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02.10.2019

12:32

Mobilität

Autobauer investieren ins B2B-Geschäft

Eine Studie sagt für das direkte Geschäft mit Unternehmen großes Wachstum voraus. Deswegen bringen die Autohersteller sich für einen Ausbau in Stellung.

Bis 2035 könnten Geschäfte mit Unternehmen und Flottenbetreibern mehr als die Hälfte des Umsatzes der Autohersteller ausmachen. imago/imagebroker

Autoflotte

Bis 2035 könnten Geschäfte mit Unternehmen und Flottenbetreibern mehr als die Hälfte des Umsatzes der Autohersteller ausmachen.

Düsseldorf Die Fahrzeugindustrie muss umsteuern. Mehr als die Hälfte aller Neuwagen werden im Jahr 2035 an Unternehmen und Flottenbetreiber verkauft, prognostiziert Deloitte in einer Ende vergangener Woche veröffentlichten Studie zum deutschen Automobilmarkt. Derzeit liege der Wert mit 37 Prozent deutlich darunter. Die Berater sehen hier einiges Potenzial. Und sie trauen den Herstellern zu, dieses auch zu nutzen - indem sie das Geschäft mit Finanzdienstleistungen etwa für Flottenbetreiber ausweiten.

Für einen beispielhaften Autobauer (OEM) hat Deloitte im Leasing- und Kreditgeschäft einen Deutschlandumsatz von zuletzt einer Milliarde Euro ermittelt. Dieser werde bis zum Jahr 2035 um fast ein Drittel auf 1,3 Milliarden Euro zulegen. So kompensieren die Hersteller zumindest ein Stück weit den erwarteten Rückgang im klassischen Autoverkauf.

Noch deutlich mehr Chancen erwarten die Deloitte-Experten bei Mobilitätsdienstleistungen, die auch Unternehmen angeboten werden. Hier könnte sich der Umsatz des Beispiel-OEMs binnen 15 Jahren von zuletzt 0,6 auf 1,5 Milliarden Euro mehr als verdoppeln. Die Hersteller bringen sich in Position, um auf beiden Feldern zuzulegen. So wirbt beispielsweise Daimler Financial Services seit Ende Juli unter neuem Namen als Daimler Mobility um Kunden. „Maximal flexible Mobilitätslösungen“ verspricht das Unternehmen.

Wie wichtig es ist, den direkten Kontakt zu halten, zeigt die Deloitte-Studie. Sollte es unabhängigen Mobilitätsdienstleistern gelingen, sich zwischen die Hersteller und deren Kunden zu drängen, drohen die Gewinne aus dem klassischen Fahrzeugverkauf bis 2035 um über 50 Prozent zu sinken. Ohne „tief greifenden Wandel“ sei es für die OEMs kaum zu schaffen, 2035 noch profitabel zu sein, urteilen die Berater. Selbst wenn dies gelingt, sei es „nicht einfach, den Rückgang des traditionellen Autogeschäfts durch neue Geschäftsmodelle zu kompensieren“.

Mehr: „Wir wollen eine Bestimmerposition einnehmen“, sagt Lars Santelmann, Chef der VW-Finanztochter. So will er das Dienstleistungsgeschäft aufmischen.

Von

mer

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