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09.04.2021

11:03

Mindshift-Podcast

Carmen Köhler, Friseurin und Astronautin: „Man sollte seine Ängste sein lassen und mutig sein“

Von: Carina Kontio

Die promovierte Physikerin erforscht von der Erde aus den Weltraum. Die Analog-Astronautin über Frauen im All, ihr KI-Start-up und Leben auf dem Mars.

Düsseldorf One small step for a man – aber hierzulande immer noch ein Riesenschritt für eine Frau. Carmen Köhler will das ändern – sie erforscht als Analog-Astronautin von der Erde aus die Planeten und setzt sich dafür ein, endlich die erste deutsche Astronautin ins All zu schicken.

Ihre Karriere ist beeindruckend: Obwohl die gebürtige Berlinerin schon als Kind nach den Sternen greifen will, macht sie nach dem Abi eine Ausbildung zur Friseurin – erst als eines Tages ein Wirtschaftsprofessor zum Haareschneiden in den Salon kommt und er beim Plaudern ihre Leidenschaft für Mathematik bemerkt, kommt der Stein ins Rollen.

„Ich dachte immer, wenn ich mal studieren würde, würde ich Mathe studieren, hatte mir das aber nicht zugetraut“, erzählt Köhler in der neuen Folge von Handelsblatt Mindshift. „Aber dann meinte der Professor, wenn man für etwas wirklich brennt und eine Leidenschaft für etwas hat, dann ist man darin auch automatisch gut.“

Carmen Köhler testet ehrenamtlich teures Equipment - hier einen 50 kg-schweren Raumanzug - für Weltraumbehörden und führt wertvolle Experimente durch, aber es gibt kein Geld dafür. Florian Voggeneder

Analog-Astronautin ist man nur ehrenamtlich

Carmen Köhler testet ehrenamtlich teures Equipment - hier einen 50 kg-schweren Raumanzug - für Weltraumbehörden und führt wertvolle Experimente durch, aber es gibt kein Geld dafür.

Ein Satz, der bei der jungen Frau einiges bewegt. Köhler beendet noch ordentlich ihre Lehre und fängt dann tatsächlich an, Mathematik und Meteorologie zu studieren, promoviert in Physik und ergattert einen Job beim Deutschen Wetterdienst.

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    „Man ist nicht mutig, weil man keine Angst hat, sondern wenn man die Angst überwindet“, sagt Carmen Köhler. „Man sollte einfach seine Ängste Ängste sein lassen und mutig sein, und wenn es nicht klappt, dann klappt es eben nicht. Aber dann hat man es immerhin versucht. Und dann hat man einen Plan B in der Tasche und macht wieder etwas anderes.“

    Wenn man auf dem Mond oder dem Mars war, kann man die Erde auch wieder ganz anders schätzen. Es muss dann alles so trivial erscheinen. Ich glaube, dass man jeden einmal kurz hochschicken sollte, dann würden wir auf jeden Fall nicht so mit der Erde umgehen und wir wären alle ein bisschen bessere Menschen. Carmen Köhler

    Wenn Dr. Carmen Köhler gerade nicht in der Wüste von Oman oder in einem Tiroler Gletscher im Raumanzug wochenlange Mars-Missionen simuliert, ist sie inzwischen Chefin ihrer eigenen Firma P3R, die sich mithilfe Künstlicher Intelligenz um Wetter- und Erdbeobachtungsdaten kümmert. Sogar Friseurin ist sie noch ab und zu in ihrer Freizeit. Im Corona-Lockdown hat sie ihren Freunden per Videokonferenz gezeigt, wie die sich selber die Haare schneiden können.

    Mit „Astro-Carmen“ haben wir in Handelsblatt Mindshift darüber gesprochen, was man auf dem Mars alles können muss, wie sie in Extremsituationen die Nerven behält, warum wir auch Frauen im Weltraum brauchen und wie familienfreundlich ein Job ist, bei dem man zwei Jahre lang 400 Millionen Kilometer von der Erde entfernt ist.

    Eine bemannte Marsmission gilt als eine der größten technologischen Herausforderungen der Menschheit. OeWF Gregor Kuntscher

    Carmen Köhler beim Test einer Mars-Mission

    Eine bemannte Marsmission gilt als eine der größten technologischen Herausforderungen der Menschheit.


    Außerdem wollten wir von der Analog-Astronautin wissen:

    • Was ist eine Analog-Astronautin, und wie wird man das?
    • Wie ist es, als einzige Frau mit männlichen Analog-Astronauten im Oman Mars-Missionen zu proben? Wird man da belächelt?
    • Was muss eine Astronautin auf dem Mars alles können?
    • Wie müssen Menschen ticken, die unter Extrembedingungen miteinander auskommen sollen?
    • Wie lautet dein Survival-Tipp für stressige Situationen?
    • Wieso waren bislang elf deutsche Männer im All, aber noch keine einzige Frau?
    • Sind wir allein im Universum?
    Rund 500 Tage würden Hin- und Rückreise zum Mars dauern. Der Abstand zur Erde liegt, je nach Stand der beiden Planeten, zwischen rund 50 Millionen und 400 Millionen Kilometern. Etwa genauso weit, als würde man 86.000 Mal von München nach Berlin fahren. Astroland

    Carmen Köhler testet Raumanzüge im Wert eines Ferraris

    Rund 500 Tage würden Hin- und Rückreise zum Mars dauern. Der Abstand zur Erde liegt, je nach Stand der beiden Planeten, zwischen rund 50 Millionen und 400 Millionen Kilometern. Etwa genauso weit, als würde man 86.000 Mal von München nach Berlin fahren.


    Unser Partner von Handelsblatt Mindshift

    Wenn Sie nach dem Hören Lust auf noch mehr Denkanstöße haben und vielleicht auch selbst aktiv werden wollen, möchten wir Ihnen die LinkedIn-Gruppe von The Shift ans Herz legen – die Diversity-Initiative der Handelsblatt Media Group und unser Partner für diese Podcast-Folge.

    Dort finden Sie nicht nur alles Wichtige über die Initiative, sondern auch Neuigkeiten, Interviews und Tipps rund um das Thema Diversity. Knüpfen Sie neue Kontakte, und tauschen Sie sich zu aktuellem Diskussionsstoff aus – wir freuen uns auf Sie.

    Mehr Folgen finden Sie hier:


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