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28.11.2018

06:20

Porsche 911: Der Autobauer poliert seine Ikone auf Porsche

Neuer Porsche 911

Der Auftritt ist deutlich muskulöser, verharrt aber in der klassischen Form.

Neue Generation des 911

Porsche poliert seine Ikone auf

Von: Martin-W. Buchenau

Schneller, größer, teurer: Die Schwaben stellen ihren neuen Sportwagen mit den alten Erfolgsmustern vor. Aber auch die Schwarmintelligenz bahnt sich ihren Weg.

StuttgartNie war der Spagat zwischen Tradition und Moderne für Porsche größer: Der Autobauer investiert derzeit Milliarden in die Umrüstung des Stammwerkes zur Elektromobilität. Porsche-Chef Oliver Blume lässt keine Gelegenheit aus, über den neuen Elektro-Boliden Taycan und dessen neues Fahrgefühl zu schwärmen, „Wir bauen das sportlichste Elektroauto der Welt“. Im kommenden Jahr soll das elektrisierte Zeitalter beginnen.

Doch zuvor hat der schwäbische Sportwagenbauer erst noch einmal seine Ikone, den 911er, aufpoliert. Seit 55 Jahren auf dem Markt, über eine Million Mal verkauft stellte Porsche am Dienstagabend (Ortszeit) die achte Generation des einst von Ferdinand Alexander Porsche kreierten Models auf der Autoshow in Los Angeles vor.

Dabei zählen äußerlich noch die alten archaischen Erfolgskriterien: Der Auftritt ist deutlich muskulöser, verharrt aber in der klassischen Form. An ihr haben die Schwaben immer nur mit Fingerspitzengefühl Dinge verändert. Es gilt, die treuen Fans nicht zu verschrecken. Im Innern weist vor allem der neue 10,9 Zoll große Touchscreen-Monitor mit intelligenten Systemen für neue Bequemlichkeit auf die Moderne hin.

Chef-Designer Michael Maurer hat sich alle Mühe gegeben, den klassischen Heckmotor-Sportwagen mit den Ansprüchen der digitalen Welt in Einklang zu bringen. Wie bei jedem Modellwechsel darf es immer ein bisschen mehr sein. Diesmal sind es 30 PS.

Angetrieben wird der Sportwagen mit einem in der S-Version jetzt mit 450 PS und einem aufgeladenen verbesserten Sechszylinder-Boxermotor einschließlich neu entwickeltem Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe. Den Saugmotor hat das Unternehmen vor drei Jahren weitestgehend aus dem Angebot genommen.

Angetrieben wird der Sportwagen mit einem in der S-Version jetzt mit 450 PS und einem aufgeladenen verbesserten Sechszylinder-Boxermotor einschließlich neu entwickeltem Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe. Porsche

Höhere Motorisierung

Angetrieben wird der Sportwagen mit einem in der S-Version jetzt mit 450 PS und einem aufgeladenen verbesserten Sechszylinder-Boxermotor einschließlich neu entwickeltem Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe.

3,7 Sekunden benötigt das hinterradgetriebene Coupé von Null auf 100 Stundenkilometer, 0,4 Sekunden schneller als der Vorgänger. Mit einem Sonderpaket ist der Sportwagen noch einmal 0,2 Sekunden fixer. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt nun 308 Stundenkilometer.

Der Verbrauch des 911 Carrera S notiert mit 8,9 l/100 km nach korreliertem NEFZ. Für sportliche Porsche-Fahrer dürfte der Wert allerdings nicht zu erreichen sein. Aber das wird die zahlungskräftigen Kunden wohle eher wenig kümmern. Über den großen Rädern mit vorn 20 und hinten 21 Zoll Durchmesser wölben sich deutlich breitere Radhäuser. Vorn wuchs die Breite der Karosserie um 45 Millimeter.

Die echten Porsche-Puristen sind vermutlich nicht begeistert, werden es aber mit der Zeit verschmerzen: Es gibt wieder neue kleine Helferlein, um nicht aus der Kurve zu fliegen. Ein so genannter Wet Mode für noch sichereres Fahrverhalten auf nassen Straßen und ein Nachtsichtassistent mit Wärmebildkamera. Der warnt und erkennt Kamera-basiert die Gefahr von Kollisionen mit sich bewegenden Objekten und leitet gegebenenfalls eine Notbremsung ein.

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Persönlicher Lifestyle-Assistent

Der auf Wunsch verfügbare Abstandsregeltempostat umfasst eine automatische Distanzregelung, eine Stop-and-Go-Funktion, einen reversiblen Insassenschutz und eine neuartige autonome Nothaltefunktion. Bequemlichkeit und Sicherheit macht auch nicht vor dem 911er halt. All das sind auch bei der Sportikone Trippelschritte hin zum autonomen Fahren. Solange alles abschaltbar ist, wird es der Sportwagenpilot tolerieren.

Porsche-Fahrer fühlen sich zwar als Individualisten, aber in der achte Generation können sie auch die moderne Schwarmintelligenz für Online-Navigation nutzen. Die Applikation „Porsche Road Trip“ ermöglicht Routen mit exklusiven Hotel- und Restaurantvorschlägen sowie Sehenswürdigkeiten und Aussichtspunkten entlang der Strecke.

Der persönliche Assistent „Porsche 360+“ soll ein persönlicher Lifestyle-Assistent rund um die Uhr sein. Er soll den Alltag erleichtern und exklusive Erlebnisse möglich machen.

Porsche-Fahrer fühlen sich zwar als Individualisten, aber in der achte Generation können sie auch die moderne Schwarmintelligenz für Online-Navigation nutzen. Porsche

Apps an Bord

Porsche-Fahrer fühlen sich zwar als Individualisten, aber in der achte Generation können sie auch die moderne Schwarmintelligenz für Online-Navigation nutzen.

Und noch ein kurioses Feature gibt es: der „Porsche Impact“ zur Neutralisation des individuellen CO2-Fußabdrucks. Dabei handelt es sich um einen Emissionsrechner. Dieser bemisst die finanziellen Beiträge, die Porsche-Kunden zahlen können, um ihren CO2-Fußabdruck zu kompensieren. Sie wählen selbstständig, in welche international zertifizierten Klimaprojekte sie investieren wollen. Diese sind über die ganze Welt verteilt und konzentrieren sich auf Wind-, Wasser- und Sonnenenergie sowie Waldschutz.

Grünes Alibi, werden die Kritiker dazu sagen. Ob die Funktion dieses Image überwindet, dürfte fraglich sein. Der Porsche Carrera S wird 120.000 Euro aufwärts kosten. Und er wird aller Wahrscheinlichkeit weiter dazu beitragen, dass Porsche mit einer Rendite von zuletzt über 17 Prozent der wohl profitabelste Autobauer der Welt bleibt.

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