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20.08.2019

14:14

Neuemission

Weltgrößter Börsengang: Saudi Aramco sucht offenbar Banken zur Unterstützung

Von: Mathias Brüggmann, Robert Landgraf

Der Ölkonzern soll die Banken Lazard und Moelis im Visier haben, um beim geplanten Riesen-Börsengang mitzuhelfen. Die Deutsche Bank dürfte leer ausgehen.

Aramco soll zwei Banken zur Unterstützung für IPO bestimmt haben Reuters

Saudi Aramco

Der staatliche Ölkonzern ist der Stolz der saudischen Königsfamilie und dient der breiteren Aufstellung der Wirtschaft.

Berlin, Frankfurt Der weltgrößte Börsengang rückt einen entscheidenden Schritt näher: Der mit Abstand weltgrößte Ölförderer Saudi Aramco ist nach übereinstimmenden Berichten der Nachrichtenagenturen Bloomberg und Reuters dabei, Banken für den mit 100 Milliarden Dollar erwarteten IPO für fünf Prozent der Aramco-Anteile zu suchen. Es ist offen, ob und wann die Aktien am Tadawul, der Börse von Riad, emittiert werden, sowie möglicherweise auch parallel an den Börsen von New York oder andernorts.

„Der Konzern ist zum IPO bereit“, hatte Aramcos Finanzchef Khalid al-Dabbagh am vorigen Montag Analysten und Fondmanagern in einem Conference Call mitgeteilt, nachdem der Ölgigant, der pro Tag etwa zehn Prozent des weltweiten Ölverbrauchs fördert, erstmals seine Halbjahreszahlen veröffentlicht hatte. Es sei nun am „Aktionär“, die Entscheidung über den richtigen Zeitpunkt zu treffen, so Aramcos Vicepresident für Finanzen. Gerechnet wird bisher mit dem ersten Quartal 2020 für den Mega-Börsengang.

Der Aramco-Börsengang war vor etwa einem Jahr durch ein Machtwort des saudischen Königs Salman gestoppt worden. Sein Sohn, Kronprinz Mohammed bin Salman, der auch Chairman des Staatsfonds Public Investment Fund (PIF) ist, hatte den IPO seit 2016 vorangetrieben.

Statt aber bis Ende 2018 die Aktien an die Börse zu bringen, kaufte Aramco erst einmal für 69 Milliarden Dollar 70 Prozent der Anteile des saudischen Petrochemieriesen Sabic vom PIF. Damit solle, so sagen Aramco Insider, sichergestellt werden, dass Aramco mit zwei Billionen Dollar Marktwert eingestuft werde, und beim IPO 100 Milliarden Dollar erlöst würden. Sonst drohe dem Kronprinzen ein erneuter Gesichtsverlust.

Nun setzt unter den Banken das Ringen um den Großauftrag ein. Dabei dürfte vor allem die Deutsche Bank erneut leer ausgehen. Die Frankfurter sind in Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten nicht mehr gut gelitten – da zwei Fonds aus Katar größter Anteilseigner des Frankfurter Instituts sind. Katar wird durch Saudi-Arabien, die VAE und einige andere arabische Staaten politisch und wirtschaftlich boykottiert.

Lazar könnte Aramcos wichtigster Berater werden

Die Deutsche Bank war auch bei der mit zwölf Milliarden Dollar größten Emission einer Anleihe eines Emerging-Markets-Konzerns im April nicht zum Zuge gekommen. Die Anleihe wurde von J.P. Morgan und Morgan Stanley als Arrangers and Dealers sowie Citigroup, Goldman Sachs, HSBC und der saudischen NCB Capital als Dealer verkauft. Die Bank Lazar hatte Aramco beraten.

Gute Chancen, nun auch Aramcos wichtigster Berater für den Börsengang zu werden, soll laut Bankenkreisen die Bank Lazard haben. „Die Entscheidungsfindung ist mit der bei einem üblichen Börsengang nicht vergleichbar“, sagte ein Banker. Bewerben werden sich wohl alle namhaften Banken, da es viel Geld zu verdienen gibt. Lazard werden gute Chancen als Berater eingeräumt, da für sie der jüngste Anleiheverkauf gut geklappt hat. Beim ursprünglich geplanten und dann verschobenen IPO hatten die Investmentboutiquen Evercore sowie Moelis eine besondere Beraterrolle. HSBC, JP Morgan und Morgan Stanley waren ebenfalls beteiligt.

Der IPO-Erlös soll vollständig dem PIF zufließen und ihn am Ende zum mit zwei Billionen Dollar weltgrößten Staatsfonds machen. Damit soll der Umbau Saudi-Arabiens weg vom Petrostaat durch weltweite und große nationale Investments finanziert werden.

Aramcos IPO wäre mit erwarteten 100 Milliarden Dollar der mit Abstand größte: Bisher war dies der Börsengang des chinesischen Internethändlers Alibaba mit 25 Milliarden Dollar. Aramco ist mit einem Halbjahresgewinn von 46,9 Milliarden Dollar der profitabelste Konzern der Welt.

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