Handelsblatt App
Jetzt 4 Wochen für 1 € Alle Inhalte in einer App
Anzeigen Öffnen
MenüZurück
Wird geladen.

26.11.2019

10:28

Nach dem Skandal

Der Diesel bleibt ein Problem für Autohändler

Von: Lukas Bay

Diesel sind besser als ihr Ruf, wirbt die Autoindustrie. Bei den Kunden verfängt die Botschaft nicht. Gebrauchte Diesel sind nur im Ausland gefragt.

Der Diesel bleibt ein Problem für Autohändler dpa

Ungeliebte Diesel

Moderne Diesel sind vor allem bei Vielfahrern gefragt, doch ihr Anteil sinkt.

Düsseldorf Der Schock wirkt bis heute. Über Jahre hatte Volkswagen den Stickoxid-Ausstoß seiner Diesel-Modelle manipuliert und geschönt. Der Diesel – einst das große Aushängeschild der deutschen Autoindustrie – mutierte im Jahr 2015 in der öffentlichen Wahrnehmung zum Gesundheitsrisiko. Die Angst vor Nachrüstungen und Fahrverboten ließ die Verkaufszahlen in der Folge einbrechen und auch die Restwerte gaben nach.

Der Anteil der Dieselfahrzeuge an den Verkäufen hat sich davon bis heute nicht erholt. Während der Anteil der Selbstzünder an den Neuzulassungen im Jahr 2015 noch bei 48 Prozent lag, betrug er in den ersten zehn Monaten des Jahres 2019 gerade noch 32,2 Prozent. Aus Sicht der Händler bleibt der Diesel problematisch: Nach einer Umfrage der Deutschen Automobil-Treuhand (DAT) ist die Dieselkrise nur für jeden fünften befragten Autohändler überwunden.

Mit einem Restwert von 52 Prozent ist der Wertverlust gebrauchter Diesel nach wie vor höher als bei vergleichbaren Benzinern. Und die Standzeiten für die Selbstzünder sind hoch: Im Durchschnitt stehen Diesel-Fahrzeuge 90 Tage auf dem Hof der Händler, bevor sie einen neuen Eigentümer finden. Ein Tag kostet den Händler im Schnitt 28 Euro pro Auto.

Mit 1,94 Millionen Besitzumschreibungen ist auch der Markt für gebrauchte Diesel weiterhin leicht rückläufig. „Die Verunsicherung über die Zukunft des Diesels ist auch bei unseren Kunden noch sehr ausgeprägt“, zitiert die DAT den Autohändler Borris Wiebusch, Autohaus Wiebusch in Stade. „Nur ausgesprochene Vielfahrer mit einer Jahresfahrleistung von mehr als 30.000 Kilometern suchen noch nach einem Diesel.“

Die gute Nachricht für Dieselbesitzer: Immerhin werden Dieselfahrzeuge wieder in Zahlung genommen. Laut DAT-Diesel-Barometer lehnen es nur noch neun Prozent der befragten Händler ab, gebrauchte Fahrzeuge anzukaufen, Anfang 2018 lehnte noch jeder vierte Händler einen Ankauf ab.

Denn die gebrauchten Diesel aus Deutschland gewinnen vor allem im Ausland an Beliebtheit. 38 Prozent der befragten Autohändler gaben an, direkt von ausländischen Händlern für einen Diesel-Verkauf kontaktiert worden zu sein. Der Anteil der Euro-5-Diesel, die in Deutschland von Fahrverboten bedroht sind, ist deutlich gesunken. Ihr Anteil am deutschen Gebrauchtwagenbestand liegt noch bei 15 Prozent, im Vorjahr waren es noch 22 Prozent.

Verkauft werden die gebrauchten Diesel vor allem in Osteuropa. In Westeuropa sinkt der Anteil des Diesels noch wesentlich stärker als in Deutschland. Nach den Zahlen des Verbandes der Europäischen Autohersteller sank der Diesel-Absatz im abgelaufenen Quartal erneut um 14,1 Prozent. Der Marktanteil ist mit 29,1 Prozent deutlich niedriger als in Deutschland.

Besser sieht es für die Händler bei den alternativen Antrieben wie Elektroautos und Plug-in-Hybriden aus. Da diese mit einer Kaufprämie gefördert und steuerlich bevorzugt werden, zieht auch die Nachfrage bei den Autohändlern spürbar an. 29 Prozent der Händler haben vermehrt Anfragen von Firmenkunden nach Pkw, die als Dienstwagen niedriger besteuert werden.

Handelsblatt Live

Alternative Antriebsformen: „Die E-Mobilität wird kommen, da gibt es keine Alternative“

Handelsblatt Live: Alternative Antriebsformen: „Die E-Mobilität wird kommen, da gibt es keine Alternative“

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Handelsblatt Premium

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×