Handelsblatt App
Jetzt 4 Wochen für 1 € Alle Inhalte in einer App
Anzeigen Öffnen
MenüZurück
Wird geladen.

29.03.2019

18:05

Fahrdienstvermittler

Uber-Konkurrent Lyft legt bei Börsendebüt mehr als 20 Prozent zu

Von: Astrid Dörner, Andreas Neuhaus, Britta Weddeling

Die Aktien des US-Fahrdienstvermittlers schießen am ersten Handelstag in die Höhe und legen zeitweilig mehr als 20 Prozent zu. Hedgefonds sind aber skeptisch.

Der Fahrdienstleister Lyft feierte am Freitag in New York seinen Börsengang. AFP

Börsendebüt

Der Fahrdienstleister Lyft feierte am Freitag in New York seinen Börsengang.

New York, Düsseldorf, San Francisco Der Aktien von Lyft sind bei ihrem Börsendebüt in die Höhe geschnellt. Der erste Kurs des US-Fahrdienstvermittlers lag bei seiner Marktpremiere am Freitag in New York bei 87,24 US-Dollar – mehr als 20 Prozent über dem Ausgabepreis.

In den ersten Handelsstunden gab die Aktie jedoch einen Teil der Kursgewinne zurück. Am Ende kostete das Papier noch gut 78 Dollar. Deutsche Anleger können die Lyft-Aktie nach dem IPO an der Nasdaq auch an der Frankfurter Börse handeln. „Eine taggleiche Einbeziehung macht dies möglich“, erklärte die Deutsche Börse.

Am Donnerstag hatte Lyft mitgeteilt, dass die Aktien zum Preis von 72 Dollar ausgegeben werden. Damit gelang es dem Uber-Rivalen, seine Papiere am oberen Ende der am Vortag bereits deutlich erhöhten Preisspanne loszuschlagen.

Lyft sammelte dadurch deutlich mehr Geld ein, als es dem Unternehmen ursprünglich zugetraut worden war. Die Gesamtbewertung an der Börse beträgt fast 25 Milliarden Dollar, mit dem Börsengang sammelt Lyft mehr als zwei Milliarden Dollar bei Anlegern ein.

Schwarze Zahlen schreibt die bislang in den USA und Kanada aktive kalifornische Firma aber nicht. Bei einem Umsatz von 2,2 Milliarden Dollar betrug der Jahresverlust im vergangenen Jahr 911 Millionen Dollar – mehr hat noch kein Börsenaspirant in den zwölf Monaten vor dem Debüt verloren.

Kommentar: Der Tech-Hype frisst seine Einhörner

Kommentar

Der Tech-Hype frisst seine Einhörner

Das Silicon Valley lebt von seiner Aura – und dortige Start-ups wachsen durch üppige Börsengänge. Doch der IPO-Boom hat seine Tücken.

Wann Lyft profitabel sein will, ist unklar. In dem aktuellen Ausblick bis 2022 ist noch kein Gewinn vorgesehen – auch weil sich Lyft mit dem deutlich größeren Konkurrenten Uber um Preis und Marktanteile ringt. Hedgefonds, die in die Plattform investieren, sind sich deshalb über den langfristigen Erfolg des Mobilitätsservice nicht sicher.

Lyft-Gründer Logan Green und John Zimmer wiesen Sorgen über ihr Geschäftsmodell zurück. „Wir würden unseren Aktionären keinen Gefallen tun, wenn wir nur auf das nächste und übernächste Jahr schauen würden“, sagte Green dem US-Börsensender CNBC. „Wir konzentrieren uns auf die nächsten drei bis fünf Jahre.“ Lyft erzielte 2018 einen Umsatz von gut zwei Milliarden Dollar, machte aber gut 900 Millionen Dollar Verlust – mehr als jedes andere Unternehmen vor einem Börsengang.

Die Beiden Gründer werden weiterhin das Sagen bei dem Fahrdienstanbieter haben. Sie halten zusammen zwar nur fünf Prozent am Unternehmen, haben aber gemeinsam 49 Prozent der Stimmrechte, was einige Investoren abgeschreckt.

Nur 30 Prozent der von Titan Invest befragten Hedgefonds sagten Lyft eine langfristige Zukunft mit großem Wachstum voraus, fand eine Umfrage der Portfolio Investment App unter 40 Hedgefonds heraus. Die meisten von ihnen setzen eher auf die kurzfristige Performance. Der weitaus größere Teil der Hedgefonds, um die 40 Prozent, blickten vorsichtig auf die Aktie.

Als größte Sorge nannten sie die Konkurrenzsituation mit Uber, das ebenfalls einen Börsengang vorbereitet und Lyfts Verlustrekord noch brechen wird. Der Fahrdienst macht mehr als 800 Millionen Dollar Verlust pro Quartal. Trotzdem stellten Banken laut US-Medien bereits eine Gesamtbewertung von bis zu 120 Milliarden Dollar in Aussicht.

Fahrdienst-Anbieter: Fünf Dinge, die zum Lyft-Börsengang wichtig werden

Fahrdienst-Anbieter

Fünf Dinge, die zum Lyft-Börsengang wichtig werden

Das Start-up Lyft aus dem Silicon Valley geht an diesem Freitag an die Börse. Die Papiere sind bei Investoren sehr beliebt. Doch der wahre Härtetest steht noch bevor.

Der Wedbush Analyst Daniel Ives bezeichnet die Ridesharing-Industrie als eine der „größten umwälzenden Wachstumsbereiche“ des amerikanischen Marktes in den letzten fünf Jahren. Lyft habe sich als klare Nummer Zwei etabliert, hinter dem weltweiten Marktführer Uber. 

Er sieht jedoch eine Zahl von Risiken und Unsicherheiten für die Firma, darunter Wettbewerbsdruck von Uber und der fehlende Weg hin zu Profitabilität, regulatorische Unsicherheiten, und Lyfts Position im Rennen um das autonome Fahren. Alphabets Robotereinheit Waymo und andere Rivalen lägen klar vor der Plattform aus San Francisco.

In diesem Jahr planen noch einige weitere Tech-Firmen aus dem Silicon Valley den Gang an die Börse. Auch beim Online-Fotodienst Pinterest und der Bürochat-App Slack laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Der Ferienapartment-Vermittler Airbnb will ebenfalls noch in diesem Jahr sein Börsen-Debüt feiern.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×