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22.07.2021

10:00

Ex-Chefärztin

Enise Lauterbach: „Als Migrantin fühlte ich mich wie ein Alien“

Von: Carina Kontio

Die ehemalige Chefärztin hängt mitten in der Pandemie ihren Job an den Nagel und gründet ein Unternehmen. Im Mindshift-Podcast spricht sie über Mut und digitalisierte Medizin.

Düsseldorf Von der Chefärztin zur Start-up-Gründerin: Mitten in der Corona-Pandemie gründet Enise Lauterbach ihr Unternehmen Lemoa Medical. Die Kardiologin konzipiert eine App für herzkranke Menschen und einen Messenger von Ärzten für Ärzte, der Patienten und Medizinern das Leben leichter machen soll.

„Einen ungünstigeren Zeitpunkt hätte man nicht auswählen können“, erzählt sie in der neuen Folge von Handelsblatt Mindshift. „Ich habe diese Gründung generalstabsmäßig vorbereitet. Typisch Mediziner, als ob ich eine Facharztprüfung ablegen wollte“, sagt Lauterbach.

Trotzdem erfuhr sie zunächst Ablehnung, als sie mit ihrem Businessplan auf Investorensuche ging. Es wurde sehr schnell klar, dass sie keine finanzielle Unterstützung bekommen würde. „Mir wurde ins Gesicht gesagt, ich sei zu alt, und mir als Ärztin wurde das einfach nicht zugetraut, da ich keine kaufmännische Erfahrung mitbringen würde.“

Aber sie hat sich nicht entmutigen lassen – in der neuen Podcast-Folge sagt sie: „Ich wollte diese Veränderung so stark und dachte, ich bin doch nicht die einzige Medizinerin hier in diesem Land, die ein Unternehmen gegründet hat. Das hat mich unglaublich motiviert und mir viel Selbstvertrauen gegeben, es zu schaffen.“

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    Enise Lauterbach: „Ich habe erkannt, dass die gläserne Decke aus Panzerglas ist und ich Jahre vergeudet habe“

    Enise Lauterbach

    „Ich habe erkannt, dass die gläserne Decke aus Panzerglas ist und ich Jahre vergeudet habe“

    Von der Chefärztin zur Start-up-Gründerin: Mitten in der Pandemie gründet Enise Lauterbach ein Unternehmen, um die Digitalisierung in der Medizin weiter voran zu bringen.

    Enise Lauterbach war bis dahin sehr erfolgreich. Sie hatte einen unbefristeten Job – trotzdem gab sie entnervt auf: zu viel Bürokratie, zu viel Pedanterie im Medizinbetrieb. Mit ihrem Start-up setzt sie jetzt alles auf eine Karte und geht unbeirrt ihren Weg, dessen größte Hürde am Anfang ein uraltes Faxgerät gewesen ist. „Hätte ich gewusst, wie gründungsfeindlich das ist, was ich erlebt habe, hätte ich nicht in Deutschland gegründet“, erzählt Lauterbach.

    Was die Tochter türkischer Arbeitseinwanderer („Als Migrantin fühlte ich mich als Kind in Rheinland-Pfalz wie ein Alien“) und zweifache Mutter dazu bewogen hat, in der Coronakrise ihren Job als Ärztin an den Nagel zu hängen („Ich bin persönlich ein sehr hohes sowohl finanzielles als auch berufliches Risiko eingegangen“) und wie sie die Digitalisierung in der Medizin weiter voranbringen will („Die Medizin wandelt sich, und diesen Wandel müssen wir Ärzte mitgestalten“), erzählt Enise Lauterbach im Interview.

    Außerdem wollten wir von ihr wissen, wie sie sich selbst motiviert in Momenten, in denen sie Zweifel hat, woher sie ihren Mut nimmt und wie es sich anfühlt, auf einmal einen eigenen Wikipedia-Eintrag zu haben. Viel Spaß beim Zuhören.

    Außerdem wollten wir von Enise Lauterbach wissen:

    • Was war schwieriger: Eine Frau zu sein oder eine Migrationsgeschichte zu haben?
    • Wie wichtig war Glück in deiner Karriere?
    • Wie weit gehst du über körperliche Grenzen?

    Unser Partner von Handelsblatt Mindshift

    Wenn Sie nach dem Hören Lust auf noch mehr Denkanstöße haben und vielleicht auch selbst aktiv werden wollen, möchten wir Ihnen die LinkedIn-Gruppe von The Shift ans Herz legen – die Diversity-Initiative der Handelsblatt Media Group und unser Partner für diese Podcast-Folge.
    Dort finden Sie nicht nur alles Wichtige über die Initiative, sondern auch Neuigkeiten, Interviews und Tipps rund um das Thema Diversity. Knüpfen Sie neue Kontakte, und tauschen Sie sich zu aktuellem Diskussionsstoff aus – wir freuen uns auf Sie.

    Weitere Folgen finden Sie hier:

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