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29.05.2022

08:25

Rath checkt ein: Naturhotel Forsthofgut

Ein eleganter und modern inszenierter Kraftplatz in den Bergen

Von: Carsten K. Rath

Vom Forstwirtschaftsbetrieb mit kleiner Pension zum luxuriösen Naturresort: Das Naturhotel Forsthofgut in Leogang formt die aufstrebende Alpenhotellerie nachhaltig.

Spa mit Pool

Waldspa mit Pool

Auf 5.700 Quadratmetern entspannen die Gäste unter anderem in einer Altholzsauna und in Dampfbädern.

(Foto: Forsthofgut)

Manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht. Das gilt zuweilen auch für die Hotellerie. Wenn Sie sich im Alpenraum umsehen, dann bewundern Sie sicher als Erstes die großartige Landschaft, die saftigen Sommerwiesen und lassen sich von den dortigen Traditionen und kulinarischen Genüssen verwöhnen. Das geht mir genauso. Dabei durfte ich erleben, wie die häufig unterschätzte Alpenhotellerie in den vergangenen zwei Jahren über sich hinausgewachsen ist und nun einen neuen Meilenstein in der europäischen Hotellerie setzt. Das gilt insbesondere für Naturresorts.

Zugegeben, noch vor ein paar Jahren hätten Sie mich kaum für Naturresorts in derselben Region begeistern können. Ich hätte zumindest nicht in kurzen Zeitabständen diverse naturnahe Häuser einer Region besucht. Ein idyllischer Ausblick, Ruhe und Natur – wo genau liegen die Unterschiede, hätte ich mich damals noch gefragt. Als aufmerksamer Leser meiner Kolumne wissen Sie, dass ich mich gern vom Gegenteil überzeugen lasse und meine Reisen in den Alpenraum aktuell sogar verstärke. Um genau die feinen Unterschiede für Sie aufzuspüren.

Meine letzte naturnahe Reise führt mich in das Forsthofgut, einem Paradebeispiel für modern inszenierte Tradition. Entstanden aus einem Forstwirtschaftsbetrieb mit kleiner Pension, avancierte das Haus zu einem Inbegriff für Naturverbundenheit und Luxus in der Leoganger Bergwelt. Mehr noch: Für mich ist das Forsthofgut in der Champions League der Alpenresorts angekommen und vergleichbar mit dem Stanglwirt, der nur 30 Kilometer entfernt ist. Doch lassen Sie mich das näher erklären.

Rath checkt ein: Video

Vom Forstwirtschaftsbetrieb mit kleiner Pension zum luxuriösen Naturresort: Carsten K. Rath im Forsthofgut in Leogang.

Rath checkt ein: Video: Vom Forstwirtschaftsbetrieb mit kleiner Pension zum luxuriösen Naturresort: Carsten K. Rath im Forsthofgut in Leogang.

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Wie der Zufall es so wollte, lernte ich das Forsthofgut gleich zweimal innerhalb kürzester Zeit kennen. Das erste Mal reiste ich mit einem Aktenkoffer, bekleidet im Casual Business-Look und mit mobilen Geräten ausgestattet als Tagungsgast in die wunderschöne Alpenidylle. Normalerweise erkenne ich in vielen Häusern einen klaren Fokus entweder auf Business- oder auf Familienreisende. Bereits bei meinem ersten Aufenthalt bemerke ich: An diesem Ort gibt es einen ausgedehnteren Fokus.

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    Die Bereiche für geschäftlich Reisende, die mit bis zu 25 Personen Executive-Retreats abhalten können, und Familien sind smart voneinander getrennt. Die damals anwesenden lebhaften Kinder haben mich keineswegs gestört. Ich habe sie kaum bemerkt und konnte ungestört meinen Geschäften nachgehen. Das Hotelkonzept ist baulich perfekt umgesetzt – denn der Spa- und Kinderbereich liegen weit vom Tagungsraum entfernt.

    Auf meiner zweiten Reise konnte ich diesen sehr positiven Eindruck vertiefen, dieses Mal in der Rolle des Individualreisenden. In jeder Rolle, die ich einnehme, ist immer eines mit dabei: das unbeschreibliche Gefühl, der Leoganger Bergwelt ganz nah zu sein. Die Felsformationen liegen zum Greifen nahe direkt vor meiner Unterkunft.

    Geheimtipp: Seehaus mit viel Privatsphäre

    Die Gastgeber Christina und Christoph Schmuck haben aus dem Haus nun in sechster Generation das gemacht, was es heute ist: ein eleganter Kraftplatz in den Bergen. Ich gönne mir bei meinem zweiten Aufenthalt ein Seehaus mit eigener Sauna und ganz viel Privatsphäre. Ein absoluter Geheimtipp! Das Haus liegt etwas am Rande des Resorts und ist mit vielen Details liebevoll eingerichtet.

    Mein Lieblingsaufenthaltsort ist jedoch eine private Terrasse, die den unverbauten Blick auf die Berge freigibt. Eigentlich würde das schon ausreichen, um zur Ruhe zu kommen. Doch wer in den 5.700 Quadratmeter großen Waldspa eintaucht, der kann sich wirklich sicher sein, seine wahre Mitte wiederzufinden. Zum Beispiel in der Altholzsauna, die den Erwachsenen vorbehalten ist, oder in einem der Dampfbäder.

    Mein Favorit ist ein etwas abgelegener Whirlpool am Waldrand mit Blick auf die Berge. Im weitläufigen Areal des Waldspas spüre ich die jahrhundertealte Naturverbundenheit des Anwesens mit dem rund 40 Hektar großen Wald rund um das Areal hautnah.

    Seehäuser im Forstgut

    Seehäuser im Forstgut

    Sie liegen etwas am Rande des Resorts und bieten neben sehr viel Privatsphäre eine eigene Sauna.

    (Foto: Forsthofgut)

    Die landwirtschaftliche Herkunft erleben kleine und große Gäste noch heute im hauseigenen Bauernhof, dem Pinzgauer Minigut am Fuße der Leoganger Steinberge. Ein Streichelzoo mit Shetlandponys, Hasen, Schweinen, Ziegen und Schafen begeistert die kleinen Gäste hier.

    Selbstredend wird das Forsthofgut so nachhaltig wie möglich geführt. Energie wird aus dem Holz der eigenen Holzwirtschaft gewonnen, der Strom ist öko, der Badeteich „bio“ und beim Frühstück habe ich vergebens nach Plastikmaterialien oder Plastikstrohhalmen gesucht.

    Hauptsache herzlich: Service aus aller Welt

    Der seit Jahren andauernde Fachkräftemangel macht auch vor einem exzellenten Haus wie dem Forsthofgut nicht halt. Daher begegnen mir viele Teammitglieder, die nicht perfekt deutsch sprechen und aus aller Welt kommen. Die kleinen Sprachunsicherheiten stören jedoch überhaupt nicht. Ganz im Gegenteil. Diese werden durch ausgesprochene Herzlichkeit sympathisch überspielt und verleihen dem gediegenen Hofgut ein internationaleres Flair.

    Ich fühle mich jedenfalls ausgesprochen gut aufgehoben. Jeder spricht mich mit Namen an, nimmt sich Zeit, wenn ich eine Frage oder einen Wunsch habe. Ich merke, dass jeder Mitarbeiter bestens geschult und vor allem fokussiert ist. Ein digitales Guestmanagement-System im Hintergrund sorgt dafür, dass alle Daten zentral gesammelt werden und so jeder entsprechend reagieren kann. Nach innen digital, nach außen analog. Das ist eine herausfordernde Gratwanderung, die nicht immer gelingt. Oder eben exzellent wie hier im Forsthofgut.

    Spa: Ruheraum im Waldstadl

    Ruheraum im Waldstadl

    Den Waldspa umgibt ein rund 40 Hektar großer Wald.

    (Foto: Forsthofgut)

    Morgens begrüßt mich die spanischstämmige Kellnerin Aida an meinem Tisch, als würde ich seit Jahren hier wohnen. Nach nur einem Tag kennt Sie meine Frühstückspräferenzen, die zugegeben nicht ganz dem Standard entsprechen. Grüner Tee, etwas Süßstoff, vorbereitete Beerenfrüchte und laktosefreier fettarmer Joghurt – alles kein Problem. Alles wird mir ab dem zweiten Tag ohne große Nachfragen serviert. Hier gibt es keine zwischenmenschlichen Distanzen, keine Arroganzen. Jeder arbeitet auf dasselbe Ziel hin und möchte den Gast begeistern. Mission gelungen!

    Fazit: Naturverbundenheit mit großartiger Service-Excellence

    Die Alpenregionen erleben seit Jahren einen touristischen Aufschwung. Und das, obwohl die Hoteliers in den vergangenen zwei Jahren allesamt mit denselben Herausforderungen konfrontiert waren. Leogang stand lange im Schatten von Saalbach-Hinterglemm und erhellt diesen Ort nun mit Häusern wie dem Puradies und dem Forsthofgut. Es wird sicher nicht mein letzter Besuch im Forsthofgut gewesen sein, sodass ich das Wachstum des Hauses direkt miterleben kann.

    Im Vergleich zu meinem ersten Besuch entdecke ich bereits beim zweiten Mal einen neu angelegten See. Das nächste Projekt ist bereits angestoßen: Eine eigene Reithalle entsteht und ist sicher bei meinem nächsten Stop fertig. Bis dahin nutze ich die Tennisanlage sowie den Outdoorpool ausgiebig. Jeder hat seinen Platz, man kommt sich nicht in die Quere.

    Naturhotel Forsthofgut

    Naturhotel Forsthofgut

    Entstanden aus einem Forstwirtschaftsbetrieb mit kleiner Pension, wurde das Haus zu einem Inbegriff für Naturverbundenheit und Luxus in der Leoganger Bergwelt.

    (Foto: Forsthofgut)

    Sicher ist, dass das Bachmair Weissach am Tegernsee sich auf die (Berg-)Spitze der Alpenhotellerie begibt. Sicher ist auch, dass der Stanglwirt weiterhin mit Neuigkeiten glänzen wird. Nun bin ich sehr gespannt, wie sich das Forsthofgut in den nächsten Monaten unabhängig vom neuen Reitstall weiterentwickelt.

    Raths Reise-Rating (aktuelle Wertung gefettet):
    1. Ausdrückliche Reisewarnung
    2. Besser als unter der Brücke
    3. So lala, nicht oh là là
    4. Meckern auf hohem Niveau
    5. Wenn’s nur immer so wäre
    6. GANZ GROSSES KINO

    Über den Autor: Als früherer Grandhotelier und Betreiber einer Reiseplattform ist Carsten K. Rath Globetrotter von Berufs wegen. Sämtliche Hotels, über die er für das Handelsblatt schreibt, bereist er auf eigene Rechnung. Rath ist Ideengeber des Rankings „Die 101 besten Hotels Deutschlands“, zu dessen Partnern auch das Handelsblatt gehört.

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