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28.03.2022

06:24

Oscars 2022

Coda als bester Film ausgezeichnet, Jane Campion gewinnt Regie-Oscar – und Will Smith ohrfeigt Chris Rock

PremiumErstmals gewinnt der Film eines Streaming-Anbieters den wichtigen Oscar. Für Aufregung sorgt Gewinner Will Smith – mit einer Ohrfeige auf der Bühne.

Drei Preise gab es für die Tragikomödie „Coda“. AP

Coda-Crew

Drei Preise gab es für die Tragikomödie „Coda“.

Los Angeles Die Tragikomödie „Coda“ hat den Oscar als bester Film gewonnen. Regisseurin Siân Heder erzählt darin von einem Mädchen, das in einer gehörlosen Fischerfamilie aufwächst. Der Film gewann insgesamt drei Auszeichnungen, wie die US-Filmakademie in der Nacht zum Montag bekanntgab.

Erstmals hat damit ein Film eines Streamingdienstes den Oscar in dieser Kategorie geholt – der Film läuft beim Anbieter Apple TV+.

Die meisten Auszeichnungen gingen an das Sciene-Fiction-Epos „Dune“. Ausgezeichnet wurde der Film unter anderem für die beste Filmmusik und die besten visuellen Effekte.

Für Komponist Hans Zimmer und den Effektexperten Gerd Nefzer – zwei Filmschaffende, die aus Deutschland kommen – ist es jeweils der zweite Oscar.

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    Schauspielerin Jessica Chastain gewann den Oscar als beste Hauptdarstellerin für „The Eyes Of Tammy Faye“.

    Für ihre Hauptrolle in „The Eyes of Tammy Faye“ gewann die Schauspielerin den Oscar für die beste weibliche Hauptdarstellerin. Reuters

    Jessica Chastain

    Für ihre Hauptrolle in „The Eyes of Tammy Faye“ gewann die Schauspielerin den Oscar für die beste weibliche Hauptdarstellerin.

    Schauspieler Will Smith gewann für „King Richard“ den Oscar als bester Hauptdarsteller. Unter Tränen sagte er unter anderem, er wolle ein Botschafter der Liebe sein.

    The Power of the Dog: Favoriten-Film gewinnt nur einen Oscar

    Der Western „The Power of the Dog“ von Jane Campion, der mit zwölf Nominierungen als Favorit ins Rennen gegangen war, gewann letztlich nur eine Auszeichnung für die beste Regie.

    Die Regisseurin war zum zweiten Mal für den Oscar nominiert – und gewann erstmals. AP

    Jane Campion

    Die Regisseurin war zum zweiten Mal für den Oscar nominiert – und gewann erstmals.

    Prämiert wurden auch der „James Bond“-Titelsong von Billie Eilish und der Animationsfilm „Encanto“. Der Oscar für den besten ausländischen Film ging an „Drive My Car“ des japanischen Regisseurs Ryusuke Hamaguchi.

    Die Musikerin (links) und ihr Produzent – ihr Bruder – gewannen den Oscar für den besten Filmsong. Reuters

    Billie Eilish und Finneas O'Connell

    Die Musikerin (links) und ihr Produzent – ihr Bruder – gewannen den Oscar für den besten Filmsong.

    Als bester Nebendarsteller wurde der gehörlose Schauspieler Troy Kotsur geehrt, der in „Coda“ den Familienvater spielt. Ariana DeBose gewann den Oscar als beste Nebendarstellerin für ihre Rolle im Musical „West Side Story“. Sie sagte zum Publikum: „Sie sehen hier eine offen queere, nicht-weiße Frau, eine Afro-Latina, die ihre Kraft und ihr Leben durch die Kunst gefunden hat.“

    Will Smith sorgt mit Ohrfeige für Aufregung

    Moderiert wurde der Abend von den Schauspielerinnen Amy Schumer, Regina Hall und Wanda Sykes. Schauspieler Will Smith sorgte mitten in der Verleihung für einen irritierenden Moment, als er auf die Bühne lief und seinem Kollegen Chris Rock eine Ohrfeige gab.

    Danach kehrte er auf seinen Platz zurück und rief zweimal laut in Rocks Richtung: „Lass den Namen meiner Frau aus Deinem verdammten Mund!“

    Zuvor hatte sich Komiker Rock an Smiths Frau Jada Pinkett Smith gewandt und gewitzelt: „G.I. Jane 2 – ich kann es nicht abwarten, das zu sehen.“ – eine Anspielung auf den Film „G.I. Jane“, in dem sich Demi Moore als Soldatin den Kopf rasierte. Jada Pinkett Smith hatte in der Vergangenheit offen über ihren Haarausfall gesprochen. Zunächst lachte Will Smith während der Verleihung, dann stand er von seinem Platz auf. Ob es sich um einen tatsächlichen Wutausbruch handelte oder um eine abgesprochene Szene, war unklar.

    Rock wirkte nach dem Vorfall leicht konsterniert, fing sich aber schnell wieder und witzelte noch: „Das war die größte Nacht in der Geschichte des Fernsehens.“

    Ob der Schlag auf offener Bühne abgesprochen war, ist bisher nicht klar. Reuters

    Will Smith ohrfeigt Chris Rock

    Ob der Schlag auf offener Bühne abgesprochen war, ist bisher nicht klar.

    Zunächst fragten sich viele Fans in den sozialen Medien und auch Beobachter in US-Medien, ob es sich um einen tatsächlichen Wutausbruch von Will Smith gehandelt hatte oder um eine abgesprochene Szene. Die Dankesrede von Smith ließ aber vermuten, dass er tatsächlich kurzzeitig die Beherrschung verloren hatte.

    Ukrainekrieg spielt nur eine Nebenrolle

    Während der Sendung wurde auch zu einem Schweigemoment aufgerufen: „Wir bitten Sie, die Ukraine auf jede erdenkliche Weise zu unterstützen.“ Einige Gäste trugen blaue Bänder mit der Aufschrift „WithRefugees“.

    Vorab hatte Schauspieler Sean Penn zu einem Boykott der Gala aufgerufen, falls sie ohne den ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski stattfinden sollte. Er selbst würde seine beiden Oscar-Statuen aus Protest „einschmelzen“, sagte Penn. Selenski wurde im Dolby Theatre nicht zugeschaltet.

    Von

    dpa

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