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24.04.2022

09:36

Das Wellness- und Biohotel empfängt seine Gäste etwas außerhalb von Kitzbühel in Going. (Foto: Stanglwirt)

Naturbadesee des Stanglwirts

Das Wellness- und Biohotel empfängt seine Gäste etwas außerhalb von Kitzbühel in Going.

(Foto: Stanglwirt)

Rath checkt ein: Stanglwirt in Kitzbühel

Naturverbunden, authentisch, vielfältig: Ein Highlight der exzellenten Alpen-Hotellerie

Von: Carsten K. Rath

Die Hotellerie Kitzbühels wandelt sich. Das Bio- und Wellnesshotel Stanglwirt begeistert seit mehr als 400 Jahren seine Gäste und setzt bis heute eine Benchmark.

Hier ist die Welt noch in Ordnung. Es gibt nur wenige Destinationen, die diesen ersten Eindruck bei mir erwecken. Kitzbühel, die wunderschöne Kleinstadt in den Alpen, ist so ein Ort. Neben der fantastischen Bergidylle zeigt Kitzbühel in seiner Hotellerie einen regen Wandel und ist für mich das Pendant zum Tegernsee und zur Insel Sylt. Wenn ich an Qualitätstourismus denke, dann stehen diese drei Regionen an erster Stelle.

Vielleicht kennen Sie den Winterskiort Kitzbühel durch das legendäre Hahnenkamm-Skirennen und seine glamourösen Après-Ski-Partys, bei denen Champagner wie Wasser fließt. Doch auch im Sommer zieht die Region Besucher aus Nah und Fern an. Gäste nehmen hier in den Bergen fernab des Städtetrubels eine Auszeit bei Golf- und Bergsportaktivitäten.

Bei meinem letzten Besuch in den Kitzbüheler Alpen bemerke ich reges Treiben hinter den Hotelkulissen: Familie Dohle, die Eigentümer des Hamburger Vier Jahreszeiten, des besten Hotels Deutschlands, erwarb kürzlich das Hotel Tenne in Kitzbühel. Aktuell finden umfangreiche Renovierungsarbeiten statt. Ich bin mir sicher, dass es bald auf demselben Level Gäste empfangen wird, wie es in Hamburg schon jetzt der Fall ist.

Der Stanglwirt: Benchmark für Resort-Hotellerie

Die Details des seit 14 Generationen geführten Stanglwirts schaue ich mir in der aktuellen Frühlingssaison genauer an. Das Wellness- und Biohotel befindet sich in Going, etwas außerhalb von Kitzbühel. Das wunderschöne Alpenresort beherbergte immer wieder zahlreiche prominente Gäste. Allen voran erinnere ich mich daran, dass einst die Box-Brüder Klitschko hier einige Trainingseinheiten absolvierten.

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    Rath checkt ein: Video

    Naturverbunden, authentisch, vielfältig: Carsten K. Rath zu Gast in der exzellenten Alpen-Hotellerie

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    Ich habe noch nie ein Hotel erlebt, dass eine derartige Vielfalt bietet: Vielfalt in der Gastronomie, im Sport, in der Fläche, in den Pools. Ich habe mehrere Tage im Stanglwirt gewohnt und trotzdem nicht alles sehen können. Egal wo ich hinkomme, es öffnen sich immer wieder neue Perspektiven. Viel Liebe zum Detail zeigt sich in allem. Das ist ganz nach meinem Geschmack.

    Die Frage nach der Zimmernummer bleibt mir leider auch hier nicht erspart. Doch zum Glück ist der restliche Service sehr persönlich und herzlich – angeführt vom Vater Balthasar Hauser und gelebt von den drei Geschwistern Maria, Elisabeth und Johannes.

    Kaum zu glauben, dass es den Stanglwirt schon seit 1567 gibt. Zumindest den Vorläufer des Hauses, das „Wirtshaus auf der Prama“. Damals wurde die Schänke aus der Not heraus geboren: Wein galt als Arzneimittel und sollte für eine Immunisierung der Bevölkerung ausgeschenkt werden, die gegen die Pest kämpfte. 1643 erhält der Stanglwirt seinen Namen durch den damaligen Besitzer Hans Stangl. Bereits damals steht der Gast im Mittelpunkt: Als im 18. Jahrhundert ein reger Handel in der Region aufblüht, bietet der Gasthof den Handelsleuten Unterschlupf und baut vorausschauend eine Wagenhütte.

    Die Geschichte des Stanglwirts reicht bis ins Jahr 1567 zurück. (Foto: Stanglwirt)

    Unterschlupf für Handelsleute

    Die Geschichte des Stanglwirts reicht bis ins Jahr 1567 zurück.

    (Foto: Stanglwirt)

    Heute nutzt das Hotel – wieder im Sinne des Gastes – umweltschonende Ressourcen. Die hauseigene Kaiser-Quelle versorgt die Wasserwelten und die Saunalandschaft mit reichhaltigem Wasser. Besonders beeindruckt mich das heutige Lipizzaner-Gestüt. Auch wenn ich eigentlich kein eingefleischter Pferdenarr bin: Österreichs erstes privates Pferdegestüt mit den majestätischen Tieren begeistert mich. 1986 wurde der erste Hengst der Zucht namens Pluto Verona ersteigert. Heute blickt der Stanglwirt auf eine 35-jährige Lipizzanerzucht zurück und beherbergt 24 stattliche Pferde.

    In Zusammenarbeit mit der Reitschule in Wien können hier während des Urlaubs Reitstunden auf einem der kaiserlichen Pferde gebucht werden. Auch wenn das Glück für einige auf dem Rücken der Pferde liegt, schaue ich mir die Reitversuche lieber aus der Distanz an: Bei einem edlen Tropfen in der Bar mit Blick in die Reithalle.

    Ich verbringe meine Zeit in der umfangreichen Saunalandschaft und koste die Wellnessangebote aus. Wer hier nicht entspannt, ist wirklich selbst schuld. Fünf verschiedene Saunen und zwei Dampfbäder stehen zur Verfügung. Mein Favorit ist natürlich die urige Wilde Kaiser Sauna. Wobei die wohlduftende Bio-Fichtensauna ebenso empfehlenswert ist. Am besten entscheiden Sie selbst. Ich empfehle Ihnen einen mehrtägigen Aufenthalt, um zumindest in einige Facetten des Stanglwirts eintauchen zu können.

    Gäste können sich auf einem der Lipizzaner des privaten Gestüts versuchen. (Foto: Stanglwirt)

    Reitstunde auf der Wiese

    Gäste können sich auf einem der Lipizzaner des privaten Gestüts versuchen.

    (Foto: Stanglwirt)

    Ein Tipp: Genießen Sie die Badzimmer! Oft sind diese nur mit Mittelmaß versehen, mit großen Markenlogos ohne weiteren Inhalt. Ganz anders erlebe ich diese privaten Räume im Stanglwirt. Die Qualität ist exzellent und die Seifen, Shampoos allesamt nachhaltig.

    Fazit: Tradition trifft eindrückliches Erlebnis

    Der Stanglwirt schafft es, Generationen zusammenzubringen und gleichzeitig mit der Zeit zu gehen. Für einen Familienurlaub oder Qualitytime zu zweit findet man genau die richtigen Angebote. Ein derart umfangreiches Portfolio birgt oft die Gefahr, anonym zu werden. Nicht so im Stanglwirt. Herzlichkeit und Gastfreundlichkeit erlebe ich hier wie in einem familiären Boutique-Hotel. Dabei genieße ich den Luxus und die Abwechslung eines großen Resorts. Eine echte Benchmark für viele Kollegen.

    Im Übrigen: Das „Grand Tirolia Kitzbühel“ ist ein weiteres Juwel der Region, das durch viele wirtschaftliche Höhen und Tiefen gegangen ist. Nun führt es Jörg T. Böckeler, CEO der Hommage Luxury Hotels Collection, sicher zu neuen Höhen. Im Dezember 2022 öffnet das Haus seine frisch renovierten Türen.

    Der Erfinder und Eigentümer der Lanserhöfe, Christian Harisch, betreibt über 14 weitere Häuser – allesamt exzellent. Dazu zählen unter anderen in Kitzbühel das Boutique-Hotel Schwarzer Adler und das Hotel Weisses Rössl. Beide Häuser werden aktuell renoviert und sind daher kurzzeitig geschlossen. Mit seinen Häusern ist und bleibt Harisch der Platzhirsch in Sachen Vielfalt, Qualität und Innovation.

    In der Wellnesslandschaft stehen fünf verschiedene Saunen und zwei Dampfbäder zur Verfügung. (Foto: Stanglwirt)

    Felsenbad

    In der Wellnesslandschaft stehen fünf verschiedene Saunen und zwei Dampfbäder zur Verfügung.

    (Foto: Stanglwirt)

    Raths Reise-Rating für den Stanglwirt (gefettet):

    1. Ausdrückliche Reisewarnung
    2. Besser als unter der Brücke
    3. So lala, nicht oh, là là
    4. Meckern auf hohem Niveau
    5. WENN’S NUR IMMER SO WÄRE
    6. Ganz großes Kino

    Über den Autor: Als früherer Grandhotelier und Betreiber einer Reiseplattform ist Carsten K. Rath Globetrotter von Berufs wegen. Sämtliche Hotels, über die er für das Handelsblatt schreibt, bereist er auf eigene Rechnung. Rath ist Ideengeber des Rankings „Die 101 besten Hotels Deutschlands“, zu dessen Partnern auch das Handelsblatt gehört.

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