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14.07.2022

12:50

Messe

Monte Carlo: Kunst für den wohlsituierten Sammler

Von: Olga Grimm-Weissert

Die 6. Kunstmesse „artmonte-carlo“ in Monaco umgarnt Kunstfreunde mit bekannten Namen und originellen Solo-Präsentationen jüngerer Kunst.

Die 193 Gallery bereitet der kenianischen Fotografin eine Soloschau (Ausschnitt aus einem Hochformat). 193 Gallery

Thandiwe Muriu „CAMO 38”

Die 193 Gallery bereitet der kenianischen Fotografin eine Soloschau (Ausschnitt aus einem Hochformat).

Monte Carlo Von Jahr zu Jahr wird das kulturelle Umfeld in Monaco für die Kunstmesse „artmonte-carlo“ günstiger. Die sechste Ausgabe vereint bis 16. Juli im Grimaldi Forum 40 Galeristen und wird von diversen Kunstveranstaltungen umrahmt.

Die Julia Stoschek Collection zeigt sieben Videos aus ihrer enormen Sammlung in einem Fabrik-ähnlichen Saal. Die Ausstellung des Schuhmachers Christian Louboutin „Exhibition(niste)“ betört durch ihre aufwendige, fantasievolle Präsentation von Kunst- und Schuhwerk. Im monegassischen Museum NMNM sieht man Helmut Newtons in Monaco und Umgebung aufgenommene Fotos. An mehreren Orten der Stadt stellt das Auktionshaus Artcurial Skulpturen auf.

Die Kunstmesse hält diesmal ein geschicktes Gleichgewicht zwischen zeitgenössischer Kunst und dem sogenannten „Zweitmarkt“. Diesen bedient zum Beispiel der Leiter der monegassischen Galerie Retelet, der an lokale Investoren verkauft, die ihre Vermögenswerte diversifizieren möchten und auf sichere Werte setzen wie etwa Bilder von Sam Francis, Peter Halley oder Férnand Leger.

Unter den Zeitgenossen fällt Angela Bulloch bei Esther Schipper aus Berlin auf. Ihre Serie „Pentagon Totem Opal“ von 2022 entdeckt man am Stand für 72.000 Euro und auch draußen auf der Piazza vor dem Eingang. Bei Kamel Mennour aus Paris und London springen die Skulpturen und Papierarbeiten von Camille Henrot ins Auge. Erstere kosten um 90.000 Euro.

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    Die Galeristin Almine Rech, im Zivilleben Madame Ruiz Picasso, legt den Fokus auf ein Gemälde von Allen Jones, „Now or Never“ von 2019. Das passt, denn der Meisterschuhmacher Christian Louboutin stellt den Pop-Künstler Jones in seiner Schau besonders heraus.

    Zu sehen sind Arbeiten von Ann Veronica Janssens, Liam Gillick, Angela Bulloch und Isa Melsheimer (v.l.n.r.). Sebastiano Pellion di Persano / VG Bild-Kunst, Bonn 2022 (1)

    Bei Esther Schipper

    Zu sehen sind Arbeiten von Ann Veronica Janssens, Liam Gillick, Angela Bulloch und Isa Melsheimer (v.l.n.r.).

    Einen lockeren Bezug zu den Ausstellungen von Newton und Louboutin stellt die Galerie Perrotin her: Danielle Orchard malte mit „Sunny Side“ einen lasziven Frauenakt mit Blick auf rosarote High Heals. Andrea Caratsch aus St. Moritz verfügt über ein großes erotisches Foto von Helmut Newton, „The pearl necklace“ von 2002, das Caratsch als Newtons „letztes Meisterwerk“ einstuft und mit 480.000 Euro ansetzt. Die Galerie White Cube entschied sich für Aktzeichnungen der Schockerin Tracey Enim sowie für eine feine, mobile Eisenskulptur von Takis.

    Die Tang Gallery aus Seoul wartet mit drei großen Gemälden des früheren chinesischen Stars Yue Minjun auf, den man lange nicht auf Messen sah. Ein kunterbuntes Angebot gibt es bei Maggiore aus Bologna, beginnend mit subtilen Seidenpapier-Skulpturen der Französin Claudine Dray, deren Arbeit Wim Wenders in einem Film in 3D-Technik festhielt. Aber auch zwei Gemälde von Giorgio di Chirico, wobei „Ettore et Andromaca“ für 850.000 Euro günstig erscheint.

    Messe artmonte-carlo: Kunst für Luxus-Shopper und Yachtbesitzer

    Messe artmonte-carlo

    Kunst für Luxus-Shopper und Yachtbesitzer

    Die fünfte „artmonte-carlo“ gibt gut eingeführten Künstlernamen den Vorrang. Das Angebot von mehr moderner als zeitgenössischer Kunst richtet sich gerade an Luxustouristen.

    Hauser & Wirth entschied sich für eine historisch-provokante Schau von Paul McCarthy in der monegassischen Galerie und verkaufte eine witzige Hängelampe mit Badeanzug-Überzug von Pipilotti Rist für 60.000 Dollar auf der Messe.

    Der geschickte Direktor der Messen in Genf und Monaco, Thomas Hug, hat in diesem Jahr viele italienische Galerien eingeladen. Das sorgt für Abwechslung. Dank der Altmeistergalerie Moretti Fine Art aus London und Monaco reicht die Offerte sogar bis zu Gemälden des 16. Jahrhunderts.

    Die Galleria Franco Noero aus Turin brachte einen witzig bemalten Marmorkopf von Franceso Vezzoli mit, der den Kaiser Hadrian darstellt. Erwartet werden 180.000 Euro plus Steuern.

    Kunstmesse: Die Art Basel hat einen neuen Direktor

    Kunstmesse

    Die Art Basel hat einen neuen Direktor

    Die Art Basel-Organisation schafft eine neue Management-Position unterhalb von Marc Spiegler. Der soeben gekürte Direktor soll die Präsenz der Kunstmesse in neuen Märkten vorantreiben und das Kerngeschäft der Art Basel-Messen ergänzen.

    Fünf Galeristen entschieden sich für Solo-Schauen: unter anderen die Pariserin Eva Meyer, die eine Wand mit allen Ausdrucksformen von Meret Oppenheim offeriert. Catherine Issert aus Vence, die den Maler der Support-Surface-Bewegung Claude Viallat in allen Farbvarianten zeigt; der in Peking und London aktive Hadrien de Montferrant von der HdM Gallery, der Barthélémy Toguo hervorhebt.

    Wie so oft profitieren Sotheby’s und Christie’s vom Event. Erstere eröffnen eine architektonisch stimmige Galerie, wo sie Claude und François-Xavier Lalanne, Juwelen und Handtaschen anbieten, letztere etablieren sich kurzfristig in einem Restaurant mit wenig Bildern und vielen Juwelen.

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