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23.02.2013

09:26 Uhr

Gebrauchte Ford Mondeo

Jüngere Markenflaggschiffe bevorzugen

Quelle:dpa

Wer einen gepflegten Ford Mondeo fährt, der nach 2007 gebaut wurde, kann sich in der Regel auf den Wagen verlassen. Das Mittelklassemodell schneidet in der Pannenstatistik gut ab.

2007 kam die dritte Auflage des Ford Mondeo auf den Markt. Bei der HU macht diese Generation laut TÜV kaum Probleme. PR

2007 kam die dritte Auflage des Ford Mondeo auf den Markt. Bei der HU macht diese Generation laut TÜV kaum Probleme.

Berlin1998 war ein wichtiges Jahr in der Modellgeschichte des Ford Mondeo: Der Wagen wurde nach der Einstellung des Scorpio zum Markenflaggschiff des Kölner Autobauers. In diese Rolle ist er buchstäblich hineingewachsen. In der Länge legte das Mittelklassemodell von knapp 4,50 Metern auf fast 4,80 Meter zu - die für Ende 2014 erwartete neue Modellgeneration wird noch einmal rund 10 Zentimeter länger.

Das Expertenurteil zum Mondeo fällt nach anfänglich häufigen Mängelerscheinungen mittlerweile positiv aus. «Wer ein gepflegtes Exemplar findet, kann wenig falsch machen», steht im "TÜV Report 2013" mit Bezug auf die Baujahre ab 2007, die bislang fast nur mit Starterproblemen auffielen.

Ältere Exemplare schlagen sich aber inzwischen mit Rost an Türkanten und Kofferraumklappen herum, typische Macken sind auch Fehler in der Motorsteuerung und poröse Bremsschläuche. In der ADAC-Pannenstatistik 2009 belegte der Mondeo noch den vorletzten Platz in der Mittelklasse, Ford habe aber nachgebessert.

Damals stellte der ADAC Mängel wie defekte Kraftstoffpumpen bei den Benzinern des Baujahrs 2008 oder fehlerhafte Nockenwellensensoren bei Dieseln (bis 2009) fest. Diese Bauteile sollten Gebrauchtwagenkunden im Blick haben. Ein klemmendes Ventil im Bremssystem war Anlass für einen Rückruf (2008/2009).

Was es beim Gebrauchtwagenkauf zu beachten gibt

Fahrzeugbesichtigung

Die Mängelsuche beginnt mit einem Rundgang ums Auto. In aller Ruhe sollten Spalte an Stoßfängern, Türen und anderen Anbauteilen in Augenschein genommen werden. Gibt es Unterschiede bei den Spaltmaßen, lässt das meist auf einen Unfallschaden schließen. Gleiches gilt, wenn Reifen unterschiedlich stark abgefahren sind oder das auf den Fahrzeugleuchten angegebene Produktionsdatum nicht mit dem Baujahr des Autos übereinstimmt. Dann wurden die Leuchten schon einmal ausgewechselt - möglicherweise nach einem Crash.

Papiere prüfen

Vor allem bei jüngeren Gebrauchtwagen sollte es unbedingt ein Serviceheft geben, in dem die Fahrzeugwartung lückenlos dokumentiert ist. Zusätzliches Vertrauen schaffen Kundendienstrechnungen, Reparaturnachweise und Prüfberichte. Viele Vorbesitzer im Fahrzeugbrief (Zulassungsbescheinigung Teil II) könnten trotz allem auf ein Montagsauto hindeuten - mehr als zwei Halter in fünf Jahren oder drei in sieben Jahren sind verdächtig.

Blick unter die Haube

Abgeplatzter Lack und Beschädigungen an Schraubverbindungen der Karosserieteile im Motorraum können ein Hinweis auf größere Reparaturen sein. Ölspritzer und Wasserflecken begründen den Zweifel an einem einwandfreien Antrieb. Aber auch ein sehr sauberer Motorraum sollte stutzig machen: Mit einer Motorwäsche könnten Spuren beseitigt und Undichtigkeiten kaschiert worden sein.

Rostsuche

Um Korrosionsschäden an der Karosserie auf die Spur zu kommen, lohnt ein Blick in verborgene Ecken, etwa unter den Kofferraumteppich, hinter die Tankklappe und in die Radkästen. Mit etwas Fingerspitzengefühl lässt sich Rost hinter den Schwellern ertasten. Korrosion unter dem Lack ist an einer welligen oder pickeligen Oberfläche zu erkennen. Muffiger Geruch im Innenraum deutet auf Feuchtigkeit im Wagen hin. In diesem Fall nach Möglichkeit den Teppich anheben und nach Wasserpfützen und Rost suchen.

Lack-Check

Ausgebesserte Unfallschäden lassen sich mit bloßem Auge oft nicht erkennen. Indizien dafür sind Farbspuren an eigentlich unlacki