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04.07.2022

08:50

Handelsblatt Rethink Work

Porsche-Vorständin: „Was sichtbar ist, erscheint erreichbar“

Von: Kirsten Ludowig

Barbara Frenkel rät Frauen, sich im Job mehr zu zeigen – und bei Innovationsprojekten oder in Krisensituationen öfter die Hand zu heben.

Die 59-Jährige ist bei Porsche Vorstandsmitglied für Beschaffung.

Barbara Frenkel

Die 59-Jährige ist bei Porsche Vorstandsmitglied für Beschaffung.

Düsseldorf Barbara Frenkel hat geschafft, was bisher keine Mitarbeiterin bei Porsche geschafft hat: Sie ist die erste Frau im siebenköpfigen Vorstand, der gerade den geplanten Börsengang des Sportwagenbauers vorbereitet – und auch die einzige.

Die 59-jährige Fränkin, die bei verschiedenen Autozulieferern gearbeitet hat, bevor sie 2001 zu Porsche kam, weiß also, wie es ist, vor allem mit Männern zusammenzuarbeiten.

Sie genieße es, sagt Frenkel, wenn weitere Frauen in Meetings sind, das bereichere die Diskussionskultur. „Wenn Frauen reden, dann merkt man schon, dass genau zugehört wird, dass man aufmerksamer ist. Vielleicht auch, weil Frauen an der einen oder anderen Stelle leiser sprechen. Das macht schon etwas mit der Gesprächsdynamik.“

Bei Porsche liegt der Frauenanteil in der gesamten Belegschaft und auch auf der ersten und zweiten Führungsebene unterhalb des Vorstands bei rund 15 Prozent. Frenkel will „in den nächsten Jahren auf jeden Fall über die 20 Prozent springen“.

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    Um mehr Frauen zu gewinnen, sei es wichtig, dass sich die Frauen im Job zeigten – nicht nur bei Porsche, sondern generell. Denn: „Was sichtbar ist, erscheint erreichbar.“

    Sichtbarkeit lohnt sich auch für die Frauen selbst, findet Frenkel: „Wenn Sie in einem Unternehmen Karriere machen wollen, dann gehört natürlich neben der Grundvoraussetzung, dass Sie gut im Job sind und Leistung zeigen, auch, dass man sie kennt. Und wenn Sie eine der wenigen Frauen in einem männerdominierten Umfeld sind, dann sind Sie sichtbar. Das ist ein großer Vorteil.“

    Und sie rät Frauen, mutiger zu sein, zum Beispiel bei Innovationsprojekten oder auch in Krisensituationen, die Hand zu heben und zu sagen: „Ich will meinen Beitrag dazu leisten.“

    Dass manche Männer frustriert sind, weil sie einen Job vermeintlich nicht bekommen haben, weil ihn eine Frau gekriegt hat, kann Frenkel durchaus nachvollziehen. „So geht es uns Frauen ja immer noch“, sagt sie. Es gebe schließlich immer noch ein Ungleichgewicht.

    Das gibt es auch auf Kundenseite. Es kaufen deutlich mehr Männer Autos von Porsche als Frauen. In Deutschland und auch in Südeuropa habe Porsche „den größten Nachholbedarf“, sagt Frenkel. Anders als in China, „da haben wir einen sehr hohen Anteil an Frauen“. Das habe auch etwas mit einer Farbe zu tun.

    Porsche verkauft den Taycan, das erste rein elektrische Fahrzeug der Marke, in China hauptsächlich in der Farbe „Frozen Berry“, laut Frenkel ein „altrosa Ton, leicht metallicfarben“. Das typische Klischee, mag man meinen.

    Frenkel widerspricht. Das sei eine sehr deutsche Sichtweise. „In China ist es so: Ich möchte gesehen werden. Ich möchte Aufmerksamkeit erzeugen. Und das ist eine total hippe, angesagte Farbe.“

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