MenüZurück
Wird geladen.

Oberklasse-Limousine

Prestige ohne Prunk – der Volvo 164 wird 50

Quelle:Spotpress

Es war der „Volvo für die Reichen“: Schwedens erster neuer Sechszylinder der Nachkriegszeit verkörperte Luxus auf skandinavische Art.

  • zurück
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
  • vor
Volvo 164 ab 1968 - Produktion des ersten 164 Volvo

1968: Produktion des ersten 164

„Rolls-Royce für die Armen wollten wir ihn nicht nennen, denn er ist ein Volvo für die Reichen“. Unter diesem provozierenden Slogan warben die Schweden vor 50 Jahren für ihr neues Spitzenmodell 164, dessen mächtiger chromglänzender Kühlergrill dennoch an die britische Nobelmarke erinnerte. Gleich zwei schwedische Könige, Gustav VI. und sein bis heute regierender Enkel Adolf Carl XVI. Gustaf, vertrauten auf den Komfort des einerseits konservativen, andererseits aber auch revolutionären Volvo-Flaggschiffs.

Bild: Volvo

Volvo 164, Produktion im Jahr 1969 Volvo

Produktion im Jahr 1969

Konservativ wirkten die Front und die kantigen Konturen des bis zu 4,87 Meter langen Viertürers, der vom bis dahin erfolgreichsten Volvo aller Zeiten, dem 1966 vorgestellten Typ 140, abgeleitet war. Zum vornehmen Auftritt des Volvo 164 passte außerdem der bewusste Verzicht auf das Angebot einer Kombiversion.

Bild: Volvo

Volvo 164, Modell 1971 Volvo

Volvo 164, Modell 1971

Revolutionär wirkte der Volvo dagegen als erste vollkommen neu entwickelte skandinavische Sechszylinder-Limousine seit den 1930er Jahren. Neben dem bis zu 129 kW/175-SAE-PS starken 3,0-Liter-Benziner und wegweisenden Sicherheitstechniken war es aber vor allem der Luxus nach dem schwedischen Lagom-Prinzip, der die kostspieligste Baureihe aus Göteborg zu einem Fahrzeug formte, wie die Prestigeklasse noch keines gesehen hatte.

Bild: Volvo

Volvo 164, Modell 1972 Volvo

Volvo 164, Modell 1972

Als Basis für den 164 nutzte Designer Jan Wilsgaard die Grundform des gerade aufgelegten Volvo 144 mit kantigen Konturen, großen Fensterflächen und kräftigen Schulterlinien. Ein funktionelles Design, das während der kommenden drei Jahrzehnte zu den Volvo-Markenmerkmalen zählte. So konnte Wilsgaard die Entwicklungskosten für den neuen Toptyp Volvo 164 auf umgerechnet 20.000 Euro begrenzen.

Bild: Volvo

Volvo 164 E, Motor mit Einspritzung, Modell 1972 Volvo

Volvo 164 E, Motor mit Einspritzung, Modell 1972

Nicht gespart hatte die neue schwedische Sechszylinder-Liga (anfangs mit Vergaser und müden 96 kW/130 PS für 170 km/h, später mit temperamentvollen, 190 km/h flotten Einspritzern) an inneren Werten, die sich Volvo fürstlich honorieren ließ. So kostete der Volvo 164 am Ende mindestens 27.600 Mark und damit fast das Doppelte des Basistyps Volvo 140. Sogar der BMW 3.0 S oder die vergleichbare Mercedes S-Klasse waren 20 Prozent preiswerter.

Bild: Volvo

Volvo 164, Modell 1973 Volvo

Volvo 164, Modell 1973

Andererseits glänzte der Volvo mit serienmäßigen Finessen, wie sie so nur die auf Sicherheitsinnovationen spezialisierten Schweden lieben. Darunter Kopfstützen vorn und optional im Fond, Sicherheitsgurte vorn und optional hinten, Sitzbelegungserkennung für den Beifahrer, eine zweistufige Heckscheibenheizung, Lederfauteuils inklusive Sitzheizung und das neuartige 2x3-Bremssystem, bei dem die Vorderräder von beiden Bremskreisen verzögert wurden.

Bild: Volvo

Volvo 164, Modell 1973 Volvo

Volvo 164, Modell 1973

Tatsächlich war der kostspielige Volvo 164 ein Luxusliner eigener Art, weshalb eine Anzeigenkampagne in großen Lettern frech feststellte: „Sie können einen Volvo erst dann wirklich wertschätzen, wenn sie einen Mercedes gefahren haben“. Im Kleingedruckten folgten dann nähere Erläuterungen: „Es geht nicht darum, wie schnell oder schick ein Volvo 164 ist, es geht darum, wie robust er ist. Der Volvo 164 ist genauso unzerstörbar langlebig wie jeder andere Volvo. Weshalb 90 Prozent aller in den letzten elf Jahren gebauten Volvo noch immer auf der Straße sind. Natürlich können wir ihnen das für ihren 164 nicht garantieren, aber wir vermuten, dass sie ihn mindestens sechs oder sieben Jahre lang deutlich mehr mögen werden als einen Mercedes.“

Bild: Volvo

Volvo 164, Modell 1973 Volvo

Volvo 164, Modell 1973

Dagegen brachte der 3,0-Liter-Sechszylinder (B30) die Anlagen zum Kilometer-Millionär mit, so robust waren Kurbelwelle und andere Komponenten gebaut. Weshalb das Triebwerk auch vom englischen Sportwagenbauer Marcos genutzt wurde und als Volvo-Penta-Bootsmotor für Furore sorgte. „Einen Volvo kaufen ist wie heiraten: Du gehst davon aus, es nur einmal tun zu müssen“, resümierte ein amerikanisches Fachblatt über den „Family Cruiser“ des Typs 164, für den die USA wichtigster Absatzmarkt waren.

Bild: Volvo

Volvo 164, Modell 1974 Volvo

Volvo 164, Modell 1974

In Schweden traf der Luxusliner den dortigen Lagom-Lifestyle so perfekt, dass er sich sofort als populärster Sechszylinder in den Verkaufscharts platzierte. In Deutschland kam es dagegen nur zu Achtungserfolgen. Facegeliftet und mit geringfügig verlängertem Radstand erzielte der Volvo 164 hierzulande 1973 sein bestes Jahresergebnis, dazu genügten dem Wikinger knapp 1000 Einheiten.

Bild: Volvo

Volvo 264, Nachfolger des Volvo 164 Volvo

Volvo 264, Nachfolger des Volvo 164

Allerdings war der Volvo 164 auch zukunftsgerichteter als diese Konkurrenten. So zählte er ab Ende 1974 zu den ersten Serienfahrzeugen weltweit mit Katalysator und für die Evolution zum Volvo 260 genügten ihm 1975 eine andere Front- und Heckgestaltung. Damit blieben die Flaggschiffe bis Mitte der 1980er Jahre in Bestform, jetzt sogar als Coupé, Kombi und zweitürige Limousine.

Bild: Volvo

  • zurück
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
  • vor

Weitere Galerien

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×