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05.09.2019

08:26

Taycan-Weltpremiere

Das steckt im ersten Elektro-Porsche

Von: Peter Maahn
Quelle:Spotpress

Der Taycan soll den Sportwagenbauer in eine elektrische Zukunft führen. Die Preise beginnen bei über 150.000 Euro. Dafür bietet Porsche einiges.

Der Taycan Turbo S kommt auf 560 kW/761 PS Porsche

Porsche Taycan

Der Taycan Turbo S kommt auf 560 kW/761 PS.

Neuhardenberg Deutschlands Antwort auf den Tesla ist sündhaft teuer und heißt Taycan. Porsche feiert die Weltpremiere seines ersten rein elektrischen Serienmodells, das nicht nur dem US-Außenseiter das Heck zeigen will.

Das Top-Modell des Viertürers kommt gut 410 Kilometer weit und bietet mit seinen über 700 PS Fahrleistungen, die denen der bekannten Modelle vom 911 bis zum Panamera nicht nachstehen, sie teilweise sogar übertreffen. Die Preise beginnen bei über 150.000 Euro.

Das Elektro-Wunder schickt bis zu 560 kW/715 PS an alle vier Räder, kann in bislang ungeahnt kurzer Zeit geladen werden und bietet mit seinen Fahrleistungen echten Sportwagen aus Zuffenhausen durchaus Paroli.

Natürlich ist so ein Taycan keine Massenware wie der viel kleinere ID3 der Konzernmutter Volkswagen. Der Überflieger mit Namen Taycan Turbo (500 kW/680 PS) kostet ab 152.136 Euro, das Topmodell „S“ mit 80 PS mehr kommt mit 185.456 Euro der 200.000er-Marke bedrohlich nahe, wird sie bei zusätzlichen Einkäufen in der dicken Preisliste locker überspringen.

Der Name „Turbo“ ist etwas albern, da ein E-Auto bekanntlich keinen solchen braucht. Aber die Marketing-Spezialisten wollen der angestammten Kundschaft wohl den Abschied so wenig schwer wie möglich machen.

Premiere: Porsche Taycan - Saubere Kraft in schöner Form SP-X/Peter Maahn

Porsche-Chef Oliver Blume

„100 Prozent elektrisch, 100 Prozent Porsche“.

Die in Kürze erscheinenden Taycan-Versionen mit weniger Leistung tragen übrigens diesen Beinamen nicht. Diese Einstiegsversion könnten dann mit „nur“ fünfstelligen Preisen locken. Die für Normalverbraucher astronomischen Preise machen es möglich, dass teuerste Technik zum Einsatz kommt. Wie zum Beispiel das 800-Volt-Bordsystem, das mehr Leistung bietet, Gewicht spart und schnellere Ladezeiten ermöglicht. Üblich sind 400 Volt.

Das Auffrischen auf 80 Prozent der Batterieladung dauert dann weniger als 23 Minuten. Mit einem Fünf-Minuten-Stromstoß können ungeduldige Taycan-Fahrer Saft für 100 weitere Kilometer tanken. Für all dies sind allerdings spezielle Ladesäulen nötig, das dazugehörige möglichst dichte Netz muss noch aufgebaut werden. Solange müssen die stolzen Erstkunden des Super-Stromers deutlich mehr Geduld an den Ladepausen aufbringen.

Die Liste der technischen Details des Taycan ist endlos. Für jede Achse ein eigener E-Motor, der Taycan hat also Allradantrieb. Die Steuerung des Systems übernimmt ein Hochleistungsrechner, der sich auch um die Hinterachslenkung oder die Luftfederung kümmert.

Da E-Autos im Betrieb dazu neigen, hohe Temperaturen zu entwickeln, ist auch das Flüssigkeits-Kühlsystem aufwendig und in zahllosen Ingenieursstunden ausgeklügelt. Akku, Motoren und sonstige sensible Aggregate werden so vor Hitzeschäden bewahrt.

Von Null auf Hundert in 2,8 Sekunden

Bislang war es Porsche gelungen, die endgültige Formgebung des Taycan zu verschleiern, Versuchswagen waren mit aufgeklebten Auspuff- und Heckleuchten-Imitaten verunstaltet, der Arbeitsplatz der Testfahrer mit Sichtschutzfolien über dem Armaturenbrett unkenntlich gemacht.

Der Taycan zeichnet noch deutlicher als der Panamera die Sportwagen-Silhouette des 911 nach, kein Zweifel an der Familienzugehörigkeit. Die flache Haube mit den beiden erhabenen Scheinwerfer-Tuben, das langgestreckte und nach hinten sanft abfallende Dach bis hin zum typischen Heck mit seinem durchgehenden Bremsleuchten-Band.

Der Taycan Turbo leistet 500 kW/680 PS Porsche

Porsche Taycan

Das Auffrischen auf 80 Prozent der Batterieladung dauert weniger als 23 Minuten.

Designer Michael Mauer beschwört: „Alles, was einen Porsche ausmacht, steckt auch im Taycan“. Und Vorstandschef Oliver Blume ergänzt: „100 Prozent elektrisch, 100 Prozent Porsche“.

Die Verantwortlichen eines Unternehmens, das seit 70 Jahren stets Sportwagen baut und auch bei den SUV-Modellen immer auf Leistung setzt, haben es besonders schwer. Sie müssen die betuchte Kundschaft von Porsche, zumeist eingefleischte Vollgas-Enthusiasten, vom Sinn der E-Mobilität überzeugen.

Zwei Daten sind dabei sicher hilfreich: Beide Taycan-Modelle laufen locker 260 km/h und den Spurt auf 100 km/h erledigt das Top-Modell in 2,8 Sekunden. Falls die Argumente nicht ziehen, könnte der Überzeugungstäter mit Porsche-Ausweis noch nachlegen: Aus dem Stand auf Tempo 200 vergehen im Taycan weniger als zehn Sekunden.

Doch auch Porsche-Kunden wissen, dass solche Eskapaden mit dem Gaspedal in einem E-Auto teuer bezahlt werden müssen. Der nächste Stopp an der Ladesäule ist dann recht bald nötig. Um diese Physik-Gesetze kommt auch ein Porsche nicht herum.

Mit einem Fünf-Minuten-Stromstoß können ungeduldige Taycan-Fahrer Saft für 100 weitere Kilometer „tanken“ Porsche

Taycan an der Ladesäule

Mit einem Fünf-Minuten-Stromstoß können ungeduldige Fahrer Saft für 100 weitere Kilometer „tanken“

Der Taycan zeichnet noch deutlicher als der Panamera die Sportwagen-Silhouette des 911 nach Porsche

Neuer Elektro-Porsche

Der Taycan zeichnet noch deutlicher als der Panamera die Sportwagen-Silhouette des 911 nach.

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