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22.04.2022

08:39

Bert Rürup: Angriffskrieg ist Katalysator des Niedergangs

Michael Hüther: „Russland ist auf einem grandios absteigenden Ast“

Elvira Nabiullina, hoch gelobte Präsidentin der russischen Zentralbank, rät den russischen Unternehmen, sich neu aufzustellen – mit Produkten früherer Techniken. Die Antwort überzeugt die Professoren Bert Rürup und Michael Hüther nicht. Sie nennen es im Podcast: „Wachstum durch technologischen Rückschritt statt technologischen Fortschritt“. Die Notenbankchefin sieht offenbar für die russische Industrie künftig keine Rolle in der Weltwirtschaft, die laut IWF um 3,6 Prozent wachsen soll – in diesem und im nächsten Jahr.

Schlimmer als nach dem Zerfall der Sowjetunion: Russlands Wirtschaft steht vor dramatischen Zeiten. Angesichts harter westlicher Sanktionen befindet sich Russland im Reservemodus. Kremlchef Putin verschleiert die Dramatik und setzt auf Dirigismus.

Der Internationale Währungsfonds hat gerade seine Prognose für Russland gesenkt. Demnach wird die russische Wirtschaftsleistung in diesem Jahr um 8,5 Prozent schrumpfen. Eine Gemeinschaftsprognose, die Moskaus Notenbank bei russischen Volkswirten abgefragt hat, ist noch düsterer. Danach droht dem Land ein Einbruch seines Bruttoinlandsprodukts um 15 Prozent – schlimmer als im Jahr nach dem Zerfall der UdSSR: 1992 sank das BIP um 14,2 Prozent.

Schon jetzt liegt die Inflation bei 17,5 Prozent. Sie „könnte bis Ende des Jahres auf 30 Prozent steigen, was zu einem Einbruch der realen Haushaltseinkommen und damit des privaten Verbrauchs führen wird“, sagt Vasily Astrov, Senior Economist und Russland-Experte beim Wiener Institut für internationale Wirtschaftsvergleiche (wiiw).

Zudem gebe es in vielen Branchen wegen der Sanktionen Lieferkettenprobleme. Dies und der Rückzug vieler westlicher Unternehmen träfen die Industrieproduktion hart. Das von der Regierung angekündigte Konjunkturpaket zur Bewältigung der Krise „wird diese Probleme nicht wirklich lösen können“, so Astrov.

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    Professor Bert Rürup stellt im Podcast fest: „Dieser Angriffskrieg ist ein Katalysator eines sich ohnehin abzeichnenden technologischen Niedergangs von Russland.“ Professor Michael Hüther ergänzt zustimmend: „Ja, es ist im Grunde ökonomischer Selbstmord.“

    Im Podcast Economic Challenges diskutieren Professor Bert Rürup, der Chefökonom des Handelsblatts, und Professor Michael Hüther, Direktor des Instituts der Deutschen Wirtschaft, aktuelle nationale wie globale wirtschaftliche Probleme sowie die politischen Optionen und deren Folgen.“

    Die Folgen des Podcast „Economic Challenges“ sind über Apple, Spotify, Deezer und Handelsblatt/Audio abrufbar. Mehr zu den Themen können Sie im „Chefökonom“, dem Newsletter von Professor Rürup, nachlesen. Für den Newsletter kann man sich hier anmelden.

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