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03.12.2019

11:25

Leasingmarkt.de

Neue Plattform für Auto-Abos gestartet

Von: Lukas Bay

Die Zahl der Autoabo-Anbieter ist gestiegen. Neue Plattformen wollen Händlern und Kunden helfen, den Überblick zu bewahren. Der Wettbewerb wächst.

Die Gründer von Leasingmarkt.de Robin Tschöpe, Thomas Behrens und Chris Tschöpe (von links nach rechts).

Vermitteln nun auch Autoabos

Die Gründer von Leasingmarkt.de Robin Tschöpe, Thomas Behrens und Chris Tschöpe (von links nach rechts).

Düsseldorf Die Generation Netflix ist anspruchsvoll. Ein Auto soll heute so einfach und flexibel verfügbar sein wie andere digitale Abos. Statt Leasing und Kauf bieten etliche Start-ups, Autohersteller und auch Händler so genannte All-inclusive-Pakete an. Neben dem Auto sind da auch Wartung, Steuern, Verschleiß und Versicherung inklusive. Nur der Sprit kostet extra.

Anders als beim Musik- und Videostreaming ist der Markt aber noch viel unübersichtlicher und die Preise oft kaum vergleichbar. Der Leasingvermittler Leasingmarkt.de will das ändern - und hat darum auch Auto-Abos in seine Suche aufgenommen. „Das Segment ist bislang noch klein, aber wächst sehr stark“, sagt Robin Tschöpe.

Ein Peugeot 2008 gibt es über das Portal ab 279 Euro im Monat, ein Porsche Boxster T kommt auf 1.199 Euro. Im Leasing wären beide Autos deutlich günstiger, der Vorteil des Auto-Abos liegt für Tschöpe aber in der Flexibilität und im Service. „Der Kunde muss sich im Grunde um nichts mehr kümmern.“

Die Nachfrage nach den Auto-Abos ist zuletzt deutlich gewachsen. „Trotz Carsharing spricht einiges dafür, dass in Zukunft der Wunsch zum persönlichen Auto ausgeprägt bleibt“, fasst es Ferdinand Dudenhöffer, Leiter des Center of Automotive Research (CAR) der Universität Duisburg-Essen in einer aktuellen Studie zusammen. „Auto-Abos machen das persönliche Auto risikoloser und komfortabler.“

Auch für die Händler ist das Modell attraktiv. Laut einer Umfrage des Branchenmagazins „Autohaus“ kann sich heute jeder zweite Händler vorstellen, selbst ein Auto-Abo anzubieten. So können Autos, die sonst auf dem Hof stehen, zum flexiblen Gewinnbringer werden. In der neuen Autowelt, in der auch der traditionelle Autohandel um den direkten Kundenkontakt fürchtet, könnten die Abos der Schlüssel zur jungen Kundschaft werden.

Konkurrenten wie Faaren und Fair.com drängen in den Markt

„Wir erschließen damit auch neue Kundengruppen“, sagt Maximilian Philipp, Geschäftsführer bei Allinonecars. Die Ausgründung der Händlergruppe Auto Kölbl aus Unterschleißheim bei München hat gute Erfahrungen mit Auto-Abos gemacht. Die Auslastungsrate der rund 85 Autos, die das Unternehmen per Abo vermittelt, liege bei 80 bis 95 Prozent, sagt Philipp. Mit dem neuen Angebot könne man nicht nur das eigene Gebrauchtwagenangebot besser planen, sondern auch die Standzeiten verringern.

Durchschnittlich werden die Autos der Gruppe für 3,8 Monate vermietet - deutlich kürzer als bei gewöhnlichen Leasingverträgen. Die Zielgruppe sei tendenziell jünger, aber auch bereit, für den höheren Komfort zu bezahlen. Das Konzept funktioniere, nun wolle man auch andere Händlergruppen überzeugen, mit Allinonecars ein Autoabo anzubieten, sagt Philipp. Über Leasingmarkt.de will seine Firma die Aufmerksamkeit für die Angebote steigern.

Leasingmarkt.de-Chef Tschöpe sieht noch weitere Kunden, die man mit dem Autoabo adressieren könnte. „Manche brauchen das Auto nur für wenige Monate - andere wie etwa Expats und Fahranfänger haben Probleme, ein Auto über die klassischen Kanäle zu leasen“, sagt er. Auch lange Wartezeiten auf gekaufte oder geleaste Autos könnten mit einem Abo überbrückt werden.

Allerdings ist die Zahl der Vermittler heute schon hoch. Neben Leasingmarkt.de vermitteln auch Start-ups wie Faaren und Fair.com passende Flatrate-Angebote. Die Zahl der Kunden ist dagegen - gemessen mit anderen Finanzierungarten - noch gering. Tschöpe glaubt trotzdem, dass es wichtig ist, das Segment früh zu besetzen. „Der Kunde hat sich an Abos gewöhnt, das wird auch im Autohandel ankommen“, sagt er.

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Kommentare (1)

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Herr Denis Schabram

03.12.2019, 11:55 Uhr

Glaube nicht, dass es sich durch setzten wird. Wird wahrscheinlich ein Randphänomen, wie die E-Roller sein.
Der Grundnutzen des Auto ist die Mobilität, Leasing hingegen ist Lifestyle, recht neue Autos zu fahren.
Sicherlich wird es den ein oder anderen geben, der die Flexibilität im Abo nutzen wird, wie eben im Artikel genannt Fahranfänger oder Expats oder zur Überbrückung des nächsten Auto aber der große Wurf wird es nicht sein,
eher viel mehr nach dem Hype kommt die Ernüchterung.

Volvo bietet dies bereits an und die Preise sind unbezahlbar für ein Otto-Normal Verbraucher hinzu kommt ein schlechtes Preis/Leistungsverhältnis.

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