice“ bespielt werden. „Wir glauben, da eine magische Formel gefunden zu haben, einen Kanal, der nicht nur maßgeschneidert für Galerien und Künstler ist, sondern auch für Sammler, die Zugang zu einigen der anspruchsvollsten Werke suchen, die heute geschaffen werden“, so Noah Horowitz, Sotheby's „Worldwide Head of Gallery & Private Dealer Services“.

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    Die neue Rolle wurde dem promovierten Kunsthistoriker mit Erfahrung im Bankwesen geradezu auf den Leib geschneidert. Horowitz heuerte überraschend im vergangenen Herbst beim Versteigerer an. Zuletzt hatte der erfahrene Messechef sechs Jahre lang als „Director for the Americas“ die Kunstmesse Art Basel Miami Beach geleitet. 

    Die Zusammenarbeit mit Händlern ist nichts Neues für das Auktionshaus. Während der Pandemie wurden Galerien durch „Sotheby’s Gallery Network“ unterstützt.

    Eskalierende Kosten für Galerien

    Horowitz trat an, um spezifische Bedürfnisse zu adressieren, etwa in Liquiditätskrisen durch eilige Kredite zu helfen. Im April hatte er sich auf dem Symposium „Talking Galleries New York“ in die Karten sehen lassen: „Die Kosten für Galerien eskalieren stetig; es müssen Erwerbungen gemacht und Programme unterhalten werden. Nicht jeder ist gut kapitalisiert. Wir können da schnell helfen, im Haus bewerten und auch verkaufen.“

    Die erste Ausgabe von „Artist’s Choice“ bestreiten experimentierfreudige Galerien im Mittelmarkt: Almine Rech (Alexandre Lenoir und Vaugh Spann), Jeffrey Deitch (Kennedy Yanko), David Lewis (Todd Gray), Casey Kaplan (Kevin Beasley), Mother’s Tankstation (Atsushi Kaga) und Nicodim Gallery (Katherina Olschbaur).

    Kollegen sehen das Engagement durchaus positiv. „Mit Noah Horowitz, einem Marktkenner mit sehr tiefem Verständnis unserer Bedürfnisse, könnte das neue Modell funktionieren“, so Anne-Claudie Coric, Geschäftsführerin der Galerie Templon zum Handelsblatt.

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