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01.02.2023

18:02

Spark Art Fair Vienna

Wiener Kunstmesse nach Querelen abgesagt

Von: Stefan Kobel

Die Wiener Kunstmesse Spark Art Fair findet dieses Jahr nicht statt. Die Absage kam keine zwei Monate vor der Eröffnung. Grund sind lokale Querelen.

So sah die Ausgabe der Wiener Kunstmesse im Jahr 2022 aus. Stefan Kobel

Spark Art Fair Vienna

So sah die Ausgabe der Wiener Kunstmesse im Jahr 2022 aus.

Wiesbaden Die Spark Art Fair Vienna gibt auf – für dieses Jahr. Keine zwei Monate vor der geplanten Eröffnung ihrer dritten Ausgabe am 23. März hat die Leitung die Reißleine und damit die Konsequenz aus den Querelen der vergangenen Monate gezogen.

Sichtbar wurde eine Schieflage durch den Ausstieg des Direktors Renger van den Heuvel. Herwig Ursin als Mehrheitsgesellschafter und Betreiber der Marx-Halle hatte zuvor mit der im Herbst stattfindenden Viennacontemporary die angestammte Wiener Kunstmesse verloren und mit van den Heuvel deren ehemaligen Geschäftsführer gewonnen.

Van den Heuvel gilt als Mastermind der Idee einer Schau ausschließlich mit Einzelpräsentationen in gleich großen und damit gleichberechtigten Ständen sowie als Integrationsfigur der Wiener Kunstszene. Sein Ersatz durch ein Advisory Board konnte offensichtlich nicht überzeugen, zumal mit der Kuratorin Sabine Breitwieser ein vorgesehenes Mitglied unmittelbar nach Bekanntwerden ihres Namens öffentlich auf Abstand ging.

Unter den Wiener Galerien bildeten sich zwei Lager. Unter den Renegaten, die ihre Teilnahme ausgeschlossen haben, findet sich eine Reihe lokaler Schwergewichte von internationalem Renommee, wie die Galerien Nächst St. Stephan und Christine König.

In einer Pressemitteilung gibt sich die Messe als Opfer lokaler Ränke: „Der Grund für den weitreichenden Schritt sind offenkundige Interessenskonflikte innerhalb der Wiener Kunstszene, in welche die Spark verstrickt wurde.“ Wohlgemerkt, Interessenkonflikte, die es ohne die Spark als zweite Messe in der Stadt überhaupt nicht gegeben hätte.

Eine Mitschuld sieht man auch bei der Presse: „In der Folge lancierte Medienberichte haben zudem kurzfristig zu einer großen Verunsicherung bei den mehr als 60 fix angemeldeten und weiteren potenziellen Ausstellerinnen und Ausstellern geführt.“

Wiens hausgemachte Probleme

Im weiteren Verlauf wird um den heißen Brei herumgeredet: „Ebenso ist es teils zu Verbalangriffen gegenüber Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Spark gekommen. Das hat die bis dahin erfolgreiche Arbeit des Organisationsteams und der künstlerischen Leitung massiv erschwert und eine erfolgreiche Realisierung der Messe, nach unseren hohen Qualitätsmaßstäben, in der kurzen Zeit nicht mehr möglich gemacht.“

Die letzte Spark hatte genau ein Jahr zuvor stattgefunden. Die Zeit zwischen zwei Ausgaben ist also genauso kurz oder lang wie bei anderen Messen auch. Alles andere sind hausgemachte Probleme. Aber das ist man aus Wien ja gewohnt. Man darf gespannt sein, ob die Spark wie angekündigt im nächsten Jahr stattfindet und wie sich die mittlerweile im beengten Kursalon Hübner im Stadtpark beheimatete Viennacontemporary (7.-10. September) entwickeln wird.

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