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16.01.2019

16:20

Auslandsnotierung

Krauss-Maffei geht in China an die Börse

Von: Peter Köhler

ChemChina bringt den Maschinenbaukonzern in Shanghai an die Börse. Auf dem Kapitalmarkt wittern Vorstand und Gewerkschaft neue Chancen.

Schon Ende vergangenen Jahres erfolgte der Börsengang durch Übertragung der Anteile auf die Unternehmenstochter von ChemChina. dpa

Krauss-Maffei Group

Schon Ende vergangenen Jahres erfolgte der Börsengang durch Übertragung der Anteile auf die Unternehmenstochter von ChemChina.

Frankfurt Der Maschinenbaukonzern Krauss-Maffei ist zukünftig an der Börse in Schanghai präsent. Der Börsengang erfolgte bereits Ende des vergangenen Jahres durch Übertragung der Anteile am Unternehmen auf eine Tochter von ChemChina. Nach der Transaktion hält ChemChina gut 60 Prozent der Anteile, ein chinesischer Staatsfonds rund 15 Prozent, und der Rest ist Streubesitz.

Krauss-Maffei-Chef Frank Stieler bezeichnete die Premiere in Schanghai gegenüber dem Handelsblatt als Pioniertat, das Listing erschließe den Zugang zum chinesischen Kapitalmarkt und den dortigen Investoren. Bei der am Mittwoch bekannt gewordenen Notierung ist noch kein frisches Geld, etwa über eine Kapitalerhöhung, in die Kasse gespült worden. Allerdings bestehe die Option, in den kommenden Jahren Kapitalmaßnahmen folgen zu lassen, hieß es in Finanzkreisen.

Auch die parallele Notierung von sogenannten D-Aktien in Frankfurt sei denkbar, hieß es weiter. Ein Sprecher der deutsch-chinesischen Börse Ceinex sagte, ein solches Listing sei möglich, aktuell befänden sich mehrere Kandidaten in der Pipeline.

Zusätzlich übernimmt die ChemChina-Mehrheitsbeteiligung Qingdao Tianhua Institute of Chemistry Engineering (THY) ein ChemChina-Werk in Sanming, das Spritzgussmaschinen für den chinesischen Markt baut. Krauss-Maffei wird so auf einen Umsatz von rund 1,5 Milliarden Euro kommen.

IG Metall zufrieden

Das Geschäft von Krauss-Maffei wird auch zukünftig vom Firmensitz in München geleitet, es gilt weiterhin die deutsche Mitbestimmung. Man sei von den Chancen der Einbringung an der Börse Schanghai überzeugt, erklärte IG-Metall-Funktionär Horst Lischka. Krauss-Maffei befindet sich seit April 2016 mehrheitlich im Besitz des staatlichen chinesischen Chemiekonzerns ChemChina. Dieser hat bereits die französische Firma Adisseo an die Schanghaier Börse geführt.

Größter Auslandsdeal für ChemChina war vor gut zwei Jahren die Übernahme des schweizerischen Pestizidherstellers Syngenta für 46 Milliarden Dollar. Wegen höherer politischer Hürden sind die Übernahmen deutscher Firmen durch chinesische Adressen deutlich zurückgegangen.

Laut jüngsten Zahlen von Mergermarket kam es 2018 zu 17 Transaktionen im Wert von 1,5 Milliarden Euro gegenüber 34 Deals über 9,1 Milliarden Euro im Jahr 2016. Das verschärfte Außenwirtschaftsgesetz und die sicherheitspolitischen Prüfungen in den USA sowie das Kartellrecht führen dazu, dass die grenzüberschreitenden Transaktionen länger dauern oder gar nicht erst angegangen werden. Beim Schanghai-Listing von Krauss-Maffei hatte die chinesische Börsenaufsicht ein Wertgutachten in Auftrag gegeben, außerdem waren die politischen Stellen in Berlin im Bilde.

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