Handelsblatt App
Jetzt 4 Wochen für 1 € Alle Inhalte in einer App
Anzeigen Öffnen
MenüZurück
Wird geladen.

27.10.2022

17:58

+++ EZB-Liveblog +++

„Ist die geldpolitische Normalisierung beendet? Nein!“ – EZB-Präsidentin Lagarde über den großen Zinsschritt

Von: Leonidas Exuzidis, Jan Mallien

Die EZB erhöht zum zweiten Mal in Folge die Zinsen um 0,75 Prozentpunkte. Wie Präsidentin Lagarde die Entscheidung in der Pressekonferenz erklärt hat.

  • Die EZB erhöht den Leitzins erneut um 75 Basispunkte auf nunmehr 2,0 Prozent.
  • Der Einlagenzins für Banken steigt von 0,75 Prozent auf 1,5 Prozent.
  • Die Bedingungen bei den Langfristkrediten für Banken (TLTRO III) werden angepasst.
Redaktionell
Redaktionell
Neueste zuerst
Älteste zuerst
See latest updates
Neuen Beitrag anzeigen
Neue Beiträge anzeigen
Kein Beitrag vorhanden
Marc Renner
Hören Sie hier unseren Podcast zum Thema: Handelsblatt-Finanzredakteur Ingo Narat spricht über die zweite große Zinserhöhung der EZB in Folge, die Reduktion des Anleihebestands und das umstrittene Kreditprogramm für die Banken namens TLTRO III.
|
Leonidas Exuzidis
Wir beenden den Liveblog an dieser Stelle und bedanken uns für Ihr Interesse. Die nächste EZB-Sitzung findet am Donnerstag, 15. Dezember, statt.  
EZB stemmt sich mit weiterem großen Zinsschritt gegen die Rekordinflation
|
Leonidas Exuzidis
Unterm Strich lässt sich bilanzieren: Der Zinserhöhungszyklus der EZB ist angesichts des starken und anhaltenden Preisdrucks noch nicht beendet. Lagarde hat sich aber keinen Hinweis entlocken lassen, wie stark künftige Anhebungen ausfallen werden. 

Bezüglich der Änderungen im TLTRO-Programm hat die Notenbankchefin auf die Details verwiesen, die die EZB zeitnah veröffentlichen will. Die Anpassungen seien aber notwendig, um der neuen geldpolitischen Situation gerecht zu werden. Der Bilanzabbau der EZB wird vor allem bei der Dezember-Sitzung ein großes Thema werden. Details hierzu nannte Lagarde nicht.
|
Leonidas Exuzidis
Hier können Sie die Pressekonferenz von Christine Lagarde in voller Länge nachschauen:
|
Leonidas Exuzidis
Die Pressekonferenz mit Christine Lagarde ist beendet. 
|
Leonidas Exuzidis
Fragen zur neuen italienischen Ministerpräsidentin Meloni weicht Lagarde gekonnt aus. Sie werde keine politische Bewertung abgeben. Die EZB wolle sich auf den Kampf gegen die Inflation konzentrieren.
|
Leonidas Exuzidis
Lagarde spricht über die Unabhängigkeit der Notenbank. Die EZB sei komplett unabhängig von fiskalischer Seite sowie vonseiten der Finanzmärkte. Man ziehe die Erwartungen an den Märkten in die eigene Analyse mit ein, richte diese jedoch nicht danach aus. Man fokussiere sich auf das eigene Mandat: die Preisstabilität. 
|
Leonidas Exuzidis

We have to do what we have to do. 

Christine Lagarde

|
Leonidas Exuzidis
Handelsblatt-Redakteur Jan Mallien erkundigt sich noch einmal nach den konjunkturellen Aussichten. Lagarde verweist auch hier auf die Sitzung im Dezember, wenn die EZB neue Inflations- und- Konjunkturprognosen veröffentlicht. Lagarde fügt hinzu, dass sich eine Reihe von Faktoren, die das Downside- vom Baseline-Szenario abgrenzen, zuletzt nicht verschlechtert haben. Man habe die Annahmen des Downside-Szenarios noch nicht erreicht. Man könne jedoch auch nicht vom Baseline-Szenario ausgehen. Die Wahrheit liegt vermutlich irgendwo dazwischen.
|
Leonidas Exuzidis
Ein Journalist fragt nach den Anpassungen beim TLTRO-Programm. Bezüglich der technischen Details verweist Lagarde auf die Informationen, die die Notenbank zeitnah veröffentlicht. Sie bekräftigt jedoch, dass das neue Zinsumfeld angesichts der hohen Inflation Veränderungen in diesem Programm notwendig mache. 
|
Tobias Döring
Christine Lagarde während der Pressekonferenz.
Christine Lagarde während der Pressekonferenz.   Bild: dpa
|
Leonidas Exuzidis
Die Französin bleibt diesbezüglich extrem vorsichtig. Lagarde lässt sich kaum entlocken, in welchem Umfang künftige Erhöhungen ausfallen werden. Sie verweist immer wieder auf das Ende der Forward Guidance, da man nun von Meeting zu Meeting individuell entscheiden wolle.
|
Leonidas Exuzidis
Es werde weitere Zinserhöhungen geben, wiederholt Lagarde. Und zwar so lange, bis die Konjunktur mittelfristig auf eine Inflation von zwei Prozent zusteuere. Möglicherweise sei es notwendig, den Zins über das neutrale Niveau anzuheben. Auf diesem Niveau wird die Wirtschaft weder gestärkt noch gebremst. Das neutrale Niveau galt bislang als eine Art Zwischenziel. Doch das dürfte möglicherweise nicht ausreichen.
|
Leonidas Exuzidis
Die nächste Frage bezieht sich erneut auf das weitere Zinsniveau. Ob künftige Erhöhungen geringer ausfallen angesichts der bisher getroffenen Schritte, fragt eine Journalistin. Lagarde bekräftigt ihre bisherigen Ausführungen: Der Zyklus an Erhöhungen sei noch nicht beendet. Man entscheide bei jeder Sitzung individuell abhängig von der Datenlage.
|
Leonidas Exuzidis

Aus Sicht vieler Experten ist eine geringere Liquidität in der Wirtschaft wichtig. Notenbanken wie die Fed in den USA haben daher bereits damit begonnen, ihren Bestand an Anleihen zu reduzieren. Die Fed macht dies, indem sie auslaufende Anleihen aus ihrem Bestand nicht mehr voll ersetzt. Die britische Notenbank will sogar ab Ende Oktober Anleihen aus dem Bestand verkaufen.

|
Leonidas Exuzidis
Die Journalistin fragt auch nach dem möglichen Abbau der EZB-Bilanz. Lagarde bleibt zurückhaltend und verweist auf die Sitzung des EZB-Rats im Dezember. Dort sollen die „key principles“ diskutiert und entschieden werden.
|
Leonidas Exuzidis
Lagarde betont, auf welche Faktoren die Notenbank bei ihren Treffen achte:

  • Vorrangig lege man Wert auf die Inflation und die Erwartungen über ihre zukünftige Entwicklung.
  • Auch schaue man auf die bislang vollzogenen Zinserhöhungen.
  • Und drittens sei auch der verzögerte Transmissionsmechanismus der Geldpolitik relevant. Schließlich dauert es eine Zeitlang, bis die getroffenen Maßnahmen ihre gewünschte Wirkung entfalten.
|
Leonidas Exuzidis
Die erste Frage bezieht sich auf das künftige Zinsniveau. Die heutige Erhöhung trage dazu bei, die unterstützende Geldpolitik weiter zu reduzieren, sagt Lagarde. Der Prozess der Normalisierung sei jedoch noch nicht beendet – weitere Zinsschritte werden folgen abhängig von der Datenbasis bei jedem Treffen. Forward Guidance, also die Steuerung der Erwartungen der Marktakteure über einen längeren Zeitraum, sei in der aktuellen Phase hoher Unsicherheit nicht sinnvoll, bekräftigt die Französin. Stattdessen gehe man bei jedem Treffen individuell vor.
|
Leonidas Exuzidis
Nun stellen die Journalisten ihre Fragen. 
|
Leonidas Exuzidis
Die EZB-Chefin spricht aus, was eigentlich klar ist: Der Zinserhöhungszyklus der Notenbank ist noch nicht beendet. 

Wir rechnen damit, die Zinsen weiter zu erhöhen, um unser mittelfristiges Inflationsziel zu erreichen.

Christine Lagarde

|
Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

    Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

    Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

    ×