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05.02.2019

09:08

Mit dem EP9 baut die chinesische Elektromarke Nio auch einen elektrischen Sportwagen. Bloomberg

Die unbekannten Tesla-Fighter

Mit dem EP9 baut die chinesische Elektromarke Nio auch einen elektrischen Sportwagen.

BYD, JMEV und Nio

Das sind die 11 erfolgreichsten Elektroautomarken aus China

Von: Lukas Bay

Chinas Elektroautomarkt wird beherrscht von den einheimischen Marken. Welche unbekannten Hersteller Tesla und Co. in China abhängen.

Düsseldorf China ist der größte Elektroautomarkt der Welt. Im vergangenen Jahr wurden erstmals mehr als einen Million Elektroautos verkauft. Heimischen Hersteller dominieren den Markt. Die elektrischen Automarken können in China selbst Elektropionier Tesla in die Schranken weisen, der wegen hoher Importzölle nur wenige tausend Autos in China verkauft.

Platz 1 - BYD

Das Kürzel des chinesischen Unternehmens steht für „Build your dreams“. Und die eigenen elektrischen Träume haben die Chinesen im Jahr 2018 sogar übertroffen. Mit 215.800 verkauften Fahrzeugen gehört der Hersteller zu den größten Elektroautoproduzenten der Welt. Das Unternehmen, das einst mit der Batterieproduktion groß wurde, stieg dabei erst 2003 in die Autoherstellung ein.

In China gehören Modelle wie der Plugin-Hybrid-SUV Tang zu den elektrischen Bestsellern. Das Modell wird in China ab umgerechnet 31.000 Euro verkauft – und profitiert von staatliche Kaufprämien für Elektroautos.

Mittlerweile baut der Autohersteller aus Shenzen seine Modelle an sieben Standorten in China. Im Nutzfahrzeugbereich bauen die Chinesen Fertigungen in Kalifornien und Ungarn auf.

Der chinesische Hersteller ist mit Erfolgsmodellen wie dem e6 eine der erfolgreichsten Elektromarken der Welt. BYD

BYD

Der chinesische Hersteller ist mit Erfolgsmodellen wie dem e6 eine der erfolgreichsten Elektromarken der Welt.

Platz 2 - BAIC BJEV

Die Elektroauto-Sparte des chinesischen Autoriesen legte 2018 um rasante 53 Prozent bei den Verkäufen zu. Mit 160.790 Fahrzeugen hat man mittlerweile einen nennenswerten Anteil am chinesischen Elektromarkt. Auch Daimler hatte sich im März 2018 an der Elektroauto-Sparte des chinesischen Partners beteiligt. Gemeinsam wollen die Partner unter anderem den elektrischen Smart für China bauen.

Bestseller des Autoriesen aus Peking ist aber die EC-Serie, elektrische Klein- und Kompaktwagen für die chinesischen Mega-Cities.

Im Oktober zeigten die Chinesen auf der Automesse in Peking den neuen elektrischen SUV EX360. Künftig will der Hersteller mit Daimler gemeinsam Elektroautos bauen. Reuters

BAIC

Im Oktober zeigten die Chinesen auf der Automesse in Peking den neuen elektrischen SUV EX360. Künftig will der Hersteller mit Daimler gemeinsam Elektroautos bauen.

Platz 3 - SAIC Motors PV

Der chinesische Autohersteller aus Schanghai hat mit Roewe und MG zwei Marken im Angebot, die westlich klingen, aber vor allem auf dem chinesischen Automarkt reüssieren. Der neue elektrische SUV Roewe ERX5  kommt auf eine Reichweite von 300 Kilometern und kostet umgerechnet rund 27.000 Euro.

Damit konnte SAIC im Jahr 2018 107.9850 Elektroautos verkaufen. Mit dem elektrischen Transporter Maxus EV80 versuchen die Chinesen sogar den Einstieg im europäischen Nutzfahrzeugmarkt.

Der elektrische Roewe ERX5, der 2017 in Schanghai seine Premiere feierte, soll zum Erfolgsmodell werden. Reuters

SAIC Motors PV

Der elektrische Roewe ERX5, der 2017 in Schanghai seine Premiere feierte, soll zum Erfolgsmodell werden.

Platz 4 - Chery

In Dezhou und Wuhu baut die Marke elektrische Kleinwagen. Schon 2020 soll die Produktion auf 200.000 Fahrzeuge steigen. Bislang läuft man mit rund 90.000 verkauften Fahrzeugen aber noch den eigenen Ansprüchen hinterher. Mit einem Einstiegspreis von umgerechnet 7.700 Euro sollen Kleinwagen wie der EQ1 den Einstieg in Elektrozeitalter erleichtern. Auch bei chinesischen Carsharing-Anbietern sind die Fahrzeuge von Chery beliebt.

Elektrische Kleinwagen wie der kleine EQ1 erfüllen die Erwartungen des Herstellers bislang nicht. Wikipedia CC-BY-SA

Chery

Elektrische Kleinwagen wie der kleine EQ1 erfüllen die Erwartungen des Herstellers bislang nicht.

Platz 5 - JAC Motors

Für die kommenden 25 Jahre wollen VW und die Chinesen bei Elektroautos eng zusammenarbeiten. Mit JAC haben die Wolfsburger einen erfahrenen Partner in China: Der Staatskonzern baut bereits seit zehn Jahren Elektroautos.

Modelle wie der JAC iEV7 sind allerdings relativ frisch und bescheren dem Konzern auch im Jahr 2018 ein deutliches Absatzplus bei den Elektroautos 63.600 Fahrzeuge sind deutlich mehr als JAC selbst kalkulierte. Schon im März soll der JAC iEV A50 – eine Limousine mit einer Reichweite von 400 Kilometern gibt es ab umgerechnet 24.000 Euro.

Der Hersteller aus Heifei soll bei elektrischen Mobilität ein wichtiger Partner für VW werden. imago/Xinhua

JAC Motors

Der Hersteller aus Heifei soll bei elektrischen Mobilität ein wichtiger Partner für VW werden.

Platz 6 - JMEV

Die Elektrotochter des chinesischen Autoherstellers Jiangling ist erst seit 2015 am Markt und hat in kurzer Zeit bemerkenswerte Erfolge vorzuweisen. Vom Kleinwagen für umgerechnet 6500 Euro bis zum SUV für 12.000 Euro – mit ihrem auch optisch ausgefallenen Angebot überzeugte die Marke die Käufer. Mit 50.000 verkauften Elektroautos wurden die eigenen Planungen übertroffen.

Seit Ende 2018 hat JMEV darüber hinaus einen der größten Elektroautohersteller der Welt mit an Bord. Renault stieg als Investor bei den Chinesen ein.

Mit Renault als Partner will der chinesische Elektroautohersteller weiter wachsen. PR

JMEV

Mit Renault als Partner will der chinesische Elektroautohersteller weiter wachsen.

Platz 7 - Changan

Für das Staatsunternehmen war das Jahr 2018 eine einzige Enttäuschung, was die elektrischen Verkäufe betrifft. Erfolgsmodelle wie der BenBen EV kommen langsam in die Jahre und leiden unter der moderneren Konkurrenz. Mit 42.400 verkauften Fahrzeugen blieb Changan hinter den eigenen Erwartungen zurück.

Für die kommenden Jahre bleiben die Erwartungen allerdings hoch: Bis 2025 will das Unternehmen 34 elektrische Modelle auf den Markt bringen und dafür drei Milliarden Dollar investieren. Dann soll jedes zehnte Auto des Staatskonzerns elektrisch angetrieben sein.

Der Staatskonzern läuft den eigenen Erwartungen bei der elektrischen Mobilität aktuell noch hinterher. dpa

Changan

Der Staatskonzern läuft den eigenen Erwartungen bei der elektrischen Mobilität aktuell noch hinterher.

Platz 8 - Zotye

Der chinesische Hersteller machte in Deutschland bislang vor allem durch dreiste Fälschungen Schlagzeilen. Modelle erinnerten optisch stark an Porsche, Audi oder auch VW. Und auch elektrische Kleinwagen des chinesischen Hersteller wie der EV30 und der EV200 erinnern verdächtig an den Smart.

Doch die Strategie des Abkupferns zahlte sich 2018 nicht aus: Mit gerade einmal 33.200 verkauften Elektroautos bliebt die Marke 2018 weit hinter den eigenen Erwartungen zurück.

Die chinesische Copycat hat auch bei Elektroautos ein schwieriges Jahr hinter sich. Wikipedia

Zotje

Die chinesische Copycat hat auch bei Elektroautos ein schwieriges Jahr hinter sich.

Platz 9 - GAC NE

Der Autobauer aus Guangzhou ist Joint-Venture-Partner vieler internationaler Autobauer, darunter FCA und PSA. Seit 2015 versuchen sich die Chinesen im Elektromarkt. Dabei sind sie durchaus ambitioniert. Die Verkäufer sollen bis 2020 auf 200.000 Elektroautos steigen.

Dafür wurde unter anderem der Bestseller, der SUV GAC Trumpchi GS4 elektrifiziert, dessen Verkäufe sich im Jahr 2018 nahezu verfünffachten. Mit rund 20.000 verkauften Elektroautos ist GAC zwar noch weit vom Langfristziel entfernt. Doch wenn der Hersteller weiter so schnell wächst, sind auch 200.000 verkaufte Elektroautos im Jahr kein unrealistisches Ziel.

Die Automarke aus Guangzhou stellte auf der Heimatmesse 2018 ein Konzeptfahrzeug mit BASF vor. picture alliance/Xi jianxin - Imaginechina

GAC NE

Die Automarke aus Guangzhou stellte auf der Heimatmesse 2018 ein Konzeptfahrzeug mit BASF vor.

Platz 10 - Zhi Dou

120 Kilometer Reichweite, eine Spitzengeschwindigkeit von 85 Stundenkilometern und eine maximale Leistung von 25 PS. Die Spezifikationen des Zhi Dou ZD D1 überzeugen die meisten Chinesen nicht. Das rasante Wachstum der vergangenen Jahre ist vorbei.

Seit die staatliche Förderprämie ausgelaufen ist, brachen die Verkäufe um 63 Prozent ein. Statt wie geplant 80.000 Fahrzeuge konnten die Geely-Tochter am Ende nur 15.300 Elektroautos verkaufen.

Zu klein für diese Welt: Die Kleinwagen der Chinesen waren 2018 nicht sonderlich gefragt.

Zhi Dou

Zu klein für diese Welt: Die Kleinwagen der Chinesen waren 2018 nicht sonderlich gefragt.

Platz 11 – Nio

Der Erfolgsgeschichte des chinesischen Start-ups ist in jeder Hinsicht bemerkenswert. Denn schon im ersten Verkaufsjahr ist Nio mit dem ES8 ein Verkaufserfolg gelungen. 11.300 verkaufte Fahrzeuge sind sogar etwas mehr als geplant. Dabei ist das SUV mit umgerechnet 58.100 Euro für chinesische Verhältnisse alles andere als ein Schnäppchen.

Doch hinter Nio stehen namhafte Investoren wie Tencent, Baidu und Xiaomi, die aus dem Unternehmen das Tesla Chinas formen wollen. Bislang geht die Strategie auf, auch wenn die Verkäufe noch sehr gering ausfallen.

Der NIO EP9 ist ein Elektroauto mit Renngenen. Doch die Marke will auch den Massenmarkt erobern – mit wechselbaren Batterien. Reuters

Nio

Der NIO EP9 ist ein Elektroauto mit Renngenen. Doch die Marke will auch den Massenmarkt erobern – mit wechselbaren Batterien.

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