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08.07.2021

10:00

HateAid

Anna-Lena Hodenberg: „Digitale Gewalt ist die größte Gefahr für unsere Demokratie“

Von: Carina Kontio

Die ehemalige Fernsehjournalistin hilft mit der Organisation HateAid Opfern von digitaler Gewalt. Im Mindshift-Podcast spricht sie darüber, warum Menschen im Netz hassen.

Düsseldorf In der neuen Folge von Handelsblatt Mindshift gehen wir ins Internet. Es hat uns in den vergangenen 50 Jahren viel Gutes gebracht, aber es kann auch ein ziemlich gewalttätiger Ort sein. Dort wird geschimpft, beleidigt und sogar Mord- und Vergewaltigungsandrohungen werden gepostet. Die Menge an strafbaren Hasskommentaren, Bedrohungen und Beleidigungen in sozialen Medien wie Twitter, Facebook oder Instagram wächst rasant.

Aber auch auf beruflichen Plattformen wie Xing, LinkedIn oder Kununu nimmt die digitale Gewalt zu. Besonders im Fadenkreuz der Täter: Menschen, die sich für die Demokratie einsetzen, für Feminismus und gegen Rassismus.

Wir wollen herausfinden: Was macht das mit einem Menschen, wenn er solche Nachrichten bekommt, und was können Betroffene dagegen tun? Vor allem aber: Was sind das für Menschen, die andere im Netz vernichten oder einschüchtern wollen? Was läuft da schief?

Angststörungen, Schlafstörungen und Panikattacken

Dazu haben wir Anna-Lena von Hodenberg in unseren Mindshift-Podcast eingeladen. Sie hat 2018 die Organisation HateAid gegründet, die Opfern von Hassrede kostenlos dabei hilft, die Täter („Das sind meistens Männer ab 50!“ und: „Narzissten, die einfach auch Spaß daran haben, andere Menschen zu ärgern, zu quälen und zu erniedrigen“) vor Gericht zu bringen. „Digitale Gewalt ist für mich die größte Gefahr für unsere Demokratie“, sagt Hodenberg.

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    Aber auch die menschliche Seele leidet extrem: „Es kommt sozusagen die anonyme Faust aus dem Rechner, die dich die ganze Zeit malträtiert“, berichtet die ehemalige Fernsehjournalistin. „Wer so was einmal erlebt hat, ist nicht mehr der oder die Gleiche danach.“

    Es kann und darf nicht sein, dass die Opfer digitaler Gewalt von den Strafverfolgungsbehörden mehr Steine in den Weg gelegt bekommen, als dass sie unterstützt werden. Anna-Lena von Hodenberg

    Die psychologischen Folgen sind für die Angegriffenen extrem. Hodenberg erzählt: „Was wir in der Beratung sehen, sind Angststörungen, Schlafstörungen und Panikattacken. Zum Teil sind die Leute arbeitsunfähig, leiden an Depressionen und ziehen sich dann oftmals aus Scham aus dem sozialen Umfeld zurück und isolieren sich total.“

    Als zusätzlich gravierend beschreibt Hodenberg: „Dass Menschen anfangen, sich in bestimmten Themen zu zensieren und nicht mehr ihre Meinung im Netz zu teilen, weil sie Angst haben, angegriffen zu werden“, so die HateAid-Aktivistin. „Obwohl das im Endeffekt ja für unseren demokratischen Diskurs und für unsere Demokratie im Netz eine Kapitulation ist.“

    Im Interview erklärt sie, warum Gewalt im Netz immer problematischer wird, wie ihre Organisation Betroffenen hilft und was jeder einzelne, aber auch die Politik dagegen machen kann.

    Außerdem wollten wir von Anna-Lena von Hodenberg wissen:

    • Was ist überhaupt digitale Gewalt?
    • Warum wird Sonntagabend der meiste Hass im Netz verbreitet?
    • Wird digitale Gewalt auch im echten Leben fortgesetzt?
    • Wie schüttelst du selbst die Negativität nach Feierabend ab?

    Unser Partner von Handelsblatt Mindshift

    Wenn Sie nach dem Hören Lust auf noch mehr Denkanstöße haben und vielleicht auch selbst aktiv werden wollen, möchten wir Ihnen die LinkedIn-Gruppe von The Shift ans Herz legen – die Diversity-Initiative der Handelsblatt Media Group und unser Partner für diese Podcast-Folge.
    Dort finden Sie nicht nur alles Wichtige über die Initiative, sondern auch Neuigkeiten, Interviews und Tipps rund um das Thema Diversity. Knüpfen Sie neue Kontakte, und tauschen Sie sich zu aktuellem Diskussionsstoff aus – wir freuen uns auf Sie.

    Weitere Folgen finden Sie hier:

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