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23.11.2022

06:50

Museumspolitik

Ein Bahnhof für das Werk Giacomettis

Von: Olga Grimm-Weissert

Paris plant im Bahnhof Invalides ein eigenes Museum für das Werk des Bildhauers Alberto Giacometti. Die Umbauten übernimmt der Architekt Dominique Perrault.

Der Jugendstil-Bahnhof wird umgebaut für den Museums- und Bildungskomplex des Giacometti Museums in Paris. Luc Castel / Fondation Giacometti

Gare Invalides

Der Jugendstil-Bahnhof wird umgebaut für den Museums- und Bildungskomplex des Giacometti Museums in Paris.

Paris Die Werke von Alberto Giacometti (1901–1966) sollen endlich ein eigenes großes Museum in Paris erhalten. Das teilte die französische Fondation Alberto et Annette Giacometti mit. Die Giacometti-Stiftung wird das Museum im Bahnhof Invalides am gleichnamigen Platz mit Blick auf den Invalidendom, ab 2024 umbauen lassen. Dort sollen auch Fortbildungskurse für Kunst stattfinden. Die Eröffnung ist zum sechzigsten Todesjahr des großen Schweizer Bildhauers im Jahr 2026 geplant.

In dem 1900 erbauten Flachbau sollen Museum und Kunstschule über 6000 Quadratmeter verfügen. Das Bahnhofsgebäude wurde gleichzeitig mit den auf der gegenüberliegenden Seite der Seine gelegenen Museen Grand Palais und Petit Palais erbaut.

Zuletzt war dort die Luftfahrtgesellschaft Air France angesiedelt; die Stadt Paris nutzte die Räumlichkeiten im Untergeschoss. Mit den umfangreichen Umbauten wurde der Architekt der Bibliothèque Nationale de France, Dominique Perrault, betraut. Die Durchführung überwachen die Immobilienunternehmer Emerige und Nexity.

Die kommunizierte Kostenschätzung liegt bei 15 bis 20 Millionen Euro. Es könnten aber auch rund 30 Millionen Euro werden, vermutet ein Architekt. Denn die architektonischen Pläne existieren noch gar nicht.

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Standort erkennen

    Laut Presseberichten soll der Medien- und Internetverteiler-Milliardär Xavier Niel als Mäzen auftreten. Die Direktorin der Giacometti Stiftung, Catherine Grenier, gibt an, US-Museumsfreunde beziehungsweise die Stiftung selbst würden das Projekt finanzieren; und zwar ohne den historischen, von Annette Giacometti erworbenen Sitz im Cour de Rohan im 6. Arrondissement zu veräußern, und auch ohne Skulpturen zu verkaufen oder gießen zu lassen.

    Das klingt ambitioniert. Denn die Stiftung profitiert nicht vom Folgerecht. Darauf haben nur Erben ein Anrecht.

    Alle Büros werden im künftigen Museum zusammengefasst

    Das aktuelle „Institut Giacometti“, in dem man das Atelier des Künstlers bewundern kann, und wo auf 350 Quadratmetern ein konzentriertes Ausstellungsprogramm stattfindet, will Madame Grenier beibehalten. Aber alle Büros werden im zukünftigen Museum zusammengefasst.

    Die Fondation Giacometti verfügt über eine immense Sammlung an Bronzen, Original-Gipsskulpturen, Zeichnungen und Dokumentation von Alberto Giacometti. Sie sollen bei natürlichem Licht betrachtet werden. Man peilt optimistisch eine Million Besucher pro Jahr an.

    Schlagzeilen machte 2010 eine der ausgezehrten Figuren Giacomettis, als ein Exemplar aus der Sammlung der Dresdner Bank für 106 Millionen Dollar versteigert werden konnte.

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