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10.03.2023

07:00

Handelsblatt Economic Challenges

„Der Industriesektor in Deutschland wird schrumpfen.“

Bert Rürup erwartet eine Zeitenwende in der deutschen Industrie – wegen hoher Energiepreise und des Fachkräftemangels. Michael Hüther setzt auf Innovation sowie die Wandlungsfähigkeit von Industrie und Mittelstand.

Der große Gewinner der vierten Welle der Globalisierung war die deutsche Wirtschaft, die stark international orientiert ist. Mit dem Krieg in der Ukraine explodierten jedoch die Energiepreise. Die USA agieren zudem zunehmend protektionistischer. Gleichzeitig schwächelt China, der bisherige Motor der Weltwirtschaft. Bert Rürup folgert daraus für Deutschland: „Das alte Geschäftsmodell ist nicht mehr zukunftsfähig.“

Industriepolitik sei nun gefragt, hält Michael Hüther dagegen. Und genau dies passiere in Europa mit der Debatte über eine strategische Autonomie in bestimmten Sektoren. Das sei strategische Handelspolitik. Jetzt habe die Europäische Union auch sehr konkret vorgegeben, was bis 2030 alles in Europa produziert werden soll. 85 Prozent der Windkraftanlagen, 85 Prozent der Batterien, 60 Prozent der Wärmepumpen, 40 Prozent der Solarpaneelen und genug Elektrolyse für den grünen Wasserstoff.

Der Chemiesektor sei extrem energiekostensensibel, da werde es deutliche Änderungen geben, glaubt hingegen Bert Rürup: „Der Industrieanteil in Deutschland wird sinken. Da wird ein Wachstumstreiber in Deutschland ausfallen.“

„Ich sehe das nicht so negativ“, antwortet Hüther. Der Umbau der Industrie habe auch in der Vergangenheit stattgefunden. „Die USA wirken wie ein Staubsauger für Investitionskapital“, hält Rürup dagegen.

Da müsse man als Unternehmen aber sehr einseitig aufgestellt sein, um diesem Anreiz zu folgen, reagiert Hüther. Im Grunde habe Europa 600 Milliarden Euro verfügbar für alle möglichen Themen. Diese Mittel müssten genutzt werden.

Die Folgen des Podcast „Economic Challenges“ sind über Apple, Spotify, Deezer und Handelsblatt/Audio abrufbar. Mehr zu den Themen können Sie im „Chefökonom“, dem Newsletter von Professor Rürup, nachlesen. Für den Newsletter können Sie sich hier anmelden.

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