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14.01.2022

07:42

Economic Challenges / Klimapläne

„Das Inflationsgespenst muss eine Zeit lang grün werden“

Klimaminister Robert Habeck macht Dampf. Bis Ende dieses Jahrzehnts soll die Ökostromproduktion um 150 Prozent steigen. Die jährliche Kohlendioxid-Sparrate soll sich verdreifachen, und die Energieeffizienz soll sich sogar der verzehnfachen. Die Professoren Hüther und Rürup über die Schattenseiten der Transformation: Ein harter Strukturwandel in der Industrie und hohe Inflationsraten dürften damit einhergehen. Und nicht nur das.

Ein Auszug aus der lebhaften Debatte im Podcast über die Klimapläne von Wirtschaftsminister Robert Habeck:

Hüther: "Natürlich ist das eine grundlegende Veränderung. Wenn wir uns klar machen, dass in den letzten zwei Jahrhunderten Industrialisierung und Modernisierung beruht haben auf einer ganz intensiven Nutzung fossiler Energieträger. Und dass wir aus dieser fossilen Energieproduktion aussteigen wollen in relativ kurzer Zeit, nämlich bis 2045 in Deutschland, 2050 in Europa, 2060 die Chinesen. Das heißt, dass wir 80 Prozent der bisherigen Energieproduktion umstellen müssen, dass das ein anderes Land ist bei dem Zeitpfad."

Rürup: "Fakt ist doch, dass mit diesem Prozess, der skizziert worden ist, massive reale Einkommensverluste für die Haushalte verbunden sind und natürlich auch ein Rückgang der preislichen Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft. Diese Konsequenzen, ob nämlich das deutsche Geschäftsmodell des exportorientierten Wachstums unter den Anforderungen eben dieser Klimapolitik noch zukunftsfähig ist? Diese Frage hat er großräumig gemieden."

Hüther: Ja, das wird immer in Überschriften abgehandelt, wie übrigens von allen politischen Parteien. Die Klimaneutralität des Industrielandes Deutschland heißt es dann immer, und wir transformieren."

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    Rürup: "Ein Konflikt besteht, der wird ja nie ausgesprochen."

    Hüther: "Du hast die Anpassungsbereiche genannt. Das sind die privaten Haushalte. Und wir sehen ja jetzt schon das Geschrei, das wir immer sehen, wenn die Energiepreise hochgehen, wenn es an den Tanksäulen sichtbar wird. Im Grunde ist es aber genau das, was wir ja brauchen. Dieser Druck wird zunehmen, weil der Preisdruck zunehmen muss. Die fossilen Energieträger müssen teurer werden, weil wir sie nicht mehr verwenden wollen."

    Im Podcast Handelsblatt Economic Challenges diskutieren Professor Bert Rürup, der Chefökonom des Handelsblatts, und Professor Michael Hüther, Direktor des Instituts der Deutschen Wirtschaft, aktuelle nationale wie globale wirtschaftliche Probleme sowie die politischen Optionen und deren Folgen.

    Die Folgen des Podcast „Economic Challenges“ sind über Apple, Spotify, Deezer und Handelsblatt/Audio abrufbar. Mehr zu den Themen können Sie im „Chefökonom“, dem Newsletter von Professor Rürup, nachlesen. Für den Newsletter kann man sich hier anmelden.

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